EnWi-Newsletter September 2011

Druckeroptimierte VersionAls Email sendenPDF Version

Im Guten, wie im Schlechten: Gemeinschaftsbildung zwischen Teilhabe und Ausgrenzung

Wer in den letzten Tagen als Couchpotato vor dem Fernseher seine Zeit verbracht hat, wurde beispielsweise durch den Film "Homevideo" mit dem Thema Mobbing im Internet konfrontiert, dem sogenannten "Cyber-Bulling". Oder in der Folge "Schneeträume" der Krimireihe "Maria Wern - Kripo Gotland" muss sich die Kriminalinspektorin mit den Abgründen von Ausgrenzung, Neid und Intrigen rund um ein schwedisches Gymnasium auseinandersetzen.

Trägt man die Schichten der Überspitzungen medialer Inszenierungen ab, bleiben doch die Bilder zum Thema, die beide Filme aufgreifen, im Raum hängen: Mobbing schafft beides: Ausgrenzung für den gemobbten Menschen, Teilhabe und Gemeinschaftsgefühle für die mobbenden Personen. Im Krimi wiederum wird deutlich, dass abweichendes Verhalten einer Minderheit zum gemeinschaftsstiftenden Moment der Mehrheit der Schüler_innen werden kann - mit den unabsehbaren Folgen von Ab- und Ausgrenzung. Aber auch mit den ambivalenten Konsequenzen der Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls der Mehrheitsgruppe.

Wie gehen wir mit solch komplexen Themen um? Wie reflektieren wir, durchdenken wir und fühlen wir uns in solche Situationen und Entwicklungen ein? Wie verhalten wir uns als Individuen zu Diskriminierung, zu Ausgrenzung, aber auch zum wohligen Gefühl der Teilhabe an Prozessen der Gemeinschaftsbildung? Wie gestalten wir unsere Lern- und Arbeitsprozesse: Demokratisch, Hierarchisch, wie sonst? Und wie ist hängt das alles mit gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Debatten zusammen?

Das Kunstprojekt „Die einen, die Gleichen und die Anderen. Teilhabe und Ausgrenzung im Bildungs- und Berufsleben“ des Vereins Engagierte Wissenschaft stellt sich der Auseinandersetzung mit diesem brisanten Thema und fragt:
Welche Bedingungen schaffen Strukturen gesellschaftlicher Teilhabe und somit Voraussetzungen für eine Gemeinschaft, die demokratische Prinzipien aktiv lebt? Welche Mechanismen verwehren Partizipation und grenzen aus? Es wird um Teilhabe und Ausgrenzung in Schule, Hochschule und Arbeitsinstitutionen gehen; aber auch um Bildung im weiteren Sinne, denn Bildung findet auch überall dort statt, wo Menschen gemeinsames Handeln und gesellschaftliche Mitwirkung praktizieren.

Die Besucher_innen erwartet ein mit viel Herzblut konzipiertes und organisiertes Kunstprojekt. Einige künstlerische Positionen sowie der Tanzworkshop wurden extra für dieses Kunstprojekt angefertigt und erleben somit ihre Leipzig-Premiere. Ingsgesamt werden unterschiedlichste Formate präsentiert: Malerei, Fotografie, Video, Schrift- und partizipative Kunst, Tanz sowie ein Audiospaziergang. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm unter anderem für Schüler_innen und diverse Workshops ergänzen die Möglichkeiten der Auseinandersetzung.

Wir freuen uns auf Ihre und Eure Teilnahme und Teilhabe an diesem Projekt und wünschen schon im Vorfeld viel Spaß beim Anschauen, Mitmachen, Erfahren, Gehen, Kritisieren, Reflektieren und Ergänzen!

Stefan Kausch für das Projektteam "Die Einen, die Gleichen und die Anderen"


10.-18.09.11 Kunstprojekt "Die Einen, die Gleichen und die Anderen"

Das Kunstprojekt "Die Einen, die Gleichen und die Anderen. Teilhabe und Ausgrenzung im Bildungs- und Arbeitleben" öffnet vom 10.-18.09.2011 seine Pforten! Täglich von 12-20 Uhr laden verschiedenste künstlerischen Positionen ein, sich mit dem Thema Gemeinschaftsbildung, Zugehörigkeit, sowie Ein- und Ausgrenzung auseinanderzusetzen. Videoarbeiten, Fotografie, Malerie, ein Hörrundgang, eine Installation möchten dazu anregen, andere Perspektiven auf das Thema schaffen, neue Fragen stellen und vor allem Erfahrungen erleb- und nachvollziehbar machen.

Das Eröffnungsprogramm startet am Samstag, den 10.09, ab 18 Uhr (u.a. mit einer thematischen Lesung)

Weitere Programmhighlights sind ein Tanzworkshop unter dem Motto "Gehen tanzen" (Anmeldung noch bis zum 05.09.11 möglich!), sowie "Unterschiede, die einen Unterschied machen", ein Workshop zu individuellen Sehgewohnheiten und gesellschaftlicher Normalität.

Ort: Berufsschulzentrum 7, Neustädter Straße 1, 04315 Leipzig (Am Rabet)

Weitere Infos zum Projekt und zum Programm unter: www.teilhabenundausgrenzen.de

07.09.: Salon Surveillance: Bilder der Überwachungskritik

Ein interaktiver Salon mit Bildern

Die Bildwelten und Symbole überwachungskritischer Bewegungen sagen viel über deren Weltsichten und zeigen zugleich Bruchlinien und Konflikte innerhalb des Protestspektrums an. Der zweite Salon dieses Jahres analysiert solche gängigen sprachlichen und vor allem visuellen Bilder aktueller Proteste (Big Brother, Panopticon, Wolfgang Schäuble & sein Fingerabdruck, Der Überwachungsstaat, Stasi 2.0 usw.), um die oft nur impliziten Annahmen über Gesellschaft und Staat, Täter und Opfer sowie die Möglichkeiten politischer Einflussnahme und die Perspektiven sozialer Veränderung zu verdeutlichen.Im Vortrag werden Bilder (Webseiten Sticker, Plakate, Slogans) gemeinsam mit dem Publikum interpretiert, um Muster und Sichtweisen herauszuarbeiten.

Mit Buchvorstellung des Buches “Kontrollverluste – Interventionen gegen Überwachung” (hrsg. von der Leipziger Kamera - Initiative gegen Überwachung, Münster 2009).

Referent_innen:

  • Anja Lê, MA, Kunsthistorikerin, lebt in Berlin
  • Peter Ullrich, Dr. phil., Kulturwissenschaftler/Soziologe an der Universität Leipzig, lebt in Berlin

Mittwoch, 07. September 2011, 19 Uhr
Ort: 
wird noch bekannt gegeben

REIHE SALON SURVEILLANCE
Informationen: http://www.engagiertewissenschaft.de/salonsurveillance
Kontakt: salon@freenet.de

Die Veranstaltungsreihe wird durchgeführt in Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen und Engagierte Wissenschaft e.V. / AG Kids Control.

Einladung zur Fortbildung "Diskriminierung erkennen und handeln"

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg_innen, liebe Freund_innen,

wir möchten Sie dazu einladen im Rahmen unseres Projekts "In Sach(s)en Antidiskrimnierungskultur" an unserer Fortbildung "Diskriminierung erkennen und handeln" teilzunehmen. Die Tagesseminare "Diskriminierung erkennen und handeln" finden von September bis November 2011 in allen zehn sächsischen Landkreisen statt. Sie vermitteln Grundlagen der Antidiskriminierungsarbeit und sollen dazu befähigen Diskriminierung im eigenen (Arbeits-) umfeld zu erkennen und
die eigenen Handlungskomptenzen zu stärken. "Diskriminierung erkennen und handeln" will praxisorientiertes Wissen, konkrete
Handlungsanleitungen sowie Umsetzungsstrategien vermitteln.

Die Termine der Fortbildung finden Sie unter http://www.adb-sachsen.de/Fortbildungstermine.html
Ausführliche Informationen zur Fortbildung wie u.a. die Anmeldemodalitäten finden Sie unter http://www.adb-sachsen.de/antidiskriminierungsfortbildung

Vertiefungsworkshops:
Ferner sollen von Oktober bis Dezember 2011 vertiefende Kompetenzwerkstätten zu aktuellen Themen der Antidiskriminierungsarbeit angeboten werden. Diese Seminare bauen auf den Fortbildungen auf und orientieren sich nach den Interessen der Teilnehmenden. Dazu wollen wir eine Erhebung durchführen, an welchen Themen besonderes Interesse besteht. Die Bedarfsabfrage finden Sie im Anhang und unter diesem Link http://www.adb-sachsen.de/Kompetenzwerkstatt

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden unter der Telefonnummer 0341 - 30 39 492 oder per Mail fortbildung@adb-sachsen.de . Das Team des Antidiskriminierungsbüros würde sich über Ihre Teilnahme freuen. Gerne können Sie die Einladung weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Sotiria Midelia
Projektmitarbeiterin
Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.
Kochstraße 14
04275 Leipzig
Tel: 0341 3039492
Fax: 0341 3039971
www.adb-sachsen.de

13./14.10. Konferenz Berlin: Transformation im Kapitalismus und darüber hinaus

Die Zeit nach der Transformation der europäischen staatssozialistischen Länder ist eine Zeit der Transformation der modernen demokratisch-kapitalistischen Gesellschaften. Dafür gibt es viele Anzeichen, von der Zivilisations- bis hin zur Schuldenkrise, von der Sinnkrise bis hin zu den neuen Kriegen. Reproduktion, Integration, Legitimation und Sicherheit werden untergraben. Ein grundlegender Umbau ist unausweichlich. Nicht mehr das Ob, sondern das Wie einer solchen Transformation bestimmt die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Wir möchten den 80. Geburtstag von Prof. Dieter Klein zum Anlass nehmen, die Fragen einer neuen Transformation in ihrem historischen und aktuellen Kontext zu diskutieren. Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu können.

Programm

Donnerstag, 13. Oktober 2011

9:15 –9:45 Uhr
Einführung
Rainer Rilling: Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir sozialistische Transformationsforschung?

9:45 –13:00 Uhr
Jenseits des Kapitalismus
Was heißt Transformation heute? Gibt es bewahrenswerte «Stärken» des Kapitalismus und worin sind sie begründet? Können sie innerhalb anderer (welcher?) Strukturen bewahrt
werden?

Vorträge von:

  • Rolf Reißig: Die zweite großen Transformation – Voraussetzungen, Entwicklungspfade, Perspektiven
  • Frigga Haug: Die Transformation muss am Herrschaftsknoten ansetzen
  • Ulrich Brand: Ein kritischer Transformationsbegriff
  • Michael Brie: Die versteckten kommunistischen Fundamente der kapitalistischen Moderne
  • Kommentar: Thomas Seibert

14:00 –18:00 Uhr
Krise des neoliberalen Finanzmarkt-Kapitalismus und Szenarien der Krise
Welche realen Alternativen stehen auf der Tagesordnung? Wie tief müssen die Veränderungen im Kapitalismus sein und inwieweit können und müssen sie über ihn hinausweisen?

Vorträge von:

  • Mario Candeias: Szenarien einer Grünen Transformation
  • Radhika Desai: Die Krise des Finanzmarkt-Kapitalismus und der Rolle des US-Dollars als Weltgeld: Die Reform des internationalen Geldsystems und wie man nicht über Revolution nachdenken sollte
  • Richard Rosen: Die Krise des Neoliberalismus – vier Szenarien für das 21. Jahrhundert
  • David Schweickart: Ökonomische Krise – Umweltkrise: Ursachen, tiefe Ursachen, Lösung
  • Kommentare: Thomas Sablowski, Florian Becker

19:00–21:30 Uhr
Abendveranstaltung
Radikale Realpolitik in Zeiten der Transformation

Vorträge mit anschließender Diskussion:

  • Dieter Klein: Transformation – viele Teilprojekte und das Ganze
  • Alex Demirovic’: Das Ereignis der Transformation. Zur Unberechenbarkeit gesellschaftlicher Übergänge

Freitag, 14. Oktober 2011

9:15 –15:00 Uhr
Linke Transformationspolitik heute: Gesellschaftliche Umverteilung, sozialökologischer Umbau und die Demokratisierung der Demokratie
Welche zentralen Projekte sind gegenhegemoniefähig? Welche Interessen, Werte, sozialen und politischen Kräfte können gebündelt werden? Welche realen Ansätze gibt es
dafür gegenwärtig?

Vorträge von:

  • Christina Kaindl: Elemente eines alternativen linken Projekts
  • Richard Detje: Zwischen Ohnmachtserfahrung und Systemkritik. Linke Politik in der neuen «großen Transformation»
  • Judith Dellheim: Was tun, wenn nichts geht – drei Wege, die gleichzeitig gegangen werden müssen
  • Gabriele Winker: Soziale Reproduktion in der Krise – Care Revolution als Perspektive
  • Lutz Brangsch: Welcher Staat entsteht gerade?
  • Michael Thomas: Transformation – Umbruch: Neue Chancen für regionales Handeln?
  • Kommentare: Barbara Fried, Birgit Mahnkopf, Tadzio Müller

15:30–18:30 Uhr
Die Transformation zumKapitalismus neu betrachtet
Entsteht der Kapitalismus im Feudalismus (als Element etc.) oder /und durch Transformation der zentralen Strukturen des Feudalismus selbst? Welche Rollen spielen Transformationen im herrschenden Block und welche die Volksbewegungen? Welche Bedeutung haben «Produktivität», «Ideen» und «Gewalt»?

Vorträge von:

  • Wolfgang Küttler: Die Entstehung und Überwindung des Kapitalismus – ein asymmetrisches Verhältnis
  • Erhard Crome: Transformation und Gewalt im bürgerlichen Revolutionszyklus
  • Kommentar: Dieter Boris

Anstelle eines Abschlusses: Beverly Silver: Jenseits des langen 20. Jahrhunderts

19:00 Uhr: Empfang

20:30 Uhr: Konzert mit Gina Pietsch und Hannes Zerbe: «Was träumt der Teufel?» Ein Peter Hacks-Abend

Anmeldung erbeten bis 30.9.2011. Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes «Lasst uns über Alternativen reden…». Kontakt: Dr. Lutz Brangsch, Institut für Gesellschaftsanalyse Tel. 030 44310-120, brangsch@rosalux.de
Infos unter http://www.rosalux.de/event/44126/transformation-im-kapitalismus-und-darueber-hinaus.html

15.-17.09. Konferenz Berlin: German Post-/Colonial History in a Global Age

In recent years, German colonial history has emerged as a vibrant field of scholarly debate. During the 1990s and early 2000s a growing number of studies focused on the cultural underpinnings, the discursive patterns and the Gender aspects of German colonialism and questioned the traditional assumption of colonialism as a one-way process of political domination and cultural diffusion. But only recently, scholars have begun to systematically explore the history of German colonialism beyond the spatial and temporal boundaries of the immediate colonial empire. In their work they not only compare German colonialism to the colonial politics of other imperial powers, but also address its transnational entanglements and situate it in the context of globalisation and the worldwide circulation of people, goods, and ideas. Moving beyond the older picture of colonialism as a short and inconsequential period of German history the postcolonial aftermath and the long-term cultural as well as political continuities have become an equally important issue.

The conference, hosted by the Free University of Berlin and organised in cooperation with Cambridge University, is generously supported by the Fritz Thyssen Stiftung. It is intended as a forum for the discussion and evaluation of these recent trends in the field and for the debate of its future directions.

Everyone is invited to attend; please contact Sebastian Gottschalk (s.gottschalk@fu-berlin.de)

Thursday, 15 September

18.00-19.30
Keynote Speech: Andrew Zimmerman (George Washington University): “The
German Empire, the Atlantic Revolutions of the Nineteenth Century, and
the Colonial Construction of the Precolonial”

Friday, 16 September

9.30-9.45
Introduction:
Sebastian Conrad (FU Berlin)

Colonial Subjects and Identities

9.45-11.15
Ulrike Schaper (FU Berlin): „Colonial subjectification at court?
Trials as a means to become a colonial subject in Cameroon 1884-1916”

Marie Anna Muschalek (Cornell University): „Honor and Respectability:
Formations of Violent Identities in the Colonial Police Force of
German Southwest-Africa“

Chair: Sebastian Conrad

11.15-11.45
Coffee Break

German Colonialism and Islam

11.45-13.15
Sebastian Gottschalk (FU Berlin): „Colonial Rule and Islam in West
Africa: German North Cameroon and British Northern Nigeria compared”

Armin Owzar (University of California, San Diego): „From
Interdenominational to Interreligious Competition: Protestantism,
Catholicism, and Islam in Colonial Africa, Germany and Europe,
1890-1920“

Chair: Sebastian Conrad

13.15-14.30
Lunch

German Colonialism compared – European and African Dimensions

14.30-16.00
Ulrike Lindner (Universität Bielefeld): "German colonialism within the
development of European imperialism. Common features - exceptional
aspects"

Felicitas Becker (University of Cambridge): „What difference did
German colonialism make? Comparing colonial legacies in Tanzania and
Kenya“

Chair: Jürgen Osterhammel

16.00-16.30
Coffee Break

From Africa to Poland? German Colonialism in Eastern Europe

16.30-18.00
Dörte Lerp (Europa-Universität Viadrina): „Farmers to the Frontier.
Settler Colonialism in the Eastern Prussian Provinces and German
Southwest Africa”

Patrick Bernhard (FRIAS): „From Libya to the Generalgouvernement.
Italian colonialism as a model for the German planning in Eastern
Europe“

Chair: Jürgen Osterhammel

Saturday, 17 September

Postcolonial Germany and the Memory of Colonialism

10.00-11.30
Emma Hunter (University of Cambridge): „Language, empire and the
world: Karl Röhl and the entangled history of the Swahili Bible in
East Africa“

Britta Schilling (University College London): „Imperial Heirlooms: the
Private Memory of Colonialism in Germany“

11.30-12.00
Coffee Break

12.00-12.45
Quinn Slobodian (Wellesley College): „Bandung in Germany: Postcolonial
Education Migrations in East and West“

Chair: Richard Evans

12.45-14.00
Lunch

Exhibiting World Orders – Colonial and Postcolonial

14.00-15.30
Christof Dejung (Universität Konstanz): „Time travels through the
world. Temporal and spatial orders on world fairs in the colonial
period“

Katherine Pence (Baruch College): “The West German Scramble for
Africa: Exhibiting Cold War Competition in the Age of Decolonization”

Chair: Barbara Könczöl

15.30-15.45
Coffee Break

15.45-16.30
Final Discussion

16.30
End of the Conference

Kontakt:
Sebastian Gottschalk
Friedrich-Meinecke-Institut
Koserstr. 20
14195 Berlin
s.gottschalk@fu-berlin.de

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=16934

29.9.-2.10. Konferenz: Kämpfe um die institutionelle Struktur der EU in der Krise

Der europäische Integrationsprozess befindet sich in einer massiven Krise: die Euro-Krise und die Staatskrisen in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und weiteren Ländern, die Krise des politischen Integrationsprozesses, der Legitimationsverlust der EU und das völlige Fehlen eines neuen europäischen Projektes. Vor dem Hintergrund dieser "Vielfachkrise", eskalieren vor allem in den am stärksten betroffenen Ländern die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Doch dies betrifft nicht nur die Demokratiebewegungen Südeuropas gegen die neoliberale Austeritätspolitik. Rechtspopulistische und faschistische Bewegungen bestimmen reaktionäre und anti-europäische Krisenreaktionen u.a. in Finnland, Dänemark, Ungarn und den Niederlanden. Ob die Europäische Union diese Krisen überleben wird, lässt sich zurzeit nicht sagen. Während die neoliberale Integrationsweise der EU sich weiter radikalisiert, wird deutlich, dass sie keine plausiblen Antworten auf die Krise geben kann. Im Gegenteil, neoliberale Politik wirkt krisenverstärkend.

Der Beitrag der sozialwissenschaftlicher Europaforschung zur kritischen Analyse dieser Entwicklungen ist marginal. Herrschaftskritische Ansätze sind hier randständig, auch weil sie die Rolle der EU lange Zeit unterschätzt haben. Die AkG-Tagung reagiert auf diese Leerstelle. Vor dem Hintergrund der massiven und multiplen Krisen führt sie unterschiedliche kritische Perspektiven auf den europäischen Integrationsprozess zusammen. Ziel der Tagung ist es, den Strang einer kritische Europaforschung aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Die Vielfachkrise macht eine Analyse notwendig, in der die unterschiedlichen gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse beleuchtet werden, welche die Krise des europäischen Integrationsprozess strukturieren. Deshalb wird die Tagung die Krise der EU aus der Perspektive einer intersektionalen Kapitalismusanalyse untersuchen. Sie beginnt am Donnerstag (29.9.2011) mit einer Auftaktveranstaltung, bei der - als Grundlegung für die gesamte Tagung - der Debattenverlauf der sozialen Bewegungen über Klasse/Geschlecht/Race/Sexualität rekonstruiert und der derzeitige Stand rekapituliert werden soll. Bis Sonntag, 2.10.2011 verläuft die Tagung in drei thematischen Blöcken: Wirtschaftskrise & EU-Institutionen, Staat/Recht und EU, EU im globalen Kontext. Die jeweiligen Referent_innen werden zusätzlich zu der von ihnen üblicherweise in den Blick genommenen herrschaftskritischen Perspektive, weitere Achsen der Ungleichheit einbeziehen.

Die AkG-Tagung wird vorbereitet von den Mitarbeiter_innen im DFG-Forschungsprojekt "Staatsprojekt Europa" (http://www.staatsprojekt-europa.eu ).

Tagung der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG), 29. September bis 2. Oktober 2011, Frankfurt am Main. Veranstaltungsort: Campus Bockenheim (Studierendenhaus Mertonstraße 26-28 + Institut für Sozialforschung, Senckenberganlage 26). Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich: per email an akg-eu2011@staff.uni-marburg.de oder telefonisch: 069/756183-70

Programm & weitere Infos: http://www.akg-online.org/tagungen/2011-kampfe-um-die-institutionelle-struktur-der-eu-in-der-krise/

19./20.9. Konferenz Frankfurt: "(Post-)Colonialism between Cameroon and Germany – Knowledge, Science and Justice"

In Cooperation with the Junior Research Group "Transnational Genealogies" of the excellence cluster „The Formation of Normative Orders“, the Centre for Inderdisciplinary Africa Research (ZIAF), AGECARH (German-Cameroonian Association for Historical Research) and DEPO (Deutschland Postkolonial) e.V. AfricAvenir International e.V. organises an international conference on the topic "(Post-)Colonialism between Cameroon and Germany – Knowledge, Science and Justice", on 19-20 September 2011 at the Goethe-University in Frankfurt/M.; Campus WestEnd, Casino room 1.801

Conference Programme:

Monday, 19 September
10.00
Registration

11.15-11.30
Introduction

11.30-13.00
Opening Lecture: Elements of postcolonial justice: Cameroon and Germany, (Prince Kum’a Ndumbe III., University of Yaoundé I)

14.30-16.00 Panel I: Historiography (Chair: Ronja Metzger)

  • Walter Gam Nkwi (University of Buea): „The Myth of 1916/19 as a historical break in the History of Cameroon and Germany”
  • Caroline Authaler (University of Heidelberg): „ Historiographies of the German-owned plantations in the anglophone part of Cameroon “

16.30 – 18.00 Panel III: Lieux et Milieux de mémoire (Chair: Parfait Bokohonsi)

  • Regina Schleicher (Goethe-University Frankfurt): “Post-colonial Yaoundé“
  • Joseph Woudammike (University of Maroua): „Tradition orale et monuments comme source d‘écriture de l’historie allemande au Cameroun”

Evening: guided tour of postcolonial sites in Frankfurt by the group: “frankfurt postkolonial”

Tuesday, 20 September
10.00 – 11.00
Artists’ Space (Chair: Ulrike Hamann)

  • Exhibition: “Deutschland schwarz-weiß” (Uwe Jung, Goethe-Institut Yaoundé)
  • Uropa in Kamerun (Andréas Lang)

11.15 – 12.45
Lecture: Themes in Research and Teaching of German colonialism in Cameroon – the path behind and ahead (Albert-Pascal Temgoua, University of Yaoundé)

14.00 – 15.30
Panel IV Methods of researching and teaching (Chair: Susanne Heyn)

  • Germain Nyada (Concordia University, Canada): “’German colonialism was not that bad!’ Cameroon, Colonial Memory and German Legacy”
  • Sylvie Bambona (University of Yaoundé)/Eugène Désiré Eloundou (Ecole Normale Supérieure Yaoundé): “Recension des travaux de recherche sur l’historie coloniale allemande à l’Ecole Normale Supérieur de Yaoundé et dans les lycées”
  • Ulrike Schaper (FU Berlin): “European Experts and African objects of study? The production of knowledge on African laws in the German colony Cameroon”

16.00 – 18.00
Panelist Discussion: Shared or Divided History? (Chair: Stefanie Michels)

  • Andreas Eckert (Humboldt University, Berlin)
  • Hans-Peter Hahn (Goethe-University, Frankfurt/Main)
  • Albert-Pascal Temgoua (University of Yaoundé)
  • Kum'a Ndumbe III. (University of Yaoundé)
  • Astrid Erll (Goethe-University, Frankfurt/Main) (subject to approval)

All participants are kindly requested to register for the event. In order to register, please send your registration to info.postcolonial(at)googlemail.com.

Registration fees before 02/09/2011 are reduced:
• 23 € (rate for students/unemployed);
• 33 € (regular rate).

Please send the fees to the following bank account:
deutschland postkolonial - erinnern und versöhnen; Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98; Account No.: 1900407113. SWIFT-BIC: COLSDE33; IBAN: DE02 3705 0198 1900 4071 13

Registration at the conference desk will be possible at the following rates:
• 26 € (rate for students/unempolyed)
• 36 € (regular rate).

For more information see http://www.africavenir.org/project-cooperations/post-colonialism.html

CfP "Control's Other Side" (Deadline: 31.10.)

Tagung: "Control's Other Side."

4th Interdisciplinary Annual Seminar of the Bielefeld Graduate School in History and Sociology

09.02.12-11.02.12

Bielefeld

We welcome all contributions that deal with emergences, changes, disputes, failures and con-sequences of control regimes. Examples for possible research fields are specified in the conference description below. We explicitly welcome contributions that deal with other empirical areas or tackle the overall conference topic on a theoretical or conceptual level.

The conference language is English.
Abstracts should be not longer than 500 words.
We accept abstracts until the 31st of October 2011.

Costs:
There are no fees for participation in the conference.
Travelling expenses and accommodation will be covered within the frame of our budget for the ac-cepted speakers.

Overview
We encounter forms of control in all realms of social life: internalized moral attitudes on the individual level; national or pre-national rules of law; governmental and non-governmental regulatory agencies attempting to contain potentially harmful developments. An observation of the process of how control is set up and maintained allows us to get a better understanding of the institutionalisation of social order. At the same time, the analysis of control may help to learn something about the so-ciocultural justifications, which enable such an order. Important changes in the mechanisms of control in modernity can be traced back to these discursive developments.

Despite general compliance with controlling structures, there appears to be a frame of action for 'critical reflection' towards the established institutions of control. Control can never be seized as a totality and no attempt at control is without contradictions and ambivalences. Even if dominant claims over control are not entirely balanced by resistance, oppositional and everyday practices disturb the se-quences of control regimes by deliberately or unintentionally introducing functional mistakes, inconse-quentiality, open or concealed critique. An analysis of control therefore forces us to study its limits: Where are measures of control thought to be unsuccessful? Where do attempts to obtain control fail because no internalisation of norms or legitimization of existing norms has taken place? How are new forms of control possible despite the danger that they themselves will be doubted or rejected? Where does the seemingly constant need for control come from? Which conflicts and tensions constitute different forms of relationships between controlling structures and the objects of the control? And finally: Where and how is control modified by its resisting powers?

The interdisciplinary Annual Seminar of the BGHS this year focuses on the forces that limit, irritate, or modify control. The empirical or conceptual contributions should tackle the paradoxes, contradictions and ambivalences regarding control and discuss the social significance of control and its other side. We invite researchers (PhD level or advanced) to a productive exchange among the disciplines of history, sociology, economics, culture and literature studies as well as all others who can contribute to the topic. We welcome all contributions that deal with emergences, changes, disputes, failures and consequences of control regimes, stemming, for example, from the following research fields:

1. Control and political power
This field sets out an approach to political power and the state in terms of their controlling functions. We are interested in presentations that view state control and the legitimacy of political power as inter-dependently connected with social activities and individual conduct. Since order institutionalized through government authority can fail to achieve sufficient acceptance, we also invite contributions which elucidate political power and state regulation as a field of different conflicts and tensions through examples from different social levels. The institutionalized and informal implementations of norms and sanctions are practices with which societies define what should be seen as right or wrong. As a consequence, deviance and crime do not exist as givens that can be diminished by implementing a tighter regime of control. Rather, the regimes themselves participate in creating individuals such as the delinquent or the criminal. We encourage contributions about this organization of norms via state institutions of jurisdiction as mechanisms of normalization and as sources for the genesis and definition of insecurity, crime, deviance and thus the creation of the "Other".

2. Control and economy
Economic survival depends on the need to make certain decisions about an uncertain future, and under those conditions, actors want to achieve as much control as possible. We are interested in presentations that analyse control in the economy from a number of perspectives, including (but not limited to) the following: Discussions on -political economy' or -varieties of capitalism', in particular on the way that corporations influence and the state regulates the market. (Relatedly, the effects of developments in economic theory could be given specific consideration.) While often viewed as simply -controlled' by state and business organizations, the role of consumers as a third group of actors is pivotal in shaping the market through initiatives such as -fair trade', by boycotts, initiatives to raise consumers' awareness, calls for transparency and information equality, etc. We would like to stress that activity within the economic field controls, to an extent, its broader social, cultural and physical environments as well as being constrained by them. On that basis, we welcome papers that deal with this interplay, for example: the emergence of a -new spirit of capitalism' (e.g. new forms of employee control in the -projective city'); changes in the perception of risk and responsibility (e.g. risk management, CSR, or other voluntary forms of control such as the ISO standards); or the role of economic actors and policy in concerns over climate change and -sustainability'.

3. Control and religion
Since ancient times, religion has played a significant role in establishing and maintaining social order. The influence of religion can be traced on different levels from macro-institutional structures (i.e. in church-state relationships, comparative secularisms, etc.) down to individual agency (i.e. to norms and values, worldviews and aspirations). But religious control has also been questioned from within and without. Prophetic traditions have been influential correctives to religious power in most religious traditions, and religion has been used to formulate strong critiques of control - while the Enlightenment questioned religious control at large. The secularization thesis predicted a disenchanted world, with an individual freed of -superficial' and -traditional' control. But not only is (public) religion still very vivid in late modernity; religion also plays a role for innovation and change of social order, whilst at the same time also offering rationales for resisting such change. Phenomena such as Pentecostals in South America, Islamic fundamentalism, New Age counterculture, or holistic spirituality - to mention a few - may shed some light on control and its other side. How are religious forms - conformist and nonconformist, world renouncing and world affirming, individualized and organized - used to both establish and resist social control? We therefore especially invite proposals dealing with transformations of religions in their - at times ambiguous - relation to social order and control at various levels.

4. Control and nature
To control nature has been an aim of science and technology since Francis Bacon's traditional formu-lation. But this was not always the case. Nature for a long time counted as uncontrollable and as the encompassing setting for society. Which relationships did societies have with nature? How did the will to control and the means to control change over time? And in which regards does nature still retain some its uncontrollability and incalculability? Apart from this, the scientific control of nature itself requires control: After the great success of the natural sciences in the 19th and early 20th century, con-trol's other side becomes more and more obvious in the recent environmental and technological catastrophes: dying forests, Chernobyl, climate change - this is only the tip of the iceberg of disturbances and resistances that the control of nature now encounters. Science- and Technology studies, risk-research and research in governance reflect those disturbances and the way that societies deal with them. Looking at Fukushima, the failure of technology and scientific control over nature seem more than just a current topic. But how do attempts to control and failures of control change over time? Are the different types of controls and its other side distinguishable? And what can we learn from that ambivalence of control in general?

5. Control and cultural discourses
In every historical period and social context the production of arts and cultural discourses have al-ways been objects of control and evaluation as main forms of representation of moral and of a cultural specificity of its time and space. How do such discourses nevertheless develop opposing points of view against established norms? What new social tendencies arise due to critique and resistance in mass media and arts? One example of the extreme threatening character of control of mass media and art is the restriction of freedom of opinion and of additional forms of representation in dictatorial societies, in which representatives of unofficial art or oppositional actors of media discourses are prosecuted. At the same time there are also controlling institutions in democratic societies that reveal their paradoxes and problems in attempts to influence the media discourses and the cultural production of their society.

6. Control and the body
Self-control and the correct presentation of the body are important criteria to show the determination and discipline with which actors can claim to adhere to their societies' virtues. At the same time sufferings can be used as positive semantics for the demonstration of compliance. In these examples, the body can be conceptualized as a medium but also as an object of external control or of self-control. Since health and prevention have appeared as new semantics, the distinctions between insanity and society, health and illness, normality and pathology become more important. Health is defined and thus constructed by the medical and the political-economical discourses. In the context of such discourses it could be interesting to discuss the following questions: How can the pathological, the abnormal, be normalized despite a social stigma. And when is it found, how can it be defined as unproblematic? How can control also be internalized as self-control? How does control over all expressions of the own body and soul and the ability to competently handle even unusual situations (expressed for example by the semantic of 'coolness-) become important, despite the increased pressure for the individual to take responsibility?

Kontaktperson: Olga Galanova Anna Henkel
Adresse: Bielefeld Graduate School in History and Sociology
Bielefeld University
Universitätsstr. 25
33501 Bielefeld