EnWi-Newsletter März 2011
Liebe EnWi-Interessierte,
hier ist diesmal ohne viele Worte der Newsletter für März 2011.
| 02.03. Dresden: LINKS, RECHTS, MITTE - Wer ist hier extrem? |
| 21.03. Integration = Ausgrenzung? Podiumsdiskussion |
02.03. Dresden: LINKS, RECHTS, MITTE - Wer ist hier extrem?
Mittwoch, 02. März 2011, Beginn 17:00Uhr
Haus an der Kreuzkirche / An der Kreuzkirche 6 / 01067 Dresden
Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung
(mit EnWi-Beteiligung)
Sachsen hat ein Problem mit Neonazis. Eine große Vielfalt an Vereinen und Initiativen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern setzen sich für die Stärkung der Demokratie und gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt ein. Sie werden durch öffentliche Förderprogramme in ihrer Arbeit unterstützt. Dennoch geraten gerade diese engagierten Initiativen für Demokratie immer wieder in der Verdacht, „linksextrem“ zu sein. Aber warum? Welche Rolle spielt dabei die Extremismustheorie? Gibt es den einen Extremismus? Warum kann man links und rechts nicht gleichsetzen? Welche Alternativen bei der Betrachtung von Rechtsextremismus gibt es? Dieses Forum soll einen Beitrag sowohl zur wissenschaftlichen wie auch zur gesellschaftspolitischen Debatte leisten. Wir laden Sie herzlich ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.
mit Vorträgen und Podiumsdiskussion von und mit:
Henning Homann, MdL (SPD)
Prof. Dr. Uwe Backes (HAI)
Stefan Kausch (Forum für kritische Rechtsextremismusforschung)
Grit Hanneforth (Kulturbüro Sachsen)
Dr. Dierk Borstel (Uni Bielefeld)
Moderation: Michael Kraske
Den Ablauf findet ihr hier
21.03. Integration = Ausgrenzung? Podiumsdiskussion
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus - Eine Veranstaltung des Bündnisses gegen die Integrationsdebatte in Kooperation mit dem Centraltheater
mit EnWi-Beteiligung
Montag, 21.03.2011, 19:30 Uhr, Centraltheater (Rangfoyer)
Spätestens seit Sarrazins Kassenschlager fordern alle politischen Lager bessere Integration und gesteuerte Migration. Sollen damit Bedingungen für Migrant_innen verbessert werden, oder geht es darum, sie in ihre Schranken zu weisen und auszugrenzen? Aktivist_innen, Politiker_innen und Wissenschaftler_innen debattieren.
Die Podiumsdiskussion wird sich aus verschiedenen kritischen Positionen mit der mit Rassismus und Sozialdarwinismus durchsetzten „Debatte“ auseinandersetzen und fragen, in was eigentlich integriert werden soll.
Diskutant_innen:
Rex Osa (The Voice, Göttingen)
Daniela Kolbe, MdB (SPD)
Stojan Gugutschkow (Referatsleiter Migration und Integration, Stadt Leipzig)
Imran Ayata (Schriftsteller und Gründungsmitglied von Kanak Attak, Berlin)
Moderation: Elena Buck (EnWi,FKR,kritnet)
Call for Papers: 12. Leipziger Promotionsvorträge "Emotionen, Gefühle, Affekte und Stimmungen"
Auch im Sommersemester 2012 wird der PromovierendenRat der Universität Leipzig seine Vortragsreihe fortsetzen, diesmal unter dem Titel „Emotionen, Gefühle, Affekte und Stimmungen. Emotionale Prozesse in Natur und Kultur“. Wir laden die Leipziger Doktoranden und Doktorandinnen aller Fachrichtungen ein, sich mit einem Vortragsvorhaben zu dem umrissenen Themenfeld zu bewerben. Eine anschließende Veröffentlichung der Beiträge ist ebenfalls geplant. Einreichungsende ist der 1. April 2011, weitere Details findet ihr hier.
Call for Papers #3 - Outside the Box, 10.03.2011
Aller guten Dinge sind drei – und somit freuen wir uns, Euch den Call for Papers für outside #3 zu kommen zu lassen! Das Thema ist diesmal: „Gebären“. Wenn wir in den letzten Monaten gefragt wurden, was denn das Thema der nächsten outside sei, befiel manche von uns ein plötzliches Unbehagen. Unser Thema? Naja, Gebären. Im Stillen verfluchten manche nachträglich die Wahl eines so mittelalterlich anmutenden Ausdrucks – hinter dem sich, zumindest aus verqueerter Cyborg-Perspektive, ein nicht minder mittelalterlicher Vorgang zu verbergen scheint. Andere Redaktionsmitglieder hatten mit der Thematik deutlich weniger Schwierigkeiten und waren vor allem von den skeptischen Reaktionen des Gegenübers überrascht. Lasst Euch doch jetzt am besten überraschen, was wir uns bei der ganzen Sache gedacht haben. Das pdf findet Ihr hier
25.-27.03. BUKO-Seminar "Neue Lernkulturen und Subjektorientierung" in Leipzig
Der BUKO-Arbeitsschwerpunkt Bildung & Emanzipation (AS BiEm) ist ein seit Mai 2009 bestehender - für alle Interessierten offener - Zusammenschluss von Theoretiker_innen und Praktiker_innen, die einen ihrer Schwerpunkte in den Fragen inter-/transnationalistischer Perspektiven auf Bildung und Lernen sehen. Im weitesten Sinne geht es darum, Themenbereiche wie Autonomie - Postkolonialität - Alltag - Notwendigkeit des Widerstands - Transnationalismus - Lernen - Subjekt - Politik - Bildung - Emanzipation durch Selbstbefreiung ... in Richtung einer herrschaftskritischen Pädagogik und Erziehungswissenschaft zu denken und zu entwickeln. Hierbei steht die Vermittlung von Theorie und Praxis im Mittelpunkt des Interesses, weshalb inhaltliche Auseinandersetzungen auch zur Selbstreflexion anregen sollen.
Von 25.-27. MÄRZ (nicht wie im letzten Newsletter angekündigt im Februar) trifft sich der AS BiEm in Leipzig. Bei dem Treffen werden wir uns aus einer kritischen Perspektive heraus mit den Grundlagen radikalalternativer Bildungsprozesse beschäftigen.
Die Verbindung von Ökonomie und öffentlicher Bildung ist so offensichtlich, dass sie kaum auffällt. Das mag daran liegen, dass Veränderungen im Kapitalismus und Bedeutungsverschiebungen in der Ausbeutung des Menschen sich in grell blendenden Begriffen wie Wissensgesellschaft, Neue Lernkulturen und lebenslangem Lernen spiegeln. Die Relativierung gegenstandsbezogener und personal vermittelter Lernprozesse verspricht in diesem Kontext eine Selbstaktivierung der Lernenden durch Kompetenzorientierung. Hierbei wird häufig übersehen, dass der Kompetenzbegriff eng mit der Idee des homo
oeconomicus in der Humankapitaltheorie verknüpft ist. An diesem Seminarwochenende soll also vor allem nach Verbindungslinien von Bildung, Lernen und Kapitalismus gefragt werden. Den relativ autonomen Subjekten werden durch fremd_selbstbestimmtes Lernen so real-rhetorische Figuren wie die Ich-AG oder der_die Arbeitskraftunternehmer_in (Voß/Pongratz) nahegelegt. Wie also umgehen mit diesen Zumutungen, die nicht selten im Gewand reformpädagogischer Methoden
und Unterrichtsweisen auftreten? Wie umgehen mit einer Lage, in der die Autorität zunehmend in die Schüler_innen und Studierenden verlagert wird, Selbstbestimmung tendenziell auf Selbstdisziplinierung hinausläuft? Was tun, wenn der Wissenskapitalismus in der Entwicklung seiner Produktivkräfte an eine Grenze gestoßen ist? Bildungscommonismus?
Das Hoffnung machende und selbstbestimmtes Tun ermöglichende liegt in uns selbst, so wir uns organisieren und eine andere Welt(aneignung) möglich machen: "Der potenzielle Akteur dieser Überwindung [Anm.: des Wissenskapitalismus] ist das 'Humankapital' selbst, insofern es sich vom Kapital zu emanzipieren sucht." (Andre Gorz)
Vorbereitungsmöglichkeiten (keine Pflicht, aber hilfreich für die gemeinsame Orientierung):
- Thomas Höhne: "Pädagogisierung sozialer Machtverhältnisse", herunterladbar unter: copyriot.com/gouvernementalitaet/PsM.rtf
- Espi Twelve (2005) "Wo Leben und Lernen zusammenfallen. Bildung unter kooperativ-herrschaftsfreien Verhältnissen", aus: Gruppe Gegenbilder (2005) "Autonomie und und Kooperation. Grundlagen herrschaftsfreier Gesellschaft.", S. 174-190, herunterladbar unter: http://www.projektwerkstatt.de/materialien/band3.html
- Maya Dolderer (2010): "Auf der Suche nach dem richtigen Lernen im Falschen. Die 'Neue Lernkultur' auf dem Prüfstand", aus: Kritische Lehrer_innen. Kein Handbuch (2010), herunterladbar unter: www.asta.tu-berlin.de/krile-keinhandbuch.pdf
- André Gorz (2010) "Auf dem Weg in den Wissenskommunismus?", aus: ders. (2010) "Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik der Wissensökonomie", Rotpunktverlag
Bei Interesse melde Dich bis zum 23.03.2011 unter mail@buko.info an.
17.03. Diskussionsveranstaltung: Freiheit auf Arabisch
Freiheit auf Arabisch
Der Aufstand ist gekommen: Sind die Revolten in Ägypten und Tunesien der Anfang einer neuen Weltordnung?
Es diskutieren: Fathiyeh Naghibzadeh (angefragt), Eldad Beck (angefragt), Thomas von der Osten-Sacken und Bernd Beier. Moderation: Ivo Bozic
17.03.11, 19:30 Uhr, Conne Island (Koburger Str. 3)
Erleben wir im arabischen Raum eine Zeitenwende? 1989 endete die alte Weltordnung aus den beiden Blöcken Ost und West, nach 9/11 entwickelte sich die Konfrontation zwischen dem Westen und dem Islamismus. Ist nun der arabische Aufstand 2011 der Beginn einer neuen Epoche mit neuen politischen Kräften und Koordinaten? Und wo positionieren sich dabei die Linken?
Klar ist, die arabischen Autokratien sind kaum mehr reformfähig. Wirtschaftlich und kulturell sind sie in der Sackgasse, sie können die Bedürfnisse der jungen, durch das Internet mit der Welt verbundenen Generation nicht mehr befriedigen, bieten ihr keine Perspektiven. Doch wie geht es weiter? Führen die Revolten wirklich zu einer umfassenden Demokratisierung? Stürzen noch weitere Despoten? Können die Aufstände auch Vorbild sein für den Iran? Und was bedeutet die neue Lage für die Sicherheit Israels und den Frieden im Nahen Osten?
Die Iranerin Fathiyeh Naghibzadeh lebt seit 1985 in Berlin. Sie ist aktiv in der exiliranischen Opposition und hat das »Mideast Freedom Forum« mitgegründet. Sie ist Co-Regisseurin des Films »Kopftuch als System - machen Haare verrückt«.
Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer der »Hilfsorganisation Wadi - Verband für Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit«. Die NGO ist derzeit vor allem im Nordirak aktiv. Als Journalist beschäftigt sich Thomas von der Osten-Sacken seit vielen Jahren mit dem Nahen Osten. Gemeinsam mit Bernd Beier war er während des Aufstands in Tunesien. Bernd Beier ist Mitbegründer der Wochenzeitung »Jungle World« und dort als Chef vom Dienst tätig. Er hat unter anderem auf dem »Jungle-World«-Blog »Jasmin und Tränengas« aus Tunesien berichtet.
Eldad Beck ist Korrespondent der größten israelischen Tageszeitung »Yedioth Ahronoth« und war Anfang Februar während der Proteste in Ägypten und zuvor in Tunesien.
Eine Veranstaltung der Wochenzeitung »Jungle World« und des Conne Island. Unterstützt von Disko e.V.
Soli-Kinoreihe des 1. Mai-Bündnis
01.03.11, 20 Uhr, linXXnet:
Jung, aktiv und kampfbereit (Frankreich / 2011)
Wo ist der revolutionäre Geist der 68er geblieben? Unsere heutige Gesellschaft scheint sich eingerichtet und mit vielem arrangiert zu haben. Doch vielleicht ist die Ruhe trügerisch. Überall auf der Welt formieren sich alternative Bewegungen. Getragen werden sie von jungen Menschen, die als Globalisierungsgegner, Freeters oder Eco Warriors Akteure des Widerstands oder Opfer eines Systems sind, an dessen Rande sie leben. Sie haben diese Gesellschaftsordnung weder mit aufgebaut, noch gewählt und lehnen sie ab.
Anschließend Diskussion
08.03.11, 20 Uhr, linXXnet:
„Weder Huren noch Sklavinnen – Rebellion in Frankreichs Vorstädten“ (Dt. / 2005)
Zum internationalen Frauentag zeigt das 1.Mai Bündnis Dokumentationen, welche auf die Situation und das Leben von unterdrückten und entrechteten Frauen aufmerksam machen sollen.
Sie werden geschlagen von ihren eigenen Vätern, sie werden vergewaltigt, von den Gangs ihrer Viertel. Sie wurden allein gelassen vom Französischen Staat und von der Französischen Gesellschaft. Junge Frauen aus dem Maghreb und Schwarzafrika in den grauen Vorstädten von Paris, Lyon, Marseille. Opfer brutaler männlicher Gewalt in den Ghettos um die französischen Metropolen. Die Mädchen und jungen Frauen, die sich nicht unterwerfen, werden terrorisiert. Wenn sie den Terror denunzieren, riskieren sie oft den Tod. Der Film zeigt den Kampf von Kaina, Hafida und Adiatou um Selbstbestimmung, den Kampf drei junger Frauen, die sich aus den Klauen der physischen Gewalt befreien und ihre seelischen Wunden überwinden wollen. Dabei beschreibt die Autorin nicht nur die Abgründe von Gewalt und Verrohung, sondern versucht auch eine Analyse derer Ursachen und Hintergründe.
Weitere Filme werden vor Ort bekannt gegeben
Anschließend Diskussion
15.03.11, 20 Uhr, linXXnet:
„Wo ist meine Stimme? Iran: Heimliche Berichte aus einem unterdrückten Land” (Iran / 2009)
Ein bruchstückhafter Einblick in die grausamen Praktiken des iranischen Regimes.
Dieser Film geht ganz neue, ungewöhnliche Wege: Er gibt den Menschen eine Stimme, die sich während der Proteste um die Wahlmanipulationen im Iran heimlich über Handy und Internet, über Telefonate und Blogs, über heimliche Botschaften und versteckte Notizen geäußert haben. Nur so konnten sie im vergangenen Jahr die staatliche Zensur umgehen und dafür sorgen, dass unabhängige Nachrichten aus dem Land kamen.
Anschließend Diskussion.
22.03.11, 20 Uhr, linXXnet:
„Land and Freedom“ (GB, Dt.,Spanien / 1995)
Liverpool 1994: Eine junge Frau findet ihren Großvater David bewusstlos auf dem Sofa liegend, auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt er. Nach seinem Tod findet sie auf dem Schrank einen alten Koffer mit Briefen, Zeitungsausschnitten, Fotografien und ein mit Erde gefülltes rotes Halstuch. Sie beginnt, das ihr unbekannte Leben ihres Großvaters zu rekonstruieren:
Im Jahre 1936 entschließt sich der junge Erwerbslose David, ein englischer Kommunist, nach Spanien in den Kampf gegen das Franco-Regime zu ziehen. Er schließt sich einer Gruppe der revolutionären Miliz der POUM an und erlebt an der Aragon-Front und in Barcelona die Wirren des Krieges – den ungleichen Kampf gegen die Franco-Truppen und die internen Auseinandersetzungen auf republikanischer Seite.
Anschließend Diskussion
Mehr Infos zum 1. Mai Bündnis: http://mayday2011.blogsport.eu
Zahlpatenschaft e.V.: Werden Sie Zahlpatin/Zahlpate!
Ab sofort können beim Verein Zahlpatenschaft e.V. Patenschaften für Zahlen erworben werden. Ja, sie haben richtig gelesen! Eine Zahlpatenschaft bietet den PatInnen die einzigartige Möglichkeit, sich schützend für eine Zahl zu engagieren und ihrer tiefen Verbundenheit mit dieser Ausdruck zu verleihen! Egal ob Lieblingszahl, Dezimalzahl, Glückszahl oder Primzahl – für 15,15 EUR sind unter www.zahlpatenschaft.de Patenzahlen erhältlich. Die PatInnen erhalten mit ihrer Zahl eine persönliche Urkunde und, sofern Sie wünschen, einen Eintrag im öffentlichen Zahlpatenregister sowie die Möglichkeit der Gestaltung einer persönlichen Zahlseite auf der Vereinswebsite.
Der Verein Zahlpatenschaft, ein Zusammenschluss aus jungen LeipzigerInnen, versteht sich als kritische Replik auf zweifelhafte Sprachpflegeprojekte wie die „Wortpatenschaften“ des Vereins Deutsche Sprache (VDS). Gregor Wiedemann, Zahlpate der ersten Stunde erklärt: „Unter dem Deckmantel der Pflege von Sprache ebnen Projekte wie die ‚Wortpatenschaft’ oft den Weg für nationalistische sowie chauvinistische Ideen und forcieren diese sogar selbst, etwa mit Aussagen wie ‚der Klügere spricht Deutsch’“. Die ZahlpatInnen verstehen Sprache hingegen als universelles Ausdrucksmittel einer Gesellschaft, die in der Lage ist, nationalistische Ausgrenzung zu überwinden. Der Verein versucht auf satirischem Wege, die teils gefährlichen und hauptsächlich dämlichen Äußerungen der sogenannten SprachpflegerInnen kritisch ins Bewusstsein zu rücken und nationalistischen Strömungen etwas entgegen zu setzen. Dabei helfen ZahlpatInnen auch ganz praktisch: Der Erlös aus den Patenschaften wird über das Jahr gesammelt und an Projekte bzw. Vereine gespendet, welche sich den Kampf gegen Diskriminierung und Nationalismus widmen. Die Patenschaftsbeiträge aus dem ersten Halbjahr 2011 kommen dem Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. (www.adb-sachsen.de) zugute.
Mit den herzlichsten Grüßen,
Ihre ZahlpatInnen des Zahlpatenschaft e.V.
Email: verein@zahlpatenschaft.de
Web: www.zahlpatenschaft.de
Call for Papers: Konferenz "Kollektivität nach der Subjektkritik/Collectivity beyond Identity", 28.-30.6.2012
Das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin lädt Wissenschaftler_innen, Studierende und politisch Interessierte herzlich ein zur internationalen Konferenz "Kollektivität nach der Subjektkritik" vom 28.-30. Juni 2012.
Formen von Kollektivität prägen alle Lebensbereiche und gesellschaftlichen Zusammenhänge. Sie sind Grundlage von Politik und ergeben sich in Arbeitsverhältnissen. Gerade, wenn man feministischer Theoriebildung folgend nicht von einem souveränen, isolierten Subjekt ausgehen will, wird Kollektivität zum begrifflichen Dreh- und Angelpunkt.
Die subjektkritische Theorie hat aber darauf aufmerksam gemacht, dass Kollektive, besonders wenn sie von Identitätszuschreibungen hergeleitet werden, Ausschlüsse und Gewalt reproduzieren. Problematisiert wurde z.B. das Ausblenden von Machtverhältnissen und Unterschieden innerhalb homogen gedachter Gruppen wie, der Frauen' in der sogenannten zweiten Frauenbewegung. Seitdem wird versucht, Machtverhältnisse sehr viel komplexer nachzuvollziehen und uneinholbare Differenzen zu berücksichtigen. Wie aber lassen sich nun Gemeinschaften denken, wie kann Kollektivität vorgestellt werden, wenn die scheinbar zentrale Kategorie zur Vergemeinschaftung, die Kategorie der ,Identität', zum
kritischen Projekt geworden ist?
Das Problem der Pluralität lässt sich erst recht nicht mehr mit der Konzeption von Kollektivsubjekten still stellen -- vielmehr ist das Subjekt selbst in Kategorien der Mehrzahl und Sozialität aufgegangen, die aber häufig unterbestimmt bleiben. Hier wollen wir weiterfragen: Welche Konzeptionen von Kollektivität ergeben sich vom Reflexionsniveau
der Subjektkritik aus? Wie lassen sich Zusammensein, Zusammenarbeit, Zusammenleben analysieren und theoretisieren? Was bleibt an Ver-Bindendem, wenn man das Trennende nicht romantisierend übergeht?
Die kritischen Werkzeuge der feministischen Theorie, und insbesondere auch Impulse aus den /Queer /und /Postcolonial Studies/, versprechen dabei eine ausgesprochen produktive Auseinandersetzung mit Fragen nach /community /und politischer Gemeinschaft und vermögen vielleicht auch visionäre Entwürfe zu formulieren -- zumal sie als soziale Bewegungen
auf diverse Erfahrungen und Visionen hinsichtlich neuer Formen von Sozialität zurückblicken können.
Mögliche Themen für Beiträge sind:
- Auf welchen theoretischen oder empirischen Grundlagen lässt sich überhaupt von Gemeinsamkeit sprechen?
- Was ist kollektive Erfahrung, wie generiert sich kollektives Handeln?
- Welches Begehren, welche Affekte strukturieren Kollektive?
- Wie stellen sich Fragen nach Macht, Anerkennung und Identität in kollektiven Kontexten und welche Rolle spielt dabei Geschlecht?
- Wie kann in politischen und rechtlichen Zusammenhängen mit der Schwierigkeit von Kategorisierung umgegangen werden?
- An welche Konzeptionen von Kollektivität lässt sich produktiv anschließen?
- Welche Erfahrungen und Reflexionen transnationaler politischer Kollektivität scheinen richtungsweisend?
- Und worin bestünde hier jeweils eine distinkt feministische Perspektive, wenn sie sich überhaupt ausmachen lässt?
Die Konferenz ist zweisprachig (dt./engl.) und transdisziplinär angelegt. Sie richtet sich ausdrücklich an Wissenschaftler_innen aller Disziplinen, die in ihrer Arbeit die hier vorgeschlagenen oder ähnliche Fragen reflektieren.
Bitte skizzieren Sie Ihren Vorschlag für einen 20minütigen Vortrag in einem ca. einseitigen Abstract (ohne Namensnennung) und senden Sie diesen mit einem gesonderten kurzen Lebenslauf bis zum 23.05.2011 an: zentrum@gender.hu-berlin.de
Vorbereitungsgruppe: HU Berlin, Sophia Ermert (Rechtswiss. Fakultät), Gabriele Jähnert (Zentrum transdisplinäre Geschlechterstudien), Ina Kerner (Institut für Sozialwissenschaften), Mari Mikkola (Institut für Philosophie), Eva von Redecker (Institut für Philosophie)
09.-10.04. Seminar: Antimuslimischer Rassismus in Deutschland und Europa in Berlin
In den letzten Jahren zeigen sich verstärkt Ressentiments gegenüber Musliminnen und Muslimen bzw. Menschen, die als Muslime definiert werden. In Berlin sprach Sarrazin von Kopftuchmädchen, in Dresden wurde Marwa El-Sherbini aus rassistischen Gründen ermordet, in Köln, NRW und anderswo mobilisieren die PRO-Bewegungen gegen Muslime, in der Schweiz stimmte eine Mehrheit für ein Minarettverbot und in Frankreich wird ein Verbot der Burka durchgesetzt. In all diesen Vorgängen zeigt sich ein antimuslimischer Rassismus, der Muslime als frauenfeindlich, homophob, antisemitisch und gewaltbereit stigmatisiert.
In dem Seminar möchten wir gemeinsam diskutieren, woher dieses Erstarken von antimuslimischem Rassismus in Deutschland und anderen Ländern Europas kommt. Welche Gründe gibt es für die Zunahme an Ressentiments nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft, sondern zum Teil bis weit in die bürgerliche Mitte hinein? Und welche Proteste gibt es gegen diese antimuslimischen Strömungen? Wie reagieren emanzipatorische Bewegungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf die zunehmende Stigmatisierung von MuslimInnen? Das Seminar soll mit den groben theoretischen Konzepten zu Antimuslimischem Rassismus vertraut machen, um dann vor allem in Bezug auf die Praxis zu schauen, welche Gemeinsamkeiten all jene Vorgänge in Deutschland und Europa haben und eine Perspektive für eine vernetzte Gegenbewegung zu entwickeln.
Berlin, 8.-9. April 2011, Wo: Lascafé @ elok, Laskerstraße 6-8, 10245 Berlin (nahe S-Bf. Ostkreuz), Kontakt & Anmeldung: mail@buko.info
Zum Thema ist im Winter 2010 das BUKO-Positionspapier "Immer die Anderen" erschienen, das auf dem Seminar vorgestellt werden soll. Es findet sich unter http://www.buko.info/fileadmin/user_upload/doc/allgemein/amr_position.pdf als PDF zum Download.
02.-05.06. Call for participation: Kongress "Recht auf Stadt", Hamburg
Liebe stadtpolitisch Aktive & Interessierte,
alle reden von Stadt - und das nun schon seit einiger Zeit. Vieles ist seitdem in Bewegung geraten. Ob mit großem Event, beharrlicher Arbeit im Kiez oder kreativen Abwertungsmaßnahmen, die Kritik an der neoliberalen Entwicklung der Städte und den damit einhergehenden sozialen Verwerfungen im urbanen Lebensraum wird mittlerweile an vielen Orten geäußert. Und diese politische Arbeit zeigt Erfolge. Gentrifizierung ist mittlerweile zur Alltagsvokabel geworden, es gibt kritische Artikel zum Thema und hier und da wurden größere Stadtentwicklungsprojekte aufgehalten, verzögert oder neu verhandelt. Doch die Aufwertungsmaschine läuft weiter, die Mieten steigen wie noch nie und lokale Verdrängungsprozesse lassen sich mit bloßem Auge beobachten. Grund genug, uns im Sommer 2011 in einem größeren Rahmen zu treffen.
Deshalb planen wir - einige Leute aus Berlin, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg und Köln - einen gemeinsamen Kongress zum Thema "Recht auf Stadt" vom 2. bis 5. Juni 2011 in Hamburg. Wir möchten unsere Erfahrungen, die von Stadt zu Stadt variieren, austauschen und uns weiter vernetzen. Wir wollen auch den Sinn bzw. Unsinn unserer Aktionsformen und Strategien diskutieren. Zusammen möchten wir die eine oder andere Aktion ausprobieren und den Seminarraum dafür verlassen. Dafür haben wir uns eine Art "Praxislabor" vorgestellt, in dem wir am Beispiel konkreter Aktionen neue Ideen austauschen sowie auftretende Probleme besprechen und Lösungsvorschläge entwickeln.
Wir möchten Euch zum weiteren Planen, Mitgestalten und Organisieren einladen. Welche Themen brennen Euch unter den Nägeln? Was wollt ihr diskutieren und wie können wir die unterschiedlichen, lokalen Auseinandersetzungen/Aktionen zusammenführen? Angedacht sind folgende Themenfelder bzw. Fragen:
- Was bedeutet Recht auf Stadt (lokal, regional, global)?
- Welche Auswirkungen hat der Prozess der Urbanisierung lokal und global? Wer profitiert von den derzeitigen Umstrukturierungsprozessen und wer nicht?
- Wie verbinden wir stadtpolitische Auseinandersetzungen mit sozial(politisch)en Fragen?
- Was ist unsere Kritik am "Unternehmen Stadt" und wie sehen Antworten darauf aus?
- Welche Bündnisse gehen wir ein und mit wem wollen wir zusammenarbeiten?
- Wie "nachhaltig" sind städtische Bewegungen und Proteste?
- Wie sieht überhaupt eine sozialere, gerechtere, schönere Stadt aus?
Wir wünschen uns einen Kongress von den städtischen Bewegten/Aktiven für die städtische Bewegten/Aktiven. Daher möchten wir die verschiedenen Themen und Konflikte von Recht auf Stadt auch an möglichst unterschiedlichen Orten in Hamburg sichtbar machen und diskutieren.
Meldet Euch bei stadtkongress2011@buko.info wenn ihr Lust habt, Euch (mit eurer Gruppe und/oder Themen) einzubringen. Ein bundesweites Vorbereitungstreffen ist für März in Hamburg geplant. Auch wenn ihr nicht aktiv in den Vorbereitungsprozess einsteigen wollt, könnt ihr uns gerne per Mail Rückmeldungen zur inhaltlichen Ausrichtung oder andere Vorschläge zukommen lassen.
Herzliche Grüße,
der Vorbereitungskreis "Recht auf Stadt - der Kongress"
Call for Papers der 27. Jahrestagung der Österreichischen Lateinamerikaforschung
Das Lateinamerika-Institut lädt alle Interessierten ein, Vorschläge für Vorträge im Rahmen der folgenden Arbeitskreise für die 27. Jahrestagung der Österreichischen Lateinamerikaforschung anzumelden. Die Einzelreferate sollten nicht länger als 20 Minuten dauern. Die Einreichung (Abstract und Kurzbiographie) erfolgt bis 15. März 2011 direkt an die KoordinatorInnen der Arbeitskreise. Allfällige thematische Rückfragen bitte direkt mit den Arbeitskreis-KoordinatorInnen abklären, organisatorische Anfragen an: Stefanie Reinberg, Österreichisches Lateinamerika-Institut (E-mail: stefanie.reinberg@lai.at).
27.–29. Mai 2011 | Strobl am Wolfgangsee
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung
Arbeitskreis 1: Militarisierung der Politik und Ressourcenkonflikte in Lateinamerika
Arbeitskreis 2: Formen der Konfliktbearbeitung in Lateinamerika
Arbeitskreis 3: GLOBAL CHANGE – LOCAL CHANCE? Schachbrett Lateinamerika: Akteure –Interessen – Risiken
Arbeitskreis 4: Kinderkulturen und Medien in der Karibik und Lateinamerika
Arbeitskreis 5: Von Frauen, Fröschen und anderen Eingeborenen: Animalität und Biomacht im Überdenken der Modernität Lateinamerikas
Arbeitskreis 6: Wald als Lebens- und Kulturraum im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung
Weitere Informationen findet ihr hier.
12.-13.05. Fachtagung Interkulturelle Öffnung, Migration-Mainstreaming, Gestaltung der Vielfalt?
Vom 12. bis 13. Mai 2011 findet in den Räumen der EHS Dresden die Fachtagung Interkulturelle Öffnung, Migration-Mainstreaming, Gestaltung der Vielfalt? statt.
U. a. werden vortragen:
Prof. Dr. Paul Mecheril, Universität Innsbruck (Schwerpunkte Interkulturelle Bildung, Migrationspädagogik und Cultural Studies)
Dr. Mark Terkessidis, Berlin, Migrations- und Rassimsusforscher
Dipl.-Pädagogin Wiebke Scharathow, Universität Oldenburg, diversitätsbewusste Sozialpädagogik und rassismuskritische Bildungsarbeit
Noch nie waren weltweit so viele Menschen bereit, gezwungen und aufgrund der technologisch bedingten Veränderung von Raum und Zeit in der Lage, ihren Arbeits- oder Lebensmittelpunkt zu verändern: Wir leben im Zeitalter der Migration. Diese bereits im Jahr 1993 von Stephen Castles und Mark J. Miller geäußerte Erkenntnis ist heute aktueller denn je. Auch für Sachsen mit einem vergleichsweise geringen Anteil an Zugewanderten gewinnt das Thema an Bedeutung. Die Berücksichtigung der Vielfalt im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe wird zu einer Querschnittsaufgabe für Bildungsinstitutionen, soziale Arbeit und kommunale Politik.
Die vom Sozialwissenschaftlichen Fortbildungsinstitut Sofí, der LAG pokuBi Sachsen e.V. und Weiterdenken - Heinrich Böll Stiftung Sachsen in Kooperation veranstaltete Tagung will jenseits der polemisch geführten Debatte um die Themen Migration und Integration geeignete Konzepte und Handlungsstrategien thematisieren und diskutieren. Die Tagung richtet sich an Fachkräfte im Bildungswesen, in der Sozialen Arbeit und der kommunalen Verwaltung gleichermaßen und will eine Plattform für einen multiprofessionellen Austausch zwischen diese Bereichen bieten.
Die Anmeldefrist endet am 7. April.
Kosten: 100,- Euro (inkl. Pausenimbiss und Mittagessen) bzw. 40,- Euro für Personen ohne Erwerbseinkommen
Veranstaltungsreihe: Queer-feministische Debatten, Reflexionen und Interventionen; März-Juni 2011, Bremen
Liebe Kollegen/_/innen, Liebe Freunde/_/innen,
wie steht es um aktuelle queer-feministische Debatten, Reflexionen und Interventionen? Einen Ausschnitt und Einblick in aktuelle geschlechter- und bildungspolitische Dimensionen bietet die folgende Veranstaltungesreihe, die von der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen zwischen März und Juli 2011 veranstaltet wird.
Mehr Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen findest Du/finden Sie unter www.rosa-luxemburg.info.
Wir Referent/_/innen freuen uns über ein interessiertes Publikum und eine rege Beteiligung an den Diskussionen.
Beste Grüße,
Ines Pohlkamp (Kontakt für Rückfragen: pohlkamp@uni-bremen.de)
TERMIN EINS:
Welches Geschlecht hat ein Hase? Die Geschlechterfrage in der Linken. Ein Workshop.
25. März 2011 17-21 Uhr & 26. März, 11-18 Uhr, Anmeldung erforderlich.
(www.rosa-luxemburg.info/veranstaltung/2011/welches-geschlecht-hat-ein-hase)
TERMIN ZWEI:
Liebe, Freundschaft, Sexualität -- Methoden in der geschlechterbewussten Bildungsarbeit mit Jugendlichen.
05. Mai 2011, 19.30 Uhr, DGB-Haus, Bahnhofsvorplatz
TERMIN DREI:
Kein Geschlecht oder viele - warum es biologisch Frau und Mann nicht gibt.
20. Mai 2011, 20.00 Uhr, Infoladen, St.Pauli Straße
TERMIN VIER:
Queer Theory und Queer Politics.
28. Mai 2011, 20.00 Uhr, Infoladen, St.Pauli Straße
TERMIN FÜNF:
Feministische Mädchenarbeit weiterdenken.
15. Juni, 19.30 Uhr, Villa Ichon.
01.-03.04., Bremen, Tagung: Auf der Suche nach dem politischen Subjekt
Subjektivierung, Neuzusammensetzung des Klassensubjekts und erweiterte Selbstbestimmungspotenziale
21. Jahrestagung der Loccumer Initiative
01. - 03.04.2011 Jugendherberge Bremen, Kalkstraße 6
Vor wenigen Jahren dominierten Begriffe wie "Individualisierung" und "Politikverdrossenheit" die Zeitdiagnosen. Mittlerweile ist der Begriff "Wutbürger" Synonym für das Erstarken sozialer Bewegungen wie in Stuttgart oder im Wendland geworden, aber auch für regressive Tendenzen, wie sie sich in der Debatte um die Thesen Thilo Sarrazins gezeigt haben. Texte wie "Der kommende Aufstand" des "Unsichtbaren Kommitees" oder "Empört Euch" von Stéphane Hessel finden auch in Deutschland Widerhall. Unübersehbar hat im dritten Jahr der Weltwirtschaftskrise die soziale Polarisierung einen politischen Charakter angenommen.
Die Konstituierung neuer kollektiver politischer Subjekte innerhalb und jenseits der etablierten Kräfte ist jedoch an individuelle wie soziale Voraussetzungen gebunden, über die es bisher keine zusammenhängenden Untersuchungen gibt. Welche dauerhaften Formen sozialer und politischer Organisierung sind unter den veränderten Vergesellschaftungsformen vorstellbar? Welche Rolle spielt die Prägung durch (Klassen-)Milieus, inwieweit sind Formen und Inhalte abhängiger Arbeit dabei von Bedeutung? Welche Konfliktlinien lassen sich zwischen verschiedenen Klassenfraktionen entlang der internationalen Produktionsketten feststellen? Welche Durchsetzungschancen haben die Ideen von Autonomie und Selbstverwaltung unter den heutigen Bedingungen?
Diesen Fragen wollen wir in unserer dritten Jahrestagung über Subjektivität im Kapitalismus, diesmal zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen, nachgehen. Alle an politischen Veränderungen hin zu einer befreiten und solidarischen Gesellschaft Interessierten sind herzlich eingeladen, sich mit uns auf die Suche nach dem politischen Subjekt dafür zu begeben.
Das Programm und weitere Infos gibt es auf der Website der Loccumer Initiative. Die Anmeldung ist per Mail oder Post möglich; ein Teilnahmebeitrag wird erhoben (40 bzw. 20 Euro).
04.-06.03, Berlin: Großgruppenworkshop - Beteiligungsprozesse gestalten
Beteiligungsprozesse in Organisationen, Netzwerken, Poltitik und Gesellschaft stellen die Verantwortlichen immer wieder vor Herausforderungen. Wenn es um brennende Zukunftsfragen geht ist die Kunst der Beteiligung etwa so um umschreiben.
Wie kann ich Personen oder Gruppen in Entscheidungsprozesse einbinden - also Betroffene zu Beteiligten machen und dabei die Weisheit des Systems nutzen und Nachhaltigkeit bei der Umsetzung schaffen? Das Thema Beteiligung ist hierbei kein Zauberwort und Beteiligungsmethoden sind nur ein Teil des Ganzen. Wir geben in diesem Workshop einen Überblick über grundlegende Phasen von Beteiligungsprozessen und stellen bewährte und selbst angewandte Methoden und Arbeitstechniken vor.
Ziele dieses Workshops:
Sie bekommen eine Vorstellung von den Phasen eines Beteiligungsprozesses und von zentralen Aspekten und Stolpersteinen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.
Sie haben Methoden und Werkzeuge erlebt und teilweise ausprobiert, die in den verschiedenen Phasen eingesetzt werden können.
Sie haben Anregungen zur Einschätzung von Möglichkeiten und Grenzen dieser Werkzeuge bekommen.
Inhalte
- Was ist Beteiligung?
- Rahmenbedingungen bei Beteiligungsprozessen
- Bewährte Arbeitstechniken und Methoden
- Haltung und Arbeitsweise der Beratung / Begleitung / Moderation.
Wir werden mit ca. 60 TeilnehmerInnen verschiedene Großgruppenprozesse erleben, das individuelle Erleben darin reflektieren und den Transfer in die unterschiedlichen Praxen sichern.
Trainerinnen:
Jutta Weimar, Großgruppenbegleiterin, Trainerin, Coach, Berlin
Britta Loschke, Trainerin und Moderatorin, Berlin
Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Konferenzraum
Teilnahmebeitrag: 90 € / 60 € ermäßigt 200 €Unternehmen & Behörden (incl. Versorgung. Kosten der Unterkunft sind nicht enthalten.)
Anmeldung: hoehner @ rosalux. de
03.-06.03.: Kongress Macht | Kontrolle | Evidenz, Berlin
Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie
Vom 3. bis 6. März an der Freien Universität Berlin
Informationen unter: http://2011.ngfp.de
Anmeldung hier, es wird eine Tagungsgebühr erhoben
Programm hier
Zunehmende Armut aufgrund von Arbeitslosigkeit, prekären Beschäftigungsverhältnissen, bei gleichzeitig sich vergrößernder Kluft zwischen Arm und reich, zunehmende Unsicherheit der Lebensperspektive für einen immer größer werdenden Kreis der Bevölkerung, immer weiter eingeschränkte Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, die einen Verlust an Demokratie und Partizipation bedeutet, Veränderung der Zugangswege zu interessanteren und besser bezahlten Berufen, die für einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung einer Verringerung der Chancen gleichkommt, solche Berufspositionen zu erreichen, Veränderung der Berufe selbst, Zunahme der Belastung, Abnahme der selbst erfüllenden Anteile, Veränderungen in der Arbeitsteilung der Geschlechter, überwiegend zulasten der Frauen, Zurückschrauben emanzipativer Perspektiven und Handlungsräume, Veränderungen im Bildungsbereich, Ausbildung, Erziehung, Verringerung der Zugangschancen für wachsende Bevölkerungsteile, Veränderungen der Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik, Familienpolitik, Altersarmut, Intergenerationenbeziehungen, Migration und Integration,zunehmende Militarisierung des Lebens, permanente Kriegsdrohung, bzw. Ausweitung der Bedrohung durch die Kriege überall, usw.
Diese gesellschaftlichen Veränderungen wirken sich zugleich auf die Arbeit der Psychologen aus, stellen eine Herausforderung für die praktisch arbeitenden Psychologen dar. Sie schlagen sich in der Zunahme psychischer Problemlagen und nicht mehr zu bewältigender Störungen der psychischen Selbstregulation nieder. Zugleich handelt es sich bei den genannten Veränderungen nicht um die Auswirkung und Folgen bloßer – vielleicht notwendiger – Umstellungsprozesse, an die »der Mensch sich vielleicht anpassen « müsste, vielmehr sind diese Veränderungen »politisch« hergestellt. Die »Verarmung« des Staates ist nicht die Folge einer nachlassenden Wirtschaftskraft, sondern der Senkung der staatlichen Einnahmen durch Senkung der Besteuerung der wirtschaftlichen Erträge. Und: die Verarmung trifft nicht alle Teile der Bevölkerung gleichmäßig, sondern wird ungleich verteilt. Und diese Verarmung wird weiter gesteigert, indem nach demselben Mechanismus die ärmeren Bevölkerungsteile die »Löcher« im Staatshaushalt wieder zu füllen herangezogen werden.
Welche rolle übernimmt die Psychologie in dieser Lage, welches Menschenbild entsteht in dieser Zeit, wird propagiert, welche Strukturen werden gefördert und Kompetenzen gefordert? Die Menschen, die in die bedrohlichen Zonen der Veränderung geraten, sind überfordert und zugleich allein gelassen – nicht nur, sondern zusätzlich belastet durch Stigmatisierung und Schuldzuweisung.
Das neue Menschenbild der neoliberalen Steigerung der Ungleichverteilung überträgt ihnen die Verantwortung für das, was die gesellschaftlichen Veränderungen ihnen zumuten, abverlangen. Und: welche Feindbilder werden als negative Gegenidentifikation angeboten, den Enttäuschten und Gedemütigten vorgeworfen: durch die Medien, durch die Politik selbst, durch die Ökonomie und die Militarisierung und Verrohung des Alltags. Wie verhält sich die Psychologie zu diesen Veränderungen, Entwicklungen und Folgen. Nimmt sie diese überhaupt wahr, ist sie in der Lage, Antworten zu geben oder auch nur erst zu suchen, die diesen Bedrohungen und realitäten einigermaßen gewachsen sind. In welchen Widersprüchen befinden sich die praktisch arbeitenden Psychologinnen und Psychologen? Sind die psychologischen Einrichtungen, Institutionen, Arbeitsmittel, Aufgabenstellungen, Arbeitsplatzbeschreibungen in der Lage, offen genug, solche notwendigen Antworten zu finden (oder schränken sie die Möglichkeit eher ein), welche Alternativen zur bisherigen Praxis, Haltung, Arbeit der Psychologie gibt es, sind zu entwickeln und durchsetzbar, können kritische Haltungen in der Praxis bewahrt, vertreten werden, kritische Inhalte umgesetzt werden.
Die Tagung wendet sich an praktisch arbeitende Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern, an Mitglieder unterschiedlicher Berufsgruppen der psychosozialen Arbeit, an Studierende, Forschende und Lehrende der Psychologie und ihrer Nachbardisziplinen, sowie an Ausbildungskandidatinnen und Ausbildungskandidaten.
21.05.11, Frankfurt/M.: What is Critique? Judith Butler and Gayatri Chakravorty Spivak
Judith Butler and Gayatri Chakravorty Spivak
In conversation with Nikita Dhawan & María do Mar Castro Varela
What is Critique?
Saturday, 21st May 2011, 18-21h,
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HS 1 (Audimax)
Grüneburgplatz 1, Goethe-University Frankfurt
Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies
Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders”
Goethe University Frankfurt
Free admission. Limited seats.
Please register at: butler.spivak.frcps@googlemail.com
What does the practice of critique entail? What does it mean to exercise ruthless critique here and now? What are the sources from which the necessity and urgency of critique emerges? In contrast to the understanding of critique as fault-finding, negative evaluation, legitimate rejection or condemnation, a critical understanding of critique unfolds it to be a process of production and revelation of crisis. As a mode of radical questioning, of unsettling self-evident answers, of interfering in established relations of power, it is simultaneously a self-critical process. The standard understanding of criticism privileges an Archimedean point that is positioned outside the context it seeks to critique. This assumes the validity of its own perspective prior to the practice of criticism that remains unquestioned. In the process it does not problematize its own criteria and position and thereby ends up stabilizing the prevalent power relations. But there is no position beyond power to exercise critique; rather it entails the questioning of the constitutive violence of dominant theories, concepts and norms. Critique thereby becomes an intervention, a resistance to conformity, a tool that can bring the production of truths into crisis. It disrupts secure foundations, interrupts the functioning of discourses, not to substitute them with more accurate alternative epistemes, but to reveal the complexity, contingency and violence of our “regimes of truth”. Critique may thereby be understood as an exercise of exposing “constellations of power”, of voluntary insubordination, of desubjugation. The aim of understanding the practice of critique is not a mere exercise of investigating the content of the act critique, but to explore the accompanying processes of subject-formation that the mode of questioning as well as the reflection on the processes of critique bring about. This is neither about exposure of error, nor about good or bad, right or wrong according to accepted standards. It is neither a method nor a theoretical position, rather critique is an exploration of how it may be possible to think otherwise – persistently denaturalizing and historicising the order of things. It is a practice in which we pose the question of the limits of our most sure ways of knowing, doing and thinking. It entails a crisis of the epistemological framing of our worlds. Consequently, a critical attitude is carried out by the willingness to submit fundamental truths to questioning, a refusal to accept anything on faith or authority. In doing so, the practice of critique entails risk-taking, a putting oneself in danger in the face of existing power. It is ruthless in the sense that it does not fear its own consequences.
19.-20.03.11: Subversionstagung in Hannover
Subversive Aktion als emanzipatorische Praxis?
Linke Gruppen und Bewegungen nutzen für ihre politischen Interventionen vermehrt "subversive Aktionsformen" oder Methoden der Kommunikationsguerilla. Nicht zuletzt entstanden diese aus Unzufriedenheit mit traditionellen, auf Massenmobilisierung zielenden Aktivitäten und der Unflexibilität großer Organisationen. Seit den 1990er Jahren weisen Kritiker_innen jedoch darauf hin, dass das zersetzende Unterwandern von Kommunikationsstrukturen, Diskursen und Identitäten nur ohnehin vorhandene Tendenzen des "flexiblen" Kapitalismus auf die Spitze treibe. Sollte angesichts einer solchen Analyse wieder auf politische Identitätsbildung gesetzt werden, um handlungsfähig zu bleiben?
Dieses Spannungsfeld wollen wir aus einer historisch-gesellschaftstheoretischen Perspektive vermessen und dabei konkreten Aktionen, ihren Funktions- und Wirkungsweisen, aber auch den an sie geknüpften Vorstellungen der Akteure nachgehen. Wir hoffen damit, Potenziale und Grenzen subversiver Aktionsformen für eine emanzipatorische Praxis ausloten zu können.
Wann? 19. und 20. März 2011
Wo? Kulturzentrum Faust, Hannover
Programm unter http://subversionstagung.blogspot.com/
Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten