EnWi-Newsletter Juni 2011

Druckeroptimierte VersionAls Email sendenPDF Version

Liebe EnWi-Interessierte,

die Halbzeit ist schon wieder erreicht und der 6. Newsletter des Jahres 2011 kommt zu euch. Ich darf dieses Mal vor allem auf ein Seminar unserer AG Postkolonial hinweisen, das sich mit Critical Whiteness als Perspektive in der Rassismusdebatte auseinandersetzen wird. Zudem rückt die Veröffentlichung des neuen Buches des FKR immer näher. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

EnWi e.V.
24.6.: Seminar zu Rassismus und „Weißen Privilegien“
In Sachen "Extremismus"...
Leipzig
30.6.-2.7. Workshop Philosophie: Formen der Privation
07.06.11 Diskussion: "Erlaubt ist, was nicht stört: Politisches Handeln in der Demokratie"
24.06.11 Diskussion: WIR MÜSSEN REDEN! Brennpunkt Hilfskraft - zwischen Zukunft und Endlosigkeit
08.06.11 Diskussion: MishMashMe - Identitätsfallen und das vermeintlich Normale im aktuellen Migrationsdiskurs
Rest der Welt
Call for Papers: Graduiertentagung (Re-)Präsentationen der Arbeitswelt (Deadline: 15.9.)
5.7. Diskussion: "Risikojob Wissenschaft?!", Dresden
18.06.11, Dresden: "All inclusive - von der Normalität zur Diversität". Inhaltskonferenz des Netzwerks Tolerantes Sachsen
Call for Papers: Critical Approaches to Discourse Analysis across Disciplines
8.-9.7. Tagung: Öffentliche Güter für alle!, Reutlingen
16.-18.6. Konferenz "Colonial Legacies, Postcolonial Contestations", Frankfurt a.M.
02.06.2011, Berlin: "Bis zur letzten Patrone" - Auftaktveranstaltung des Berliner Bündnisses gegen Rassismus und Sozialchauvinismus
Neuerscheinungen
Bildung MACHT Gesellschaft: Die Unibrennt * Ringvorlesung zum Nachlesen
Isabell Lorey: Figuren des Immunen
Reflexion als Schlüsselkategorie? Praxis und Theorie im Lehramtsstudium
'Erinnerung' an und für Deutschland. Dresden und der 13. Februar 1945 im Gedächtnis der Berliner Republik
Stellenausschreibungen
Kasseler Promotionskolleg schreibt neue Stipendien zu Ungleichheit in den Nord-Süd-Beziehungen aus (Deadline: 15.6.)
RLS schreibt 2 Promotionsstipendien aus (Deadline: 10. Juni)

24.6.: Seminar zu Rassismus und „Weißen Privilegien“

Rassismus wird meist als Angelegenheit Schwarzer Menschen wahrgenommen. Weißsein wird hingegen, oftmals unbewusst und unhinterfragt, als Norm akzeptiert. Die Critical Whiteness Studies thematisieren Rassismus als gesamtgesellschaftliches Machtverhältnis und richten den Fokus auf Weiß-Sein und die kritische Auseinandersetzung mit dieser Kategorie. Es gilt, den Fokus auf die eigene Position im rassistischen System zu richten: hinzuschauen, was die eigene „weiße“ Position und eigene „weiße Privilegien“ darin für eine Rolle spielen und diese Seite mit in die Verantwortung zu ziehen.

In dem Seminar wollen wir vor dem Hintergrund unserer eigenen Erfahrungen diesen blinden Fleck in der Betrachtung von Rassismus näher beleuchten. Neben einigen theoretischen Aspekten von Rassismus und Weiß-Sein soll vor allem Raum sein, mit Hilfe von Selbstreflektion und Auseinandersetzung folgenden Fragen auf die Spur zu kommen:
• Was sind „Weiße Privilegien“?
• Wie unterscheidet sich eine „weiße“ Perspektive auf Rassismus von einer Perspektive von Menschen mit Rassismuserfahrung?
• Welche rassistischen Denkmuster und Verhaltensweisen haben wir verinnerlicht und welche kolonialen Sichtweisen setzen sich in ihnen fort?

Der Workshop kann in seiner Kürze nur ein kleiner Anstoß sein, zu sensibilisieren und zu bestärken, die eigenen Positionen und Rollen bewusster wahrzunehmen, „weiße“ Dominanzen im Alltag sichtbar zu machen, aufzubrechen und zu einem ebenbürtigeren Miteinander beizutragen. Er richtet sich an Menschen, die sich bereits mit dem Thema Rassismus auseinandergesetzt haben. Anmeldungen bitte bis 15. Juni an poko-leipzig@gmx.de. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 15 beschränkt.

Freitag, 24. Juni 2011, 9-18 Uhr, Alte Handelsschule – Gießerstr. 75, Leipzig.
Eine Veranstaltung der AG Postkolonial in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V.
www.engagiertewissenschaft.de, www.pokubi-sachsen.de

  • Die Begriffe „Schwarz“ und „Weiß“ werden hier als politische Kategorien innerhalb eines Machtverhältnisses und nicht als Kennzeichnung von Hautfarbe verstanden.

In Sachen "Extremismus"...

Die Debatte um "Extremismus" und Demokratie geht weiter... dazu ein paar Kurzmeldungen:

In Leipzig hat sich im Mai der "Initiativkreis LAP Leipzig" gegründet, an dem sich auch das Forum für kritische Rechtsextremismusforschung beteiligt. Der Initiativkreis solidarisierte sich mit den Trägern - allen voran Villa und Conne Island - die auf Mittel aus dem Lokalen Aktionsplan verzichtet hatten, weil von ihnen gefordert wurde, die so genannte Extremismusklausel zu unterzeichnen. Auch andere EnWi-AGs diskutierten nun, wie sie selbst im Fall der Fälle mit einer solchen Klausel umgehen würden. Mit der Diskussion verknüpft sich auch im Initiativkreis die Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte, die sich nicht vor den Anti-Extremismus-Karren spannen lassen wollen.

Das Forum für kritische Rechtsextremismusforschung unterstützt zudem die Erklärung zur Kriminialisierung antifaschistischen Engagements, die unter http://sachsens-demokratie.net abgerufen werden kann.

chronik.LE im Interview mit der Leipziger Internet-Zeitung zum Demokratieverständnis in Sachsen: http://www.l-iz.de/Politik/Sachsen/2011/05/Demokratie-ist-kein-formalistisches-Gebilde.html

Das Buch "Ordnung.Macht.Extremismus", herausgegeben vom Forum für kritische Rechtsextremismusforschung, geht im Juni in den Druck und wird am 15.7. erscheinen! Wer das Buch vorbestellen möchte, wende sich bitte an das Forum.

30.6.-2.7. Workshop Philosophie: Formen der Privation

Das Institut für Philosophie der Universität Leipzig veranstaltet vom 30.06. bis 02.07.2011 einen Workshop zum Thema "Formen der Privation. Die Schattenseite des Lebens".

Es werden vortragen:
Dr. Kathi Beier, Matthew Boyle, Prof. Dr. Stephen Engstrom, Dr. Wolfram Gobsch, Dr. Matthias Haase, Prof. Dr. Andrea Kern, Dr. Douglas Lavin, Prof. Dr. Anselm W. Müller, Dr. Henning Tegtmeyer, Prof. Dr. Sebastian Rödl, Prof. Dr. Matthias Vogel.

Der Workshop baut auf die Diskussion der Texte, die auf der Homepage des Instituts für Philosophie heruntergeladen werden können.

07.06.11 Diskussion: "Erlaubt ist, was nicht stört: Politisches Handeln in der Demokratie"

http://www.conne-island.de/plakat/termin3260.html

Dienstag, 07.06.2011, Einlass: 19:30 Uhr

mit Robert Feustel

Die Inex hat sich in einer Art Abwehrkampf in den vergangenen Jahren maßgeblich mit der Extremismustheorie auseinandergesetzt. Wir wollten zeigen, dass Grundrechte und demokratische Willensbildung der repressiven Funktion des Extremismusdiskurses zum Opfer fallen, noch bevor irgendwer an revolutionäre Taten überhaupt nur denkt, geschweige denn sie umzusetzen plant: Parteien, zivilgesellschaftliche Initiativen und politische Gruppen werden überwacht und Verlage, Buchläden und JournalistInnen um ihren Ruf gebracht. Zwar konnten wir bei der Thematisierung unserer Kritik an der Extremismusformel einigen Erfolg verzeichnen. Dennoch scheint unsere Diskursintervention an der Stelle an Grenzen zu stoßen, wo aus politischer Einsicht praktische Konsequenzen folgen müssten. So wurde die sogenannte Extremismusklausel in den letzten Monaten stark kritisiert, um sie - des Geldes wegen- letztlich doch zu unterzeichen. Lohnt sich also die Zusammenarbeit mit so genannten zivilgesellschaftlichen Initiativen, auch wenn diese unter staatlichem Druck ja doch immer wieder einknicken werden? Im Rahmen der Veranstaltung möchten wir unsere Zusammenarbeit mit dem Teil der Zivilgesellschaft kritisch reflektieren, der nicht nur finanziell von der Gnade der jeweiligen Verwaltung abhängig ist.

- Eine Diskussionsveranstaltung von und mit der Initiative gegen Extremismusbegriff/INEX -

24.06.11 Diskussion: WIR MÜSSEN REDEN! Brennpunkt Hilfskraft - zwischen Zukunft und Endlosigkeit

Eine Stelle als Hilfskraft sehen viele Studierende als etwas Erstrebenswertes an, da es persönliche Kontakte zum eigenen Lehrstuhl schafft, das eigene „Vitamin B“ im gesamten Hochschulbertrieb befördert und somit auch die persönliche Karrierewege öffnet. Doch was muss man dafür alles in Kauf nehmen? Aus arbeitsrechtlicher Sicht sind Hilfskraftstellen aktuell nichts anderes als Leiharbeit (prekäre Beschäftigung): Qualifizierte Arbeit für minderwertigen Lohn, eingeschränkte Rechte und vor allem keine Interessenvertretung, die sich für sie einsetzt.

Teilzeit und Befristung ist der Alltag für wissenschaftlichen Nachwuchs an Hochschulen und Forschungseinrichtungen; die Hilfskraftstelle bildet dabei die erste Stufe in einer Endlosschleife prekärer Arbeit.

Darüber müssen wir reden!

am 24. Juni 2011
ab 14 Uhr
im SR 1 und SR 3 (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Campus Augustusplatz; Leipzig)

Diskutiert gemeinsam am 24. Juni 2011 mit Vertreter_innen aus Hochschulleitung, Politik und der Professor_innenschaft über faire Arbeitsbedingungen von Hilfskräften und wissenschaftlichem Nachwuchs. Für Fragen und Beratungsbedarf stehen ebenfalls der StuRa, die Hans-Böckler-Stiftung und das Team von students-at-work vor Ort zur Verfügung.

Informationen unter:
http://www.fairspektive.de

http://www.biwifo-sat.verdi.de

Anmeldung unter: Vhg-leipzig@web.de

08.06.11 Diskussion: MishMashMe - Identitätsfallen und das vermeintlich Normale im aktuellen Migrationsdiskurs

Mittwoch · 8. Juni 2011 · 19:00 Uhr
KAFIC- Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, Karl-Tauchnitz-Straße 9-11

Eine Veranstaltung der freien Kuratorin und Journalistin Luc-Carolin Ziemann (Leipzig) und des Bildungswerks Weiterdenken.

Die Debatte rund um Migration und Integration hat in den letzten Monaten eine neue Schärfe erlangt. Im grenzrassistischen Wirrwarr um "Leitkultur“ und „ausländischen Genen“, scheint besonders der Ruf nach Anpassung und Assimilation gut in der breiten Masse anzukommen. Aber Anpassung an was genau? An eine schwer zu fassende „deutsche Identität“?

Viele Beiträge des aktuellen Migrationsdiskurses zielen, mehr oder weniger direkt, auf eine "normierte deutsche" Gesellschaft ab. Dahinter stehen Denkmuster, die die facettenreiche Diversität moderner Gesellschaften ignorieren und herabwerten.

Identitäten sind jedoch keine starren eindeutigen Gebilde- gerade im Zeitalter der Migration wird die Selbstwahrnehmung zunehmend „hybrid“. Mehrfachidentitäten versus gesellschaftspolitischer Normierungszwang: dieses konfliktreiche Gegensatzpaar und seine Grauzonen wollen wir mit unseren Gästen diskutieren.

Wie geschieht Identitätskonstruktion in einer globalisierten Welt? Woher kommt der Drang nach Leitkultur und Ausgrenzung von „Uneindeutigen“? Und welche Rolle spielt der derzeitige Migrationsdiskurs mit seinen massiven Eigen- und Fremdzuschreibungen für migrantische BürgerInnen? Wie nähern sich KünstlerInnen diesen Themen und welche Positionen sind in ihren Werken auszumachen?

Im Außenbereich der Galerie für zeitgenössische Kunst wird die Installation "mishmashme" (weitere Informationen zum Projekt unter www.mishmashme.de) zu sehen sein.

Unsere Gäste:
Ekrem Senol, Jurist und Gründer und Chefredakteur des Online-Magazins MiGAZIN, das sich heute zu einer wichtigen Anlauf- und Informationsplattform zum Thema Integration und Migration in Deutschland entwickelt hat. Sein Ziel ist es, hier Themen anzusprechen, die vom Mainstream nicht beachtet bzw. verzerrt dargestellt werden. http://www.migazin.de/

Tine Papendiek, Regisseurin und Initiatorin von MishMashMe, einem interaktiven Cross-Media Projekt, das sich mit dem Thema Identität beschäftigt und seit August 2010 Menschen in aller Welt die Möglichkeit gegeben hat, spielerisch die Identität zu wechseln und andere zu erproben.

http://www.mishmashme.de

Moderation: Rebecca Pates, Professorin der Universität Leipzig im Bereich Politische Theorie. Sie arbeitet zu Fragen der politischen Anthropologie, der Staatstheorie und der Organisation von Gender und forscht im Profilbereich „Riskante Ordnungen“.

Details: http://www.weiterdenken.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=9730&returnurl=/web/index.html

Call for Papers: Graduiertentagung (Re-)Präsentationen der Arbeitswelt (Deadline: 15.9.)

Bis zum 15. September können Abstracts für die zehnte Graduiertenkonferenz (Re-)Präsentationen der Arbeitswelt, die vom 12.11.11-13.11.11 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stattfindet, eingereicht werden.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.gradnet.de

Die zehnte internationale und interdisziplinäre Graduiertenkonferenz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am 12. und 13. November 2011 gilt der Bestandsaufnahme und Analyse von (Re-)Präsentationen der Arbeitswelt. Hierbei soll an die etablierten wissenschaftlichen Diskussionen zum Thema "Arbeit" angeknüpft werden, wie sie etwa die Soziologie, Philosophie und Theologie führen. Die Konferenz möchte eine entsprechende kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung vorantreiben. Sie richtet sich daher vor allem an NachwuchswissenschaftlerInnen der Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften, denen sie ein Forum zur Diskussion bieten will.
Es können Beiträge zu folgenden Bereichen eingereicht werden, wobei auch weitere relevante Themenvorschläge willkommen sind:

  • Inszenierungen von Arbeit in Kunst, Literatur, Film, Fotografie und Theater
  • Dokumentarische Fotografie und Film
  • Ethik und Philosophie der Arbeit / Arbeit als Wert
  • Diskurse über Arbeit in Massenmedien, Wissenschaft etc.
  • Verhältnis von Kirchen und Religionen zur Arbeit
  • Soziale Ungleichheit / Armut
  • Sozialstaat / Verwaltung von Arbeitslosigkeit und Armut / "deserving" and "undeserving" poor
  • Globalisierung und Arbeitsmigration
  • Arbeitsformen: schöpferische Arbeit / Subsistenzarbeit / Emotionsarbeit / Reproduktionsarbeit
  • Prostitution / Kinderarbeit / Schattenwirtschaft
  • Subjektivierung der Arbeit
  • Employability und Biografie
  • Familie und Paarbeziehung
  • Alter und Arbeit
  • Leiden an und ohne Arbeit
  • Gesundheit und Arbeit
  • race / class / gender
  • Vorurteile und Ressentiments

Die Tagung wird am 12. und 13. November 2011 in Erlangen stattfinden (Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch). Sie ist als Plenarkonferenz mit Panelsektionen konzipiert. Für jeden Panelvortrag sind 25 Minuten vorgesehen (12 Min. für den Vortrag und 13 Min. für die Diskussion). Abstracts auf Englisch und Deutsch mit max. 250 Wörtern können bis zum 15. September 2011 über unsere Website www.gradnet.de eingereicht werden. Ausgewählte Beiträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht.

Der Tagungsbeitrag von 25,00€ beinhaltet: Tagungsband der 9. Graduiertenkonferenz "Kritische Perspektiven: ‚Turns', Trends und Theorien", zwei Mittagessen, eine Abendveranstaltung mit kulturellem Rahmenprogramm und eine Führung durch die Ausstel-lung im Erlanger Stadtmuseum: Die Industrialisierung in Erlangen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Betreuung Ihrer Kinder, während Sie an der Konferenz teilnehmen. Bitte teilen Sie uns den Bedarf bei der Anmeldung mit.

5.7. Diskussion: "Risikojob Wissenschaft?!", Dresden

Risikojob Wissenschaft?! Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs und akademische Beschäftigte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Dienstag, 5. Juli 2011, 17 – 21 Uhr
Sächsischer Landtag, Dresden

Die Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs und Beschäftigte an Hochschulen haben sich in den letzten Jahren zusehends verschlechtert. Mit höheren Studierendenzahlen, Bachelor-Master-Reform und zunehmender Bedeutung von Drittmitteln sind die Anforderungen deutlich gestiegen, während die Beschäftigungsbedingungen immer prekärer werden. Befristung und Teilzeitverträge bei voller Arbeitsbelastung sind für Promovierende und den akademischen Mittelbau mittlerweile die Regel. Während der ‚tenure-track’ von Juniorprofessuren eine seltene Ausnahme ist, dauert der Weg zur Professur oft bis ins vierte Lebensjahrzehnt. Angesichts der prekären Beschäftigungsbedingungen verliert die Tätigkeit in Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend an Attraktivität.

Führt das Fehlen verlässlicher beruflicher Perspektiven also längst vom Traumjob zum Risikojob Wissenschaft?! Wir wollen über die derzeitige sächsische wie bundesweite Situation und über Lösungsansätze für verlässliche Berufswege in der Wissenschaft diskutieren.

Mit
Dr. Andreas Keller (GEW, Initiator des ‚Templiner Manifest’), Dr. Anke Burkhardt (Projektleiterin des Bundesberichts zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses), Prof. Dr. Remigius Bunia (Deutsche Gesellschaft Juniorprofessur), Benjamin Bigl (Promovierendenrat Leipzig), Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (Hochschulpolitischer Sprecher GRÜNE-Fraktion Sachsen) u.v.a.

18.06.11, Dresden: "All inclusive - von der Normalität zur Diversität". Inhaltskonferenz des Netzwerks Tolerantes Sachsen

Eine Tagung zum Thema Inklusion am Beispiel Migration
18.06.2011
10-17 Uhr
Euro-Business-College Dresden

Nichts ist praktischer als eine gute Theorie. Dies macht es notwendig, die Grundlagen unserer alltäglichen Arbeit regelmäßig zu hinterfragen. Denn nur wer ein Ziel vor Augen hat, kann sich tagtäglich auf den richtigen Weg machen. Das gilt für die Arbeit mit MigrantInnen ganz besonders, denn dies ist ein Feld, welches all zu oft unpopulär ist und außerhalb des politischen Fokus liegt.

Das Netzwerk Tolerantes Sachsen möchte sich auch 2011 schwerpunktmäßig mit der Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund an gesellschaftlichen und politischen Prozessen auseinandersetzen. Mit der diesjährigen Inhaltskonferenz soll in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Migrantenbeirat eine weiterführende Zukunftsdiskussion zur Integrationsarbeit durchgeführt werden.

Die Frage nach dem gemeinsamen und letztendlichen Ziel aller „Integrationsbemühungen“ soll mit der Debatte über ein „inklusives“ Gesellschaftmodell voran getrieben werden. Doch was heißt „Inklusion“ und welche Auswirkungen hat ein „inklusiver Ansatz“ auf unsere Arbeit? Um diese Frage zu beantworten, werfen wir einen einführenden Blick auf die Anwendung des Inklusionsansatzes in der Bildungspolitik und bei Menschen mit Beeinträchtigung. Die praktischen Erfahrungen und Eindrücke aus diesen Bereichen sollen die Debatte um die umfassende gesellschaftliche und politische Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land überprüfen.

Die Inhaltskonferenz 2011 wird mit zwei Impulsreferaten eröffnet, die die Anwendungen und die Auswirkungen des Inklusionsansatzes in den Bereichen Bildung und Menschen mit Beeinträchtigung aufzeigen. Danach werden die theoretischen Unterschiede zwischen dem Integrations- und Inklusionsbegriffs aufgezeigt. In den folgenden Workshops soll die praktische Relevanz herausgearbeitet werden.Abschließend soll die Frage beantwortet werden, welche Veränderungen sich tatsächlich ergeben werden.

Eingeladen sind alle Praktiker und Theoretiker sowie alle Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Die Tagung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Sächsischen MigrantInnenbeirat und dem Bündnis für Demokratie und Toleranz. Finanziell unterstützt wird die Veranstaltung von der Amadeu Antonio Stiftung, dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen und vom Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Anmeldungen bitte bis 10.6.2011 an buero@tolerantes-sachsen.de

Die Teilnahmegebühr in Höhe von 5 Euro ist vor Ort zu bezahlen und beinhaltet Getränke und ein Mittagessen. Fahrtkosten für den preiswertesten Reiseweg (kein ICE/Taxi) werden erstattet.

Konferenzsprache ist deutsch. Ein mehrsprachiger Flyer kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Call for Papers: Critical Approaches to Discourse Analysis across Disciplines

The fourth international conference Critical Approaches to Discourse Analysis across Disciplines (CADAAD) will take place at the University of Minho in Braga, Portugal 4-6 July 2012.

The following distinguished scholars have confirmed their participation as plenary speakers:

  • Professor Paul Chilton (Lancaster University)
  • Dr Michal Krzyzanowski (Lancaster University)
  • Professor Michelle Lazar (National University of Singapore)
  • Professor Juana Marín Arrese (Universidad Complutense Madrid)
  • Professor Teun van Dijk (Universitat Pompeu Fabra)

CADAAD conferences are intended to promote current directions and new developments in cross-disciplinary critical discourse research. We welcome papers dealing with any contemporary social, scientific, political, economic, or professional discourse/genre. Possible topics include but are not limited to the following:

  • (New) Media discourse
  • Party political discourse
  • Advertising
  • Discourses of war and terrorism
  • Discourses of discrimination and inequality
  • Power, ideology and dominance in institutional discourse
  • Identity in discourse
  • Education discourses
  • Environmental discourses
  • Health communication
  • Language and the law

We especially welcome papers which re-examine existing frameworks for critical discourse research and/or which highlight and apply new methodologies sourced from anywhere across the humanities, social and cognitive sciences including but without being limited to:

  • Sociolinguistics
  • Functional Linguistics
  • Cognitive Linguistics
  • Corpus Linguistics
  • Pragmatics and Argumentation Theory
  • Conversation and Discourse Analysis
  • Discursive Psychology
  • Multimodality
  • Media Studies
  • Communication Studies
  • Political Science

Papers will be allocated 20 minutes with 10 minutes for questions. The language of the conference is English. Abstracts of no more than 300 words including references should be sent as MS Word attachment to c.j.hart@herts.ac.uk before 18 December 2011. Please include in the body of the email but not in the abstract your name, affiliation and email address. Notifications of acceptance will be communicated by 1 February 2012.

Further information is available at http://www.cadaad.net/cadaad_2012
For any other inquiries please contact Chris Hart (c.j.hart@herts.ac.uk) or the local organiser, Zara Simões Pinto Coelho (zara@ics.uminho.pt).

8.-9.7. Tagung: Öffentliche Güter für alle!, Reutlingen

Ob Lehman Brothers oder Hartz IV, ob Lampedusa oder Fukushima: der neoliberale Kapitalismus hangelt sich von Krise zu Krise. Einen Weg zurück zu Sozialstaat und Keynesianismus gibt es nicht (er ist auch nicht wünschenswert). In dieser Situation hat die Frankfurter Autor_innengruppe links-netz eine radikale Alternative formuliert: "Sozialpolitik als Bereitstellung einer sozialen Infrastruktur" (www.links-netz.de). Bildung, Gesundheitsversorgung, Mobilität, Wohnen usw. sind als Grundrechte anerkannt. Die Gesellschaft stellt dafür die notwendigen Mittel zur Verfügung. Für alle.

Dieses Konzept bricht mit herkömmlichen Denkfaulheiten und etablierten Interessen. Es ließe sich bereits im Rahmen der bestehenden kapitalistischen Verhältnisse umsetzen. Doch gleichzeitig weist es darüber hinaus und zielt auf neue Formen der Vergesellschaftung.

Mit der bundesweiten Tagung wollen wir den links-netz-Entwurf reflektieren und für eine linke politische Praxis nutzbar machen. Dabei steht nicht die Kritik der herrschenden Verhältnisse im Vordergrund, sondern die Konkretisierung von Ansätzen einer "sozialen Infrastruktur" als radikale Reform-Alternative. Wir greifen verschiedene lokale und überregionale Debatten (Commons, Grundeinkommen, u.a.) ebenso auf wie konkrete Praxiserfahrungen. So fordert die Tübinger Gruppe ZAK³ einen Nulltarif im Nahverkehr: Mobilität für alle als Teil der sozialen Infrastruktur. Schließlich wollen wir untersuchen, ob der Entwurf auch in den Ländern des Südens brauchbar ist.

Wir diskutieren und prüfen das Konzept nach vier Dimensionen:

  • Das Konzept hat den Anspruch, mehr soziale Gerechtigkeit zu garantieren, schafft es tatsächlich gleiche Zugänge für alle? Wer sind alle?
  • Hat es auch emanzipatorisches Potential? Wird Bildung, Gesundheit usw. auch besser?
  • Welche Formen von direkter Demokratie und Partizipation braucht es? Wie sind Menschen an der Ausgestaltung beteiligt?
  • Wird individuelle Freiheit und Autonomie begrenzt? Kann ich meine Bedürfnisse selbst bestimmen?

TN-Gebühr: 20€ (incl. Mittagessen und Tagungsgetränke)
Anmeldung: zak@buko.info
Fahrtkostenzuschuss, Kinderbetreuung und Schlafplätze auf Nachfrage

Ablauf:

Freitag 8. Juli, 20 Uhr: Das Konzept der Sozialen Infrastruktur - eine kritische Einordnung

Vortrag Thomas Gebauer, medico international, Frankfurt/Main: Zwischen Staat, Vergesellschaftung und individueller Autonomie
Gespräch mit: Joachim Hirsch, links-netz, Frankfurt/Main, Nicole Vrenegor, BUKO, Hamburg, Werner Rätz, Attac-AG "Genug für alle", Bonn, Harald Rein, BAG Prekäre Lebenslagen, Frankfurt/Main, Katja Polnik, ZAK³, Tübingen

Samstag, 9. Juli

9.00 Uhr Kaffee und Brezeln
9.30 Uhr Foren zu den Praxisfeldern

  • Bildung (mit Enno Janssen, BUKO AS Bildung und Emanzipation (BiEm); Oliver Brüchert, links-netz, Ines Philipp, Bundesverband der Freien Alternativschulen, BFAS e.V.)
  • Gesundheit (mit Eva-Maria Krampe, links-netz)
  • Mobilität und Stadtentwicklung (ZAK³)
  • Harald Rein, BAG Prekäre Lebenslagen, Frankfurt/Main
  • Wohnen (BUKO AS StadtRaum, ASSR)
  • Globale Soziale Rechte (Thomas Gebauer, medico international)

13.30 Essen
14.30 Transfer (Fish-Bowl): Ertrag, Impulse für die Praxis, Leerstellen
16.00 Offener Raum für Vertiefung und Absprachen für die Weiterarbeit
16.50 Resümee
21.00 Rembetiko-Nacht im franz.K

16.-18.6. Konferenz "Colonial Legacies, Postcolonial Contestations", Frankfurt a.M.

In the past two decades postcolonial perspectives are increasingly influential in the Social Sciences and the Humanities. In particular, postcolonial-feminist interventions have contributed decisively by revealing the pivotal status and stubborn persistence of colonial gendering and racialisation processes for the structuring of the postcolonial late-capitalist world. The epistemic and material conditions that underpinned European colonialism continue to shape current socio-political constellations and global relations; so that the formal end of European colonial rule has not translated into decolonisation of the global North and the global South. If the Social Sciences and the Humanities seek to overcome this violent and exploitative historical legacy and contribute to the processes of decolonisation, they need to adopt a critical perspective that involves a reassessment of their disciplinary powers and responsibilities.

It is against this backdrop that the Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies (FRCPS) seeks to contribute to ongoing debates in the Social Sciences and the Humanities by hosting the International Graduate Conference on Postcolonial Studies. Conference presentations are sought particularly to examine those fields in which postcolonial theory has largely been underrepresented. Postcolonial-feminist theory comprises a key point of reference for the conference, because it has simultaneously led to an increasing differentiation and crucial revisions both within Postcolonial Studies as well as within Gender and Women’s Studies.

The conference’s goals are twofold: first, we seek to illustrate the epistemological and methodological relevance of a postcolonial (feminist) perspective within the various disciplines of the Social Sciences and the Humanities by example of concrete research projects; second, we aim to facilitate (trans-)disciplinary networking. The conference is conceived of as a graduate conference for early career researchers; contributions with a reference to postcolonial (feminist) theory from advanced students, doctoral candidates and postdocs in the Social Sciences and the Humanities are most welcome.

Keynotes:
Prof. Patricia Hill Collins (University of Maryland)
Prof. Dipesh Chakrabarty (University of Chicago)

Program:
http://www.frcps.uni-frankfurt.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/FRCPS-IGC-2011-Program1.pdf

Conference languages are English, French and Spanish. For the French and Spanish-language panels translations will be made available. The conference rooms are accessible for people of all abilities. Please indicate if any further aides and/or support are needed when registering for the conference.

Registration & Participation:
There is no conference fees, but we kindly request registrations until 31st May 2011 under frcps.mail [at] googlemail.com. Kindly state ‘registration’ in the subject heading.

02.06.2011, Berlin: "Bis zur letzten Patrone" - Auftaktveranstaltung des Berliner Bündnisses gegen Rassismus und Sozialchauvinismus

Donnerstag, 2. Juni, 19:30, Festsaal Kreuzberg

http://gegenRassismusUndSozialchauvinismus.wordpress.com/

Mit der Krise sind Rassismus und Sozialchauvinismus in den politischen Alltag zurückgekehrt. Unter Druck geraten vor allem Erwerbslose, prekär Beschäftigte und Menschen, denen eine "migrantische", insbesondere "muslimische" Identität zugeschrieben wird. Doch auch der Rest der Gesellschaft wird aufgemischt. Die Hetze gegen vermeintliche "Sozialschmarotzer" und "Integrationsverweigerer" ist der Soundtrack einer umfassenden Verschärfung kapitalistischer Standortpolitik. So werden im Rahmen der "Integrationsdebatte" ganz allgemein gesteigerte Anforderungen kapitalistischer Verwertbarkeit durchgesetzt. Der nationale Wettbewerbsstaat macht mobil, und alle müssen mitmachen.

Das Zusammenspiel von Rassismus und Sozialchauvinismus bestätigt gesellschaftliche Zwänge und spaltet die Betroffenen. Wo rechtspopulistische Vordenker_innen rhetorische Tabus gebrochen haben, kann staatstragende Politik um so unbeschwerter "durchregieren". Während soziale Garantien gestrichen und gesellschaftliche Risiken privatisiert werden, steigt in der Mehrheitsgesellschaft das Bedürfnis nach Ab- und Ausgrenzung. Integrationsdebatte und Alltagsrassismus verstärken die Marginalisierung von Migrant_innen.

Wir wollen das Verhältnis rassistischer und sozialchauvinistischer Ideologien untersuchen, unsere Begriffe abgleichen, uns vernetzen und gemeinsam neue Handlungsperspektiven entwickeln.

/////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////////
Beteiligte Gruppen: FelS (Für eine linke Strömung), Antifaschistische Jugendaktion Kreuzberg (AJAK), Antifa Friedrichshain, Avanti - Projekt undogmatische Linke, Linksjugend ['solid] Berlin, communisme sucré, Grüne Jugend Berlin, Bündnis "Rechtspopulismus stoppen!", AK "Marginalisierte - gestern und heute", Internationale Kommunist_innen, Antirassistische Initiative (ARI), Theorie Organisation Praxis (TOP B3rlin) und andere.

Bildung MACHT Gesellschaft: Die Unibrennt * Ringvorlesung zum Nachlesen

Ende des Jahres 2009 entzündete sich zuerst an den Hochschulen in Österreich und dann in ganz Europa ein von den Studierenden getragener Protest an der aktuellen hochschulpolitischen Situation. Auch wenn in besetzten Hörsälen der Alltag längst wieder eingekehrt ist, ist der Protest noch nicht zu Ende und haben die Kritik und die Forderungen der Unibrennt Bewegung nicht an Relevanz verloren. Nach wie vor sind die Universitäten unterfinanziert, ist die Debatte um Studiengebühren aktuell, prägen ökonomische Verwertungsinteressen die universitäre Lehre und Forschung und erschweren prekäre Beschäftigungsverhältnisse das Leben vieler WissenschaftlerInnen.
Der Aufschrei aus dem Jahr 2009 hat einen Diskussionsprozess über die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung ausgelöst, der mit dem Buch Bildung MACHT Gesellschaft fortgeführt und vertieft wird. Es dokumentiert eine von Unibrennt geforderte und im Sommersemester 2010 von Studierenden an der Universität Salzburg organisierte Ring-Vorlesung. Die AutorInnen beschäftigen sich mit den aktuellen Problemen im Bildungsbereich und ihrem gesellschaftlichen Kontext. Sie diskutieren, wie gesellschaftlich wünschenswerte Bildung aussehen könnte und worin die Möglichkeiten emanzipatorischer Bildung bestehen, und befassen sich darüber hinaus mit den Möglichkeiten und Problemen von Studierendenprotesten. Dabei hilft der Band vielleicht auch zu verstehen, warum es so schwer ist dauerhafte Änderungen im Bildungsbereich und der Gesellschaft zu bewirken, es sich aber dennoch lohnt, weiter dafür zu kämpfen.

Bildung MACHT Gesellschaft. 2011. Westfälisches Dampfboot.
Herausgegeben von Marisol Sandoval, Sebastian Sevignani, Alexander Rehbogen, Thomas Allmer, Matthias Hager und Verena Kreilinger
Mit einem Vorwort von Alex Demirovic.
Es schreiben Roland Atzmüller, Torsten Bultmann, Kornelia Hauser, Michael Hartmann, Klemens Himpele, Freerk Huisken, Ines Langemeyer, Konrad Paul Liessmann, Jürgen Mittelstraß, Erich Ribolits, Ilse Schrittesser und Elisabeth Steinklammer

http://www.ringvo.unibrennt-salzburg.org/
http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/876-5.html

Isabell Lorey: Figuren des Immunen

Isabell Lorey: Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie

diaphanes, Reihe: thesen; 336 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-03734-151-3, € 26,90 / CHF 40,00

Inhalt: Die republikanischen Auseinandersetzungen zwischen Plebejern und Patriziern bilden ein Urszenarium politischer Theorie. Anders als die klassische Altertumswissenschaft versteht Isabell Lorey die »Ständekämpfe« als Kämpfe zweier politischer Ordnungen um eine neue Konstituierung, und anders als in der zeitgenössischen politischen Philosophie (etwa bei Agamben) erhält der homo sacer bei Lorey eine widerständige immunisierende Funktion. Diese Neuinterpretation der römischen Geschichte dient als Hintergrund für eine umfassende politische Theorie der Immunisierung.

Weitere Infos gibt es hier.

Reflexion als Schlüsselkategorie? Praxis und Theorie im Lehramtsstudium

Stefan Müller (Hg.): Reflexion als Schlüsselkategorie? Praxis und Theorie im Lehramtsstudium, Hohengehren 2011
14.80 Euro

Die Frage, wie Theorie und Praxis im Lehramtsstudium aufeinander bezogen werden können, bildet eine Kernfrage universitärer Lehramtsausbildung. Hinweise auf eine angemessene Verknüpfung von Praxis- und Theorieerfahrungen beziehen sich häufig auf die Kategorie der Reflexion. Doch wie kann diese konkret gestaltet sein? Welche Möglichkeiten stehen bereit, um der Eigenständigkeit von Praxis und Theorie gerecht zu werden, und gleichzeitig Erfahrungen von Selbstständigkeit und Autonomie – als Voraussetzungen einer substantiellen Reflexion – zu gewährleisten? Welche Aspekte sind zur Entwicklung professioneller Reflexionsfähigkeiten zu berücksichtigen? Welche Erfahrungen werden in den ersten Praktika im Lehramtsstudium gemacht? Welche Anforderungen und Optionen einer reflexiven Einbeziehung des Theorie-Praxis-Verhältnisses gibt es? Diesen und daran anknüpfenden Fragen gehen die Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Perspektiven im vorliegenden Sammelband nach.

Weitere Infos: http://www.paedagogik.de/index.php?m=wd&wid=2087

'Erinnerung' an und für Deutschland. Dresden und der 13. Februar 1945 im Gedächtnis der Berliner Republik

Henning Fischer:
'Erinnerung' an und für Deutschland.
Dresden und der 13. Februar 1945 im Gedächtnis der Berliner Republik

2011 - ca. 200 Seiten - € 19,90. ISBN: 978-3-89691-873-4

In Dresden konzentrieren sich seit einigen Jahren die gegenläufigen Facetten aktueller deutscher Erinnerungspolitik. Am Geschehen, das sich alljährlich zwischen dem Erinnerungsort Frauenkirche, dem öffentlichen Opfergedenken und der - bis vor kurzem - größten neonazistischen Demonstration in Europa abspielt, präsentieren sich nicht nur die wichtigsten Dynamiken des deutschen Umgangs mit der Geschichte des Nationalsozialismus, sondern auch die kollektiven Erinnerungen als Teil der nationalen Identität.

Die Erinnerung an die alliierten Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 bildet die Grundlage für Henning Fischer, um den Charakter kollektiver Erinnerung und ihrer Funktionalisierung in der Politik der deutschen Staaten seit 1945 zu untersuchen.

Dabei vereint er den Entwurf eines kritischen Begriffs von Erinnerung, eine historiografische Skizze Dresdens im Nationalsozialismus und eine zeitgeschichtliche Betrachtung der aktuellen Geschichtspolitik der Berliner Republik und schlägt vor, kollektive Erinnerung als Teil des nationalen Alltagsbewusstseins zu beschreiben: Als nationale (Opfer-)Erinnerung entortet sie die Geschichte in den Mythos und verwandelt sie in die Tradition der Nation.

Weitere Infos: http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/873-4.html

Kasseler Promotionskolleg schreibt neue Stipendien zu Ungleichheit in den Nord-Süd-Beziehungen aus (Deadline: 15.6.)

KASSELER PROMOTIONSKOLLEG SCHREIBT NEUE STIPENDIEN AUS!

Das Promotionskolleg Global Social Policies and Governance wird im Rahmen des Programms "International Promovieren in Deutschland" (IPID) des DAAD gefördert. In diesem Kontext schreibt das Kolleg bis zu 5 Vollstipendien zur Promotion zum Thema Soziale Ungleichheiten in den Nord-Süd-Beziehungen mit Förderbeginn zum 1. Dezember 2011 aus. Nächste Frist für Kurzbewerbungen: 15. Juni 2011

Interessierte wenden sich umgehend mit einer maximal dreiseitigen Projektskizze und Kurzlebenslauf von einer Seite (beides als PDF-Datei) per E-Mail an den Kollegsprecher Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt [burchardt@uni-kassel.de].

Auskunft über die inhaltlichen Schwerpunkte sowie die weiteren Bewerbungsbedingungen des Kollegs finden sich auf Deutsch, Spanisch und Englisch unter: http://www.social-globalization.uni-kassel.de/aktuelles.php

RLS schreibt 2 Promotionsstipendien aus (Deadline: 10. Juni)

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung schreibt zwei Promotionsstipendien zu folgenden Themen aus:

1) Integrale Analyse der "multiplen Krise" und Transformation.

Das Promotionsprojekt sollte sich im Rahmen der folgenden Fragestellungen bewegen:
Wie ist die jeweilige Deutung der Krise bei unterschiedlichen politischen Gruppierungen, wie wird der Krisendiskurs geführt, wie verändert er sich, welche Unterschiede lassen sich in unterschiedlichen Ländern/Regionen ausmachen? Welche Ansätze und Szenarien der Transformation zeichnen sich in der großen Krise ab? Welche Strategien des Krisenmanagement werden verfolgt? Welche weitergehenden Transformationsprojekte werden entworfen (z.B. Green New Deal), wie werden sie umgesetzt? Wie ist die Organisation eines entsprechenden gesellschaftlichen Blocks angelegt, wer sind Träger und Bündnispartner? - Welche Strategien verfolgen linke Gruppen? Welche entscheidenden Interventionspunkte werde gewählt, wie effektiv ist diese Politik im Sinne der Stärkung der Bewegung, Verschiebung von Diskursen und Kräfteverhältnissen, wie wird mit Widersprüchen, Rückschlägen etc. umgegangen? usw. Welche Kriterien zur Analyse müssen dafür entwickelt werden?

2) Perspektiven einer Reproduktionsökonomie.

In einer Reproduktionsökonomie geht es um Bedürfnisse und um Ökonomien, die sich qualitativ entwickeln, aber nicht mehr quantitativ stofflich wachsen müssen. Damit stellt der Begriff die "Reproduktionsarbeit" ins Zentrum eines alternativen Vergesellschaftsungsprojekts, geht aber darüber hinaus, schließt die allgemeinen Reproduktionsbedingungen (also auch soziale und physische Infrastrukturen), (Re)Qualifikation und Reproduktion der Arbeitskraft, ökologische Bedingungen gesellschaftlicher Reproduktion etc. mit ein.

Ein entsprechendes Promotionsprojekt bewegt sich also vor diesem Hintergrund in folgendem Rahmen:

Analyse der unterschiedlichen Krisenmomente in den verschiedenen Bereichen der Reproduktion, ihr Zusammenhang (oder Nicht-Zusammenhang). Welches sind herrschende Strategien, um die einzelnen Krisenmomente der Reproduktion zu bearbeiten? Welche Antworten werden von lins formuliert? Möglich ist es, einzelne Bereiche heruaszunehmen und diese genauer zu analysieren, z.B. Care-Economy, Energie, sozial-ökologische Transformation - allerdings vor der Hintergrund des größeren Zusammenhangs. Es hieße zu prüfen, in wie weit Strategien geeignet sind, diese Problematik in einem größeren Zusammenhang transformatorisch zu bearbeiten. Welche Ansätze zum anstoßen und organisieren der Transformation werden verfolgt? Wer sind die Adressaten (Staat, Zivilgesellschaft, Mosaiklinke, Parteien...) und Bündispartner, welche Interventionspunkte werden gewählt? Wie effektiv sind derartige Politiken im Sinne der Stärkung der Bewegungen, der Verschiebung von Diskursen und Kräfteverhältnissen? Welche Kriterien zur Analyse müssen dafür entwickelt werden?

Bewerbungsschluss ist der 10. Juni 2011. Informationen zu Bewerbungsunterlagen finden sich unter: http://www.rosalux.de/studienwerk/promotionsstipendium/promotionsstipendium.html

Eine Promotionszulassung ist nicht erforderlich!

Bewerber/innen richten ihre Bewerbung bis zum 10.6.2011 bitte an:

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Studienwerk
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin