EnWi-Newsletter Februar 2011

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Liebe EnWi-Interessierte,

der Februar-Newsletter kommt diesmal schon Ende Januar zu euch, da wir mit Nachdruck auf den morgigen "Bundesweiten Aktionstag für Demokratie - gegen Misstrauen und Bekenntniszwang" hinweisen wollen. An diesem Tag wollen Politiker_innen, Bürger_innen und Initiativen des Bereichs Demokratieentwicklung mit gemeinsamen Maßnahmen gegen die sogenannte "Extremismusklausel" protestieren. Die Unterzeichnung der Extremismusklausel wird vom Bundesfamilienministerium zur Voraussetzung für die Teilnahme an Bundesprogrammen gemacht, mit denen viele Initiativen ihre Arbeit gegen Neonazismus und Diskriminierung finanzieren. Durch die Verpflichtung zur Unterzeichnung werden diese Initiativen nicht nur unter einen Generalverdacht gestellt potenziell "extremistisch" zu sein, sondern auch verpflichtet, ihre Projektpartner auf Verfassungstreue hin zu überprüfen. Das BMFSFJ offenbart mit dieser Anwendung des Extremismusmodells in der Förderpolitik ein beschränktes formalistisches Demokratieverständnis, das die Arbeit der zivilgesellschaftlichen Träger der Demokratieentwicklung herabwürdigt und gefährdet. Dagegen wollen auch wir protestieren, und freuen uns, wenn ihr mitmacht. Mehr Informationen zum Aktionstag und den Hintergründen findet ihr hier und hier: http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de


Rassismus ist kein Karnevalsspaß: Stellungnahme der AG postkolonial

Der "akademische Faschingsverein" "Ba Hu Elferrat" an der HTWK Leipzig bewarb vor mehreren Wochen eine Karnevalsveranstaltung mit "Blackface"-Plakaten und -Flyern, auf denen der Auftritt eines schwarz angemalten Weißen angekündigt war. Dazu veröffentlichte die AG postkolonial von EnWi folgende kritische Stellungnahme:

Kolonialismus war nicht nur ein Unternehmen von Staatsmännern, und Kolonialismus hinterließ seine Spuren nicht nur "in Übersee". Kolonialismus prägte auch Alltag und Kultur in Europa und Deutschland selbst auf wesentliche Weise. Leipzig war davon keineswegs ausgenommen: In Leipziger Buchhandlungen und Stadtbibliotheken wurden koloniale Romane von BürgerInnen wie ArbeiterInnen gleichermaßen nachgefragt; Kaffee, Kakao und Gewürze aus den Kolonien ließen LeipzigerInnen in Kolonialwarenläden und Caféhäuser einkehren – der Elefantenkopf an der Fassade des Riquet Café bezeugt diese Verbindung bis heute; und sogenannte Völkerschauen, in denen BewohnerInnen der Kolonien zur Schau gestellt wurden, waren um 1900 so erfolgreich und lukrativ, dass der Leipziger Zoo es sich leistete, für deren Darbietung eine eigene Bühne bauen zu lassen. Bis 1931 fanden dort etwa 40 solcher Darbietungen statt.

Dies sind nur einige der unzähligen Beispiele dafür, wie stark deutscher Alltag, deutsche Populärkultur und damit die deutsche Gesellschaft von Kolonialismus durchdrungen war. Diese Popkultur war keineswegs unschuldig: Sie war verknüpft mit dem kolonialen Projekt der wirtschaftlichen und politischen Ausbeutung. Kein Wunder also, dass die Ausstattung von Caféhäusern, der Plot von Kolonialromanen sowie Völkerschauen Bilder transportierten, die das koloniale Projekt stützten: Ein Elefantenkopf und in Holz geschlagene schwarze Diener, die eintretende Gäste begrüßen; Geschichten von undurchdringlicher, finsterer Wildnis, Menschenfressern und weißen Helden; Spektakel mit Tänzen und Trommeln – diese Bilder erfanden "den unzivilisierten Schwarzen" und "den zivilisierten Weißen". Sie lehrten die deutsche Gesellschaft, dass "der Schwarze" verfügbar sei: als Arbeitskraft und als Objekt, das schamlos angeglotzt, angefasst und belacht werden dürfe.

Diese Lektion und diese Bilder haben bis heute überlebt: Konsumgüter-, Tourismus- und Showindustrie schöpfen aus ihnen, wenn sie mit "Mohren" werben und in exotisierende Spektakel wie Afrika! Afrika! locken, Weiße erproben das Gelernte beim Griff in die Haare Schwarzer Menschen, und der studentische Faschingsverein BA-HU Elferrat der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) bewirbt eine Karnevalsfeier mit einem Plakat, das einen über das ganze Gesicht grinsenden "geschwärzten" Weißen zeigt, ein Plakat, das Weißen verspricht, es würde eine grandiose Party, nämlich genauso flippig, ausgelassen und schamlos gefeiert wie vermeintlich bei Schwarzen: Einmal im Leben Schwarz sein, lustig und ungehemmt, auch als Weißer – wie abgefahren!

Das ist rassistisch. Es ist rassistisch, weil das Plakat auf Stereotype zurückgreift, die von Weißen geschaffen wurden, um Schwarze als einfältig herabzuwürdigen und auf diese Weise eine weiße Identität als rational und überlegen zu erfinden. Das Plakat ist rassistisch, weil es Schwarze entmenschlicht, nämlich aus ihnen Figuren macht, über die Weiße jederzeit verfügen können, um sich und andere Weiße zu bespaßen.

Rassismus ist kein Problem allein von Neonazis. Darauf weisen unzählige WissenschaftlerInnen und politische Initiativen hin – und das keineswegs mit erhobenem Zeigefinger gegen vermeintlich Falschdenkende, sondern aus der selbstkritischen Einsicht heraus, dass Rassismus die Gesellschaft, in der wir leben, durchdringt und damit alle in ihr lebenden Menschen, uns alle, prägt. Eine Einsicht, die nicht nur, aber in ganz besonderem Maße Weiße Menschen dazu einlädt, darüber nachzudenken, warum sie so vehement einfordern, sich auf Kosten von People of Color amüsieren zu dürfen und warum sie so vehement verweigern, in diesem ihrem Spaß von Personen gebremst zu werden, die sich durch diesen Spaß diskriminiert fühlen.

Wir Unterzeichnende arbeiten auf unterschiedliche Weise daran, das Nachwirken kolonialer Bilder insbesondere in Alltagsrassismus deutlich zu machen. Als Weiße und People of Color, als Deutsche und Nicht-Deutsche, die gemeinsam gegen Rassismus kämpfen,

  • unterstützen wir den Protest gegen das „Blackface“-Plakat des BA-HU Elferrats,
  • fordern wir den BA-HU Elferrat zu einer öffentlichen, selbstkritischen Distanzierung von diesem Plakat (z.B. auf seiner Homepage) auf.

Die Unterzeichner_innen:

  • AG postkolonial im Engagierte Wissenschaft e.V., Leipzig
  • AfricAvenir International e.V., Berlin
  • AfrikanistikForum am Institut für Afrikanistik der Universität Leipzig
  • berlin postkolonial e.V.
  • Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) im Engagierte Wissenschaft e.V., Leipzig
  • frankfurt-postkolonial
  • freiburg-postkolonial.de
  • ISD-Bund e.V. (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland)
  • Kolonialismus im Kasten?, Berlin/Leipzig
  • KopfWelten - gegen Rassismus und Intoleranz e.V. / Köln Postkolonial

ADB droht Schließung - Postkartenaktion und Spendenaufruf!

Das von uns sehr geschätzte Antidiskriminierungsbüro Sachsen (ADB) ist von Schließung bedroht - um dies zu verhindern, gibt es einen Aufruf zu einer Postkartenaktion und zum Spenden, den wir hier dokumentieren.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg_innen, liebe Freund_innen,

die Situation ist ernst - dem Antidiskriminierungsbüro Sachsen (ADB), der einzigen merkmalsübergreifenden und unabhängigen Anlaufstelle für Antidiskriminierungsfragen in Ostdeutschland, droht die Schließung als Gesamtprojekt. Ein Grund sind Pläne der Stadt Leipzig, die Förderung im Jahr 2011 um 60% zu kürzen.

Nähere Informationen zu unserer Arbeit, unserer Finanzierung und den Perspektiven für 2011 finden Sie hier: http://www.adb-sachsen.de/hintergrundinformationen.html

Reaktionen der Presse finden Sie unter: http://www.adb-sachsen.de/medienspiegel.html

Noch ist es nicht zu spät - der Leipziger Stadtrat wird Ende Februar eine Entscheidung treffen. Wir werden kämpfen und Sie können uns helfen.

Senden Sie den Leipziger Stadträt_innen eine elektronische Postkarte (E-Card) http://www.adb-sachsen.de/ecards.html

Schreiben Sie:

  • Warum finden Sie das Thema Antidiskriminierung wichtig?
  • Was schätzen Sie an der Arbeit des ADB?
  • Warum soll es bleiben?

Einige wenige Sätze genügen.

Über unseren Verteiler wird Ihre Karte direkt an alle Mitglieder des Leipziger Stadtrates sowie an den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Herrn Jung, und den Bürgermeister für Soziales, Prof. Fabian, weitergeleitet.

Spenden Sie
Die aktuelle Auseinandersetzung kostet Kraft. Wir werden einen langen Atem brauchen, die Verantwortlichen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene zu überzeugen. Und sie kostet Geld. Mit einer Spende können Sie uns unterstützen unter http://www.adb-sachsen.de/Spenden.html finden Sie weitere Informationen.

Vielen Dank!
Das Team des Antidiskriminierungsbüros

Wer VielfAlt sagt muss auch ADB sagen!

Mobilisierung und Busse von Leipzig nach Dresden - 13. und 19.2.

Alle Jahre wieder gilt es Geschichtsrevisionismus und Nazi-Erfolge in Dresden im Februar etwas entgegenzusetzen.

Mobilisierung für den 13.2. in Dresden! Bustickets ab Leipzig gibts - genau wie die für den 19.2. - ab sofort im el libro, Bornaische Str. 3d und im Campus.Service der Uni Leipzig.
Mehr Informationen unter http://www.leipzig-nimmt-platz.de und http://www.leipziggoesdd.blogsport.de

Zum Zeitpunkt des Schreibens sind die Websiten des Bündnisses Dresden Nazifrei nicht zu erreichen. Seid hingewiesen auf die Facebook-Seite und den Twitter-Feed des Bündnisses sowie die diesjährige Mobi-Seite von no pasarán.

Kolonialismus im Kasten? Zwei Veranstaltungen in Berlin

Dass ein Museum den Ansprüchen aktueller historischer Forschung nicht immer gerecht wird, zeigt sich auch anhand der Darstellung des Kolonialismus im Deutschen Historischen Museum. Dies veranlasste eine Gruppe Historikerinnen dazu, sich kritisch damit auseinanderzusetzen: Was wissen wir über die deutsche Kolonialvergangenheit? Was hat Kolonialismus mit deutscher Geschichte im Allgemeinen zu tun? Welche Auswirkungen hatte und hat er noch heute auf die deutsche Gesellschaft? Bereits anlässlich des 125. Jahrestages der Berliner Afrika-Konferenz wurde in fünf thematisch gegliederten Rundgängen die Dauerausstellung kritisch danach befragt, welchen Stellenwert die deutsche Kolonialgeschichte in der offiziellen deutschen Erinnerungspolitik einnimmt. Marie Muschalek und Susann Lewerenz bieten auf Anfrage des BUKO-Arbeitsschwerpunkts Bildung & Emanzipation (BiEm) nun einen kritischen Rundgang für alle Interessierten an. Im Zentrum der ca. zweistündigen Führung steht jener Teil der Ausstellung, in dem es um die Geschichte des Deutschen Reichs von 1871 bis 1914 geht. Weitere Informationen unter: http://geschichte-transnational.clio-online.net/forum/type=diskussion&id=1427
Termin: 13.2.11, 15 Uhr, Deutsches Historisches Museum, Berlin. Treffpunkt ist in der Eingangshalle des DHM, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, am rechten Treppenaufgang. Der Eintritt in das Museum kostet 5,- Euro. Die Rundgänge sind nicht an das DHM angebunden und kostenlos.
Wir bitten um Anmeldung per Email bis zum 10.2., Kontakt und Anmeldung: mail@buko.info

Im Rahmen des Black History Month 2011 hält außerdem Manuela Bauche einen Vortrag "Kolonialismus im Kasten. Wie deutscher Kolonialismus als hermetische Geschichte erinnert wird" - Samstag, 5. Februar, 17:00 h in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32 (U Hermannplatz)
http://www.werkstatt-der-kulturen.de/de/spielplan/?datum=2011-02-01&filter=Wort&detail=210&mode=spielplan

Extreme Zeiten - Aktionstag gegen die Extremismusklausel am 1.2.!

Der 1. Februar 2011 wurde zum bundesweiten Aktionstag für Demokratie - gegen Misstrauen und Bekenntniszwang erklärt. Damit ist eine Möglichkeit gegeben, den Protest gegen die so genannte "Demokratieerklärung", die Wut darauf und das Unbehagen damit gebündelt zu artikulieren.

Einzelpersonen sind aufgerufen, Protestfaxe und -emails an das Sächsische Sozialministerium, das Sächsische Innenministerium, an Bundesfamilienministerin Schröder und Bundeskanzlerin Merkel zu schicken!

Mehr Informationen gibt es hier: http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de/; den Aufruf und Vorlagen für Protestfaxe kann man hier als PDF herunterladen

Auch auf Facebook kann man sich über die Aktion und die Argumente informieren.

Informationen zum politischen Streik sächsischer Initiativen gibt es unter: http://extremismusstreik.blogsport.de/

Hier geht es zu einer Stellungnahme der INEX zum Thema: "Eine Frage der Gesinnung" (PDF)

Neuer Prozess um den Tod von Oury Jalloh in Magdeburg

Am 7.1.2005 verbrannte Oury Jalloh in Polizeigewahrsam. Gefesselt an einer feuerfesten Matratze soll er das Feuer selbst gelegt haben. Doch zahlreiche Indizien sprechen gegen diese Version: ein gebrochenes Nasenbein, eine verschwundene Videoaufzeichnung, ein erst nachträglich aufgefundenes Feuerzeug, eine verdächtige Flüssigkeit und das Ausschalten des Feueralarms in der Nacht. Der erste Prozess in Dessau war eine Farce, die beiden angeklagten Polizeibeamten wurden freigesprochen. In seiner Urteilsbegründung räumte der Vorsitzende Richter Steinhoff damals ein, dass die Verhandlung „trotz aller Bemühungen schlicht und ergreifend gescheitert“ sei. Angesichts des Schweigens, der Lügen und Vertuschungen der befragten Polizeizeugen habe das Gericht keine Chance gehabt, den Fall aufzuklären. Nun wird in nächster Instanz verhandelt. Der Prozess gegen den verbliebenen Polizeibeamten Schubert hat am 12. Januar im Magdeburger Landgericht
begonnen. Weitere Termine stehen an. Prozessbeobachter_innen erwünscht.

Weitere Termine: Fr, 4.2., 9.30 Uhr, Do, 10.2., 9.30 Uhr, Fr, 11.2., 9.30 Uhr, Do, 3.3., 9.30 Uhr, Fr, 4.3., 9.30 Uhr, Do, 10.3., 9.30 Uhr, Fr, 11.3., 9.30 Uhr, Do, 31.3., 9.30 Uhr, Fr, 1.4., 9.30 Uhr, Do, 7.4., 9.30 Uhr, Fr, 8.4., 9.30 Uhr, Do, 14.4., 9.30 Uhr, Fr, 15.4., 9.30 Uhr, Do, 28.4., 9.30 Uhr, Do, 5.5., 9.30 Uhr, Do, 12.5., 9.30 Uhr, Do, 19.5., 9.30 Uhr, Do, 26.5., 9.30 Uhr

http://thecaravan.org/node/2725
http://thevoiceforum.org/node/1946

02.02.11: Tagung "Krise? Männlichkeiten im Rechtsextremismus", Berlin

Demokratie, Feminismus, „Überfremdung“. Die rechten Männer – ob Maskulinisten, Neonazis oder Burschenschafter – fühlen sich von einer um sich greifenden „Krise“ bedroht. Sie nehmen Diversifizierungen im Geschlechterverhältnis und eine Vielfältigkeit von Geschlechtlichkeit als „Krise“ von Männlichkeit wahr. Tatsächlich scheinen sich Männlichkeitsbilder auch im Rechtsextremismus zu pluralisieren. Da sind die sich jugendlich-hipp gebenden „Autonomen Nationalisten“ auf der einen und ein sich bieder-bürgerlich darstellender NPD-Chef Udo Voigt auf der anderen Seite. Doch welche Auswirkungen haben solche habituellen Anpassungsleistungen wirklich auf rechtsextremes Denken? Dient das monotone Herbeireden der großen „Krise“ nicht der rechtsextremen Selbstvergewisserung und rhetorischen Re-Souveränisierung tradierter Geschlechterbilder?

Ablauf:
Einführung und Vorstellung des Sammelbandes »Was ein rechter Mann ist...« Männlichkeiten im Rechtsextremismus. durch die Herausgeber_innen

Normalisierung und Aneignung: Modernisierung und Flexibilisierung von Männlichkeiten im Rechtsextremismus
Andreas Heilmann | Humboldt-Universität zu Berlin

Gegen Feminismus und 'Dekadenz' – Die Neue Rechte in der Krise?
Yves Müller | Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V.

Kommentar
Eike Sanders | antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V.

2. Februar 2011
am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin
18 Uhr | Raum 2103 | Hauptgebäude
Unter den Linden 6 | 10099 Berlin
Veranstaltung zu dem Sammelband »Was ein rechter Mann ist...« Männlichkeiten im Rechtsextremismus | Hrsg.: Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller
Infos unter http://www.gender.hu-berlin.de
Veranstaltet vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien | In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung | Referat »Rechtsextremismus«

"Rezeptbuch": Unternehmen Stadt übernehmen

"Neoliberaler Einheitsbrei, wohin das Auge schaut: Glatte Glasfassaden, hochpreisige Eigentumswohnungen, leerstehende Büroflächen, glitzernde Imageprojekte ? ,Leuchttürme', die wenig leuchten, aber viel blenden. Ob in New York, Rio, Tokio, Berlin, Stuttgart oder Wuppertal - das Grundrezept herrschender Stadtplanung ist fad bis ungenießbar. Gewürzt wird mit einer ordentlichen Prise Privatisierung und Ausverkauf von städtischen Gütern, als zentraler Geschmacksverstärker (> Glutamat) neoliberaler Stadtentwicklung." So beginnt das Rezeptbuch "Unternehmen Stadt übernehmen" des BUKO-Arbeitsschwerpunktes StadtRaum, das als ein Ergebnis der gleichnamigen bundesweiten Veranstaltungsreihe nun erschienen ist und das bei assr@buko.info bestellt werden kann. Neben dem Rezeptbuch gibt es noch eine Neuheit: Eine Online-Plattform für Stadtpolitisch Aktive, auf der Informationen, Diskussionen und Wissen zusammen laufen soll: http://wiki.rechtaufstadt.net.

Der ASSR freut sich über weiterführende Diskussionen. Bei Interesse am Rezeptbuch, meldet euch gerne bei assr@buko.info Das Rezeptbuch steht unter http://www.buko.info/fileadmin/user_upload/stadtraum/buko_rezeptbuch_web.pdf zum Download bereit.

Berlin: Vorträge in der Reihe "Decentering Europe"

Die letzten Veranstaltungen im Institutskolloquium des Instituts für Europäische Ethnologie der HU Berlin. Weitere Informationen hier.

Dienstag, 08.02.2011, 18-20 Uhr
Henk Driessen (Anthropology Dep., University of Nijmegen):
Between Parish and Globe: A View on Europe from the Mediterranean Fringe

Mittwoch, 09.02.2011, 18-20 Uhr
Tanja Bogusz & Studienprojektteam (Institut für Europäische Ethnologie, Berlin):
Sozialtechnologien des "Unternehmerischen Selbst"