EnWi-Newsletter April 2011

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Liebe EnWi-Interessierte,

der April-Newsletter steht diesmal ganz im Zeichen der Aufstände im Nahen Osten (und Süden) und den damit verbundenen und mehr in den Vordergrund tretenden Debatten um Migration, postcolonial studies und den Islam. Nicht ganz verwandt, aber auch vertreten sind Veranstaltungen zum Feminismus in (wissenschaftlicher) Theorie und gesellschaftlicher Praxis, aber seht selbst.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und einen guten Start ins neue Semester.

EnWi e.V.
Freiheit statt Frontex - EnWi unterstützt Stellungnahme für globale Bewegungsfreiheit
Leipziger Zustände - NEWS Ausgabe Frühjahr 2011 erschienen
Leipzig
09.04. Seminar "Feminismus heute?!"
08.04. Vortrag und Diskussion: Feindbild Islam? Zwischen homogenisierenden Ressentiments und der Immunisierung des Islam vor Kritik
08.-30.4. Ausstellung "Unterschiede, die einen Unterschied machen" im Neuen Rathaus
25.04. Nach der Revolution in Ägypten - Infoveranstaltung
Ausstellung "Eure Armut kotzt mich an" bis 16.4. in der Galerie KUB
Rest der Welt
09.04. Workshop in Berlin: "Blogs in den Sozialwissenschaften"
17.-18.06. Konferenz in Berlin: "Postkoloniale Gesellschaftswissenschaften. Eine Zwischenbilanz"
12.-13.5. Tagung in Dresden: "Interkulturelle Öffnung, Migration-Mainstreaming, Gestaltung der Vielfalt?"
27.-29.05.2011 Call for Participation in Münster: grenzfrei, antirassistisches festival
14.-17.04. Jena: 3. Synagieren Wirkcamp
28.-30.04. Konferenz in Wien: Import - Export - Transport. Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion
20.-22.05. Berlin: Konferenz RE-THINKING MARX - PHILOSOPHIE, KRITIK, PRAXIS
Fortbildungsreihe: Konzepte von Kultur in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit
Neuerscheinungen
LOTTA # 41 mit Schwerpunkt zu Geschichte und Kontinuitäten des deutschen Kolonialismus
PERIPHERIE 121: Eigensinn und Entwicklungspolitik
Reader "Selbstbestimmte Technikentwicklung und -nutzung" vom AK-ANNA
Start von kritisch-lesen.de
Stellenausschreibungen
Stellenausschreibung für WiMi-Stelle an der Uni Kassel zu Migrationsforschung, Frist: 03.04.2011

Freiheit statt Frontex - EnWi unterstützt Stellungnahme für globale Bewegungsfreiheit

Am 8.3.2011 veröffentlichten die Netzwerke afrique-europe-interact, welcome to europe und Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung die Stellungnahme "Freiheit statt Frontex" in Bezugnahme auf die Aufstandsbewegungen im Maghreb. Engagierte Wissenschaft e.V. sowie explizit die AG Postkolonial und das Forum für kritische Rechtsextremismusforschung unterstützen diese Stellungnahme.

Die Dynamik des arabischen Frühlings strahlt aus in die ganze Welt. Die Aufstands­bewegungen im Maghreb machen Mut und Hoffnung, nicht nur weil despotische Regime verjagt werden, die vor kurzem noch unüberwindbar erschienen. So offen die weiteren Entwicklungen bleiben, im Dominoeffekt der tunesischen Jasminrevolution meldet sich in atemberaubender Schnelligkeit die alte Erkenntnis zurück, dass Geschichte von unten gemacht wird. Die Kämpfe richten sich gegen die tägliche Armut wie auch gegen die allgemeine Unterdrückung, es geht gleichermaßen um bessere Lebensbedingungen wie um Würde, kurz: um „Brot und Rosen“.

Die unglaublichen Tage auf dem Tahrirplatz in Kairo stehen für die Suche nach neuen Formen der Selbstorganisierung und Basisdemokratie. Der Wunsch nach gleichen Rechten, nach Autonomie und Teilhabe am wirtschaftlichen Reichtum, spiegelt sich aber auch in den Booten Richtung Europa wider: jetzt aus Tunesien, seit Jahren aus Nord- und Westafrika. „Exit“ – sich die Bewegungsfreiheit zu nehmen und zu migrieren, um ein anderes, besseres Leben zu finden, und „Voice“ – die Stimme zu erheben und den Kampf vor Ort zu führen, sind keine Gegensätze, sie stehen vielmehr in einem lebendigen Wechselverhältnis.
[...]
Der Aufbruch in Nordafrika zeigt, was alles möglich ist. Es geht um nicht weniger als um ein neues Europa, ein neues Afrika, eine neue arabische Welt. Es geht um neue Räume der Freiheit und Gleichheit, die es in transnationalen Kämpfen zu entwickeln gilt: in Tunis, Kairo oder Bengazi genauso wie in Europa und den Bewegungen der Migration, die die beiden Kontinente durchziehen.

Den Rest der Stellungnahme als PDF findet ihr hier. Der Stand der UnterstützerInnen lässt sich hier einsehen.

Leipziger Zustände - NEWS Ausgabe Frühjahr 2011 erschienen

Ab sofort ist die dritte Info-Broschüre „Leipziger Zustände – NEWS“ in Leipzig erhältlich. Die Druckausgabe ergänzt die Onlinepräsenz des Projekts chronik.LE. Auf der Internetseite http://www.chronikle.org werden seit 2008 faschistische, rassistische und diskriminierende Vorfälle in Leipzig und Umgebung sorgfältig recherchiert und fortlaufend dokumentiert.

Schwerpunktmäßig widmet sich die aktuelle Ausgabe alltäglichen Diskriminierungserfahrungen. Dazu gibt es den Bericht einer Betroffenen, die beschreibt, wie ihr und ihrer Tochter immer wieder mit vielfältigen subtilen und offenen Rassismen begegnet wird. In einem weiteren Artikel setzen wir uns mit der Presseberichterstattung der Polizei im Leipziger Raum kritisch auseinander. Diese befördert in vielen Fällen durch unnötige Nennungen nationaler Herkünfte von Täter_innen diskriminierende Stereotype. Der Artikel "Die Extremismusklausel ist keine Demokratieklausel" fasst die derzeit tobende Debatte um den Bekenntniszwang zur fdGO im Zusammenhang mit staatlichen Fördergeldern gegen Rassismus und Neonazismus zusammen.

Die Veröffentlichung der „Leipziger Zustände – NEWS“ wurde finanziell unterstützt im Rahmen des Lokalen Aktionsplan (LAP) Leipzig 2010. „Leipziger Zustände – NEWS“ ist bei einzelnen Kooperationspartnern von chronik.LE kostenlos erhältlich, unter anderem im LinXXnet in der Bornaischen Straße 3d. chronik.LE ist ein Projekt des Vereins Engagierte Wissenschaft e.V.

Als PDF können die „Leipziger Zustände - NEWS“ hier herunter geladen werden. Größere Mengen der Druckversion sind per Email an das Projektteam bestellbar.

09.04. Seminar "Feminismus heute?!"

Samstag, 09. April, 13 Uhr
Ziegenledersaal des StuRa der Uni Leipzig
Universitätsstraße 1

Der Weltfrauentag hatte vor kurzem 100 jähriges Jubiläum, von neuen Konservativen und den „Alpha–Mädchen“ ist immer wieder zu hören Feminismus sei altmodisch, abgelutscht einfach nicht mehr zeitgemäß. Ist der Feminismus wirklich alt und verstaubt?
Dieser Frage wollen wir uns in einem Seminar mit der Autorin Andrea Trumann widmen. Hierbei wird im Mittelpunkt die Frage nach der Selbstbestimmung der Frau stehen. Wie hat sich diese gewandelt? Welche Hindernisse und Barrieren mussten auf diesem Weg überwunden werden? Sind Frauen heute selbstbestimmt? Was bedeutet in unserem gesellschaftlichen Kontext überhaupt Selbstbestimmtheit? Beispielhaft werden diese Probleme an der Fragestellung nach selbstbestimmten Kinderkriegen diskutiert werden.
Andrea Trumann ist Autorin des Buches „Feministische Theorie“ welches als Teil der Reihe theorie.org erschienen ist.
Um eine Anmeldung für den Workshop bis zum 06. April per Mail an die Adresse rgl@stura.uni-leipzig.de wird gebeten.

08.04. Vortrag und Diskussion: Feindbild Islam? Zwischen homogenisierenden Ressentiments und der Immunisierung des Islam vor Kritik

Die Diskussionsveranstaltung findet am 08.04.2011 um 18 Uhr im GWZ Hörsaal 2.010 statt.

Die Auseinandersetzung mit dem Islam in Europa hält an und erreicht hierzulande in den Debatten um Moschee-Bauten, um Bildungspolitik, Terrorgefahr oder Thilo Sarrazins Schreckensszenarien negative Höhepunkte.
In der öffentlichen Meinung hat sich ein vorurteilsbeladenes und homogenisierendes Bild von Muslimen etabliert, worauf etwa die Studien des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer verweisen.
Der wirkungsmächtigen Negativ-Perspektive auf Muslime und den Islam beginnen sich AkademikerInnen, Betroffene und politische Gruppen entgegenzustellen. Schnell wird von jenen jede kritische Perspektive auf Facetten des Islam allerdings zum Anzeichen von "Islamophobie" oder "antimuslimischem Rassismus" erklärt. Damit laufen sie Gefahr den Islam vor legitimer Kritik zu immunisieren.
Gleichzeitig werden immer öfter Vergleiche von Muslimfeindschaft und Antisemitismus angestellt. Das „Feindbild Moslem“ habe das „Feindbild Jude“ ersetzt, ablehnende Haltungen gegen den Islam seien dem Antisemitismus vergleichbar und in ihrer Verbreitung heute extremer als dieser.

Der Referent Floris Biskamp bringt eine Position ins Spiel, die einerseits real existierende Ressentiments gegen den Islam thematisiert und kritisiert, aber zugleich an der Besonderheit des Antisemitismus festhält und Kritik an problematischen Ausprägungen des Islam nicht tabuiert.

Zum Referenten: Floris Biskamp hat in Gießen und Boston Physik und Politikwissenschaft studiert. Aktuell arbeitet er an einem Promotionsprojekt zu Kritischer Theorie, Postcolonial Studies und Debatten um antimuslimische Ressentiments in Deutschland und publizierte in Jungle World, Phase 2 und Cee Ieh zum Thema. Zuletzt erschien von ihm die Monografie "Die Dramaturgie demokratischer Imperien: Über das Verhältnis von Imperialität und Demokratie in der Debatte um das American Empire".

Eine Veranstaltung von linXXnet und Linksjugend Leipzig

08.-30.4. Ausstellung "Unterschiede, die einen Unterschied machen" im Neuen Rathaus

Eine Ausstellung des Antidiskriminierungsbüros Sachsen

Ausstellungseröffnung: Freitag, 8. April ab 11 Uhr

  • Begrüßung: Antidiskriminierungsbüro Sachsen
  • Eröffnungsrede: Christiane Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Berlin
  • Grußworte: Christine Clauß, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Dresden (angefragt)
  • Grußworte: Prof. Dr. Thomas Fabian, Bürgermeister für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule der Stadt Leipzig

Anschließend: Stehempfang und Besichtigung der Ausstellung

Zur Ausstellung
Modul 1: Das große Spiel des Lebens - Wie gut sind Ihre Karten?
Zehn interaktive Arbeitsstationen fragen für Lebensbereiche wie Arbeit, Wohnen, Behörden, Gesetze etc. danach welche Unterschiede darüber entscheiden, ob man fair behandelt wird. Braille und dieSchwarzschriften Deutsch, Russisch, Englisch, Arabisch, Vietnamesisch und Leichte Sprache stehen dabeigleichberechtigt nebeneinander.

Modul 2: Wo kommst du her? - Diskriminierungserfahrungen
Anhand eines eines Comics wird nach Diskriminierungserfahrungen gefragt und drei Perspektiven
(Diskriminierte_r, Diskriminierende_r und Beobachter_in) vorgestellt.

Modul 3: Wer? Wie? Was? Definitionen und Perspektiven
Eine große Mindmap stellt alltägliche, juristische, wissenschaftliche und den Zugang des ADB in einen Zusammenhang. Zusätzlich antworten kurze Filme auf grundlegende Fragen.

Modul 4: Was tun? Bausteine einer Antidiskriminierungskultur
15 Bausteine a 45cm Kantenlänge stellen je einen Schritt in Richtung Gleichbehandlung vor. Neben Gesetzen steht da auch sensible Sprache oder Konfliktfähigkeit. Sie alle sind Bestandteile einer Kultur, die sensibel für Diskriminierung ist und konstruktive Handlungsmöglichkeiten bereithält.

Modul 5: Fotografien
Fünf Modelle verschiedenen Alters, Geschlechts, Herkunft und körperlicher Fähigkeit werden in zehn unterschiedlichen Situationen gezeigt. Welche Relevanz hat das Geschlecht in der Tischlerei, ein Rollstuhl in der Hochschule, die Hautfarbe im Kleingarten oder die sexuelle Identität bei der Familiengründung?

Öffnungszeiten
Ausstellungsort: Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6 in Leipzig
Ausstellungszeitraum: 8. April - 30. April 2011
Öffnungszeiten: Montags bis Donnerstags von 10 - 18 Uhr und Freitags 10 - 15 Uhr
geführte Rundgänge: 19. und 28. April 2011 jeweils von 16 - 18 Uhr

Weitere Informationen findet ihr hier.

25.04. Nach der Revolution in Ägypten - Infoveranstaltung

Die Revolten in Tunesien und Ägypten haben die politische Welt überrascht. Wurde anfangs der Umsturz in Tunesien noch als vereinzelter Volksaufstand, als Ausnahme, interpretiert, so ist seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak klar geworden, dass in der arabischen Welt und Nordafrika tief greifende Veränderungen stattfinden und stattfinden werden. Die massenhafte Erhebung von Menschen, die spontan und selbstorganisiert die Kraft entwickeln ihre Machthaber zu stürzen, fasziniert und wirft zugleich viele Fragen auf: Wer sind die Akteure der Aufstände, vor welchem Hintergrund - sozial, ökonomisch, politisch - finden sie den Mut auf die Straße zu gehen und ihre Forderungen öffentlich zu machen? Wie haben sie den Umsturz, die Erfahrung ihrer eigenen Macht erlebt, und welche Schlüsse ziehen sie daraus? Wie ist die aktuelle Situation in Ägypten und Tunesien? Ist die Euphorie bereits wieder dem Alltag gewichen oder hat sie zu einer Politisierung und Aktivierung der Menschen geführt? Wie schätzen die Menschen die nahe Zukunft ihres Landes ein, worauf hoffen sie? Und welche Art von Solidarität wünschen sie sich aus den Ländern Europa?

Juliane Schumacher und Philipp Löffler berichten von einer Reise nach Ägypten im März 2011.
Montag, 25. April um (voraussichtlich) 19.30 Uhr im Casablanca/Bäckerei (Josephstr. 12, Lindenau).
Es gibt einen Blog, auf dem die beiden regelmäßig berichtet haben: http://www.springtime-egypt.blogspot.com

Ausstellung "Eure Armut kotzt mich an" bis 16.4. in der Galerie KUB

Noch bis 16. April läuft in der Galerie KUB eine Ausstellung mit dem Titel "EURE ARMUT KOTZT MICH AN!
Der Obdachlose als 'role model' in der zeitgenössischen Kunst"

Öffnungszeiten: Mi-So, 16-20 Uhr
Galerie KUB, Kantstr. 18, 04275 Leipzig

Ausstellende: Götz Bury (Wien), Moritz Fehr (Berlin), Göran Gnaudschun (Potsdam), Fabian Hesse (München), Florian Kuhlmann (Düsseldorf), N55 (Kopenhagen), Danny Schulz (Leipzig), Daniel G. Schwarz (Leipzig)

Materiell gesehen gilt derjenige als arm, der hungern muss, ohne Obdach ist und in Lumpen geht, dem es an physischer Stärke und sozialer Kompetenz mangelt, dem es an Einfluss, Ansehen und Wissen fehlt, dessen Rechte beeinträchtigt sind, der sich nicht verteidigen kann, der Verlassen ist und nicht von seiner Arbeitsleistung leben kann. Die vielfältigen Ausprägungen von Armut, hervorgegangen aus den verschiedensten Formen von Not und Bedrängnis, haben dennoch eine Gemeinsamkeit: die Unfähigkeit, die jeweilige Lage aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe zu überwinden und die, daraus resultierende unbedingte materielle wie moralische Abhängigkeit. Dabei reichen die Reaktionen auf Armut von Mitleid, Schuldgefühlen und Unbehagen über Angst und Aggression bis hin zu Verachtung und Ablehnung. […]

Mehr Informationen findet ihr hier.

09.04. Workshop in Berlin: "Blogs in den Sozialwissenschaften"

Der Theorieblog lädt ein:
"Blogs dienen der Kommunikation: Sie erlauben den reziproken Austausch von Neuigkeiten und Argumenten, werden immer wichtiger in der Koordination von Wissenschaft und erlauben es, akademische Welt und weite Öffentlichkeit zeitnah und auf hohem Niveau in Kontakt zu bringen – doch eines fehlt: die Möglichkeit, sich einmal von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Doch selbst hierfür gibt es eine Lösung: Ein Workshop. Noch besser: Ein Workshop, wo über die Rolle von Blogs in den Sozialwissenschaften debattiert wird. Eben einen solchen planen wir vom Theorieblog für Samstag, den 09. April. Ort ist die HU Berlin (Institut für Sozialwissenschaft, Raum 002).
Unsere Idee ist es, im Kreis anderer Blogschaffender, solcher, die es werden wollen, oder jenen, die ein Interesse am Thema haben, zu diskutieren: Was macht einen guten Blog-Beitrag aus? Wie lässt sich mehr Aufmerksamkeit für Wissenschaftsblogs schaffen, wie die deutsche Blogosphäre besser vernetzen? Aus drei Teilen setzt sich der Workshop zusammen: Zunächst wollen wir über das Schreiben von Blogeinträgen, dann über das Erreichen des Lesers und schließlich über den Nexus von Internet, Akademia und Öffentlichkeit debattieren. Das Format ist bewusst offen und diskursiv, kurze Impulse werden aber am Anfang der Sektionen dem Austausch von Erfahrungen und Einschätzungen Richtung geben. Einige Zusagen für solche Impulse haben wir von sehr geschätzten Kollegen aus der Blogosphäre und verwandten Galaxien bereits erhalten.

Wer an unserem Workshop teilnehmen will, schicke bitte eine Mail mit seinem Namen (und ggf. dem Namen des eigenen Blogs/Webseite) an team@theorieblog.de. Bitte habt Verständnis, dass wir die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzen, wir würden gerne jeden der TeilnehmerInnen gleichermaßen einbeziehen. Als Hinweis: Die Veranstaltung dient stärker der praktischen Reflexion als der theoretischen Erörterung."

Das Programm ist als PDF hier zu finden.

17.-18.06. Konferenz in Berlin: "Postkoloniale Gesellschaftswissenschaften. Eine Zwischenbilanz"

Datum, Ort: 17.-18. Juni 2011, Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, Senatssaal
Anmeldefrist: 01. Juni 2011
Programm als PDF hier erhältlich

Postkoloniale Studien thematisieren die vielfältigen Facetten unserer nachkolonialen Gegenwart. Zentral für dieses dynamische und relativ junge Forschungsfeld ist die Grundannahme, dass koloniale Denkmuster und Strukturen noch Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte nach dem formalen Ende des Kolonialismus nachwirken – und zwar in den ehemaligen Kolonien ebenso wie in den ehemaligen Kolonialstaaten. Zu den Effekten dieser Nachwirkungen zählen vielfältige historisch gewachsene globale Verflechtungen, die sich in der Gesellschaft (Politik, Wirtschaft, Medien etc.) ebenso niederschlagen wie im Alltag und im Selbstverständnis von Individuen. Viele dieser Effekte werden im Rahmen postkolonialer Studien als Probleme beschrieben und entsprechend kritisiert. Das Spektrum dieser Probleme reicht von eurozentrischen sowie rassistischen Wissensformen und Raumordnungen über ungerechte globale Wirtschaftsbeziehungen und (neo-)imperiale Politikformen bis hin zu Demokratiedefiziten, Korruption und schwacher Staatlichkeit; ferner werden unter dem Dach der postkolonialen Studien Themen wie Migration, Repräsentation, Identität, Geschlecht, Unterdrückung, Sklaverei und Widerstand behandelt.

Angesichts dieses Themen- und Problemspektrums ist es fast verwunderlich, dass sich die inzwischen transdisziplinär organisierten Postkolonialen Studien akademisch zunächst vor allem in den Literatur- und Kulturwissenschaften etablieren konnten. Denn gesellschaftspolitische Fragen spielten dort von Anbeginn eine tragende Rolle, und viele der in diesen Fächern tätigen Vertreter/innen Postkolonialer Studien zeigen bis heute ein ausgeprägtes Interesse an klassisch sozialwissenschaftlichen Themen wie ökonomischen Beziehungen oder Fragen von Staatlichkeit, Recht und zivilgesellschaftlicher Macht. Diese Auseinandersetzung literatur- und kulturwissenschaftlich geschulter Vertreter/innen postkolonialer Studien mit Anliegen aus dem etablierten Themenspektrum der Gesellschaftswissenschaften findet dort seit einigen Jahren Widerhall. Neben den Geschichtswissenschaften und der Ethnologie wenden sich zunehmend auch Vertreter/innen der Soziologie, Politikwissenschaft und Geographie postkolonialen Ansätzen zu. Dabei geht es zum einen darum, Implikationen postkolonialer Konstellationen im Lichte der jeweiligen Disziplinen und ihres Forschungsstandes zu reflektieren. Zum anderen geht es darum, mit diesen Reflektionen etablierte Selbstverständnisse jener Disziplinen wo nötig herauszufordern – etwa indem Aspekte des methodologischen Nationalismus oder Eurozentrismus offen gelegt und kritisch hinterfragt werden.

Zentrales Ziel der Konferenz „Postkoloniale Gesellschaftswissenschaften. Eine Zwischenbilanz“ ist eine Bestandsaufnahme und Zusammenführung des aktuellen Diskussionsstandes der gesellschaftswissenschaftlichen Zweige der post-kolonialen Studien im deutschsprachigen Raum, insbesondere von postkolonialen Thematisierungen aus der Geschichtswissenschaft, der Ethnologie/Anthropologie, der Politikwissenschaft, der Soziologie und der Geographie. Diese sollen außerdem nicht nur untereinander, sondern auch mit kunst-, literatur- und kulturwissenschaftlichen sowie mit außerakademischen Thematisierungen postkolonialer Konstellationen ins Gespräch gebracht werden. Ferner soll die Konferenz ein Forum sein, Kernfragen einschlägigen Forschungsarbeiten zu diskutieren. Über die Vorstellung und Diskussion von Einzelprojekten hinaus soll auf diesem Wege deutlich werden, wie in den einzelnen Disziplinen konkret mit postkolonialen Perspektiven gearbeitet wird und wie es, darauf aufbauend, um die Übersetzbarkeit von disziplinären Begriffen und Konzepten von einem Feld in ein anderes bestellt ist.

12.-13.5. Tagung in Dresden: "Interkulturelle Öffnung, Migration-Mainstreaming, Gestaltung der Vielfalt?"

Vom 12. bis 13. Mai 2011 findet in den Räumen der EHS Dresden die Fachtagung Interkulturelle Öffnung, Migration-Mainstreaming, Gestaltung der Vielfalt? statt.

Unter Anderen werden vortragen:
Prof. Dr. Paul Mecheril, Universität Innsbruck (Schwerpunkte Interkulturelle Bildung, Migrationspädagogik und Cultural Studies)
Dr. Mark Terkessidis, Berlin, Migrations- und Rassimsusforscher
Dipl.-Pädagogin Wiebke Scharathow, Universität Oldenburg, diversitätsbewusste Sozialpädagogik und rassismuskritische Bildungsarbeit

Noch nie waren weltweit so viele Menschen bereit, gezwungen und aufgrund der technologisch bedingten Veränderung von Raum und Zeit in der Lage, ihren Arbeits- oder Lebensmittelpunkt zu verändern: Wir leben im Zeitalter der Migration. Diese bereits im Jahr 1993 von Stephen Castles und Mark J. Miller geäußerte Erkenntnis ist heute aktueller denn je. Auch für Sachsen mit einem vergleichsweise geringen Anteil an Zugewanderten gewinnt das Thema an Bedeutung. Die Berücksichtigung der Vielfalt im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe wird zu einer Querschnittsaufgabe für Bildungsinstitutionen, soziale Arbeit und kommunale Politik.

Die vom Sozialwissenschaftlichen Fortbildungsinstitut Sofí, der LAG pokuBi Sachsen e.V. und Weiterdenken - Heinrich Böll Stiftung Sachsen in Kooperation veranstaltete Tagung will jenseits der polemisch geführten Debatte um die Themen Migration und Integration geeignete Konzepte und Handlungsstrategien thematisieren und diskutieren. Die Tagung richtet sich an Fachkräfte im Bildungswesen, in der Sozialen Arbeit und der kommunalen Verwaltung gleichermaßen und will eine Plattform für einen multiprofessionellen Austausch zwischen diese Bereichen bieten.

Die Anmeldefrist endet am 7. April (zur Anmeldung).
Kosten: 100,- Euro (inkl. Pausenimbiss und Mittagessen) bzw. 40,- Euro für Personen ohne Erwerbseinkommen
Programm als PDF

Eine Tagung für Fachkräfte in Bildungswesen, Sozialwesen, Politik und Verwaltung der LAG pokuBi Sachsen in Kooperation mit sofí - Sozialwissenschaftliches Fortbildungsinstitut am Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung an der ehs Dresden gGmbH - und Weiterdenken - Heinrich Böll Stiftung Sachsen e.V.

27.-29.05.2011 Call for Participation in Münster: grenzfrei, antirassistisches festival

grenzfrei
selbst bestimmt frei bewegt
antirassistisches festival

Vom 27. bis 29. Mai wird in Münster ein überregionales antirassistisches Festival stattfinden. Es will Plattform für Migrant_innen sein, auf bestehende bundesweite Strukturen zurückgreifen und die vielen bereits Aktiven einbinden, aber dabei nicht stehen bleiben, sondern viele neue Menschen mobilisieren, die Vernetzung stärken – und ein Impuls für die Zukunft sein.

Kürzlich hat ein Planungswochenende stattgefunden. Dabei haben sich bereits Themenblöcke herauskristallisiert, die den Inhalt des Festivals bilden werden. Die Idee ist, zu diesen Themen Workshops, Diskussion, Aktionen, Theater, Kunst und vieles mehr zu veranstalten – um zu bilden, zu reden, aufmerksam zu machen. Die Themenblöcke werden sein:

  • no lager (Lagersystem, Isolierung, Residenzpflicht, Asylbewerberleistungsgesetz) Kontakt: nolager@grenzfrei-festival.org
  • no border (Grenzen und Nationalstaaten, Grenzpolitik, Festung Europa, Frontex, Illegalisierung, Fluchtursachen und -hintergründe, (Neo)Kolonialismus, u.a.) Kontakt: noborder@grenzfrei-festival.org
  • no deportation (Abschiebungen und Interventionen, Abschiebehaft, u.a.). Kontakt: bleiben@grenzfrei-festival.org
  • no racism (struktureller Rassismus, Alltagsrassismus, Empowerment) Kontakt: antira@grenzfrei-festival.org

Wir würden uns freuen, wenn viele Leute kleine und größere Beiträge leisten, um das Festival zu einer breiten und bunten Veranstaltung zu machen. Wenn ihr also eine oder mehrere Ideen oder aus anderen Zusammenhang noch etwas in petto habt, dann meldet euch doch bitte baldmöglichst bei den oben genannten Kontaktadressen!

Natürlich soll es auch Musik geben. Wenn ihr also Bands oder Musiker_innen kennt oder seid, die auf dem Festival spielen wollen, oder die wir fragen könnten, dann schreibt uns davon an: kultur@grenzfrei-festival.org

Leider können wir keine Gagen zahlen. Fahrtkosten – bitte haltet sie möglichst gering – möchten wir übernehmen. Für Unterkunft – in Turnhallen, Zelten oder WGs – wird auch gesorgt sein.

Solltet ihr allgemeine Anfragen oder Anregungen haben, dann meldet euch unter: kontakt@grenzfrei-festival.org. Weitere Informationen findet ihr unter: www.grenzfrei-festival.org.

14.-17.04. Jena: 3. Synagieren Wirkcamp

Hallo Welt,

Weltretten am Wochenende?
Bald habt ihr die Chance für soziales und ökologisches Engagement, denn vom 14. bis 17. April veranstalten wir in Jena das 3. Synagieren Wirkcamp!

Die globalen Herausforderungen sind komplex, unsere Terminkalender eng und die Bedenken, richtige Mitstreiter zu finden, häufig sehr groß. Mit unserer Initiative Synagieren haben wir - eine Gruppe von Studierenden verschiedenster Fächer - uns das Ziel gesetzt, kleine Nischen für gesellschaftliches, politisches und ökologisches Engagement zu schaffen. Für ein Wochenende – das Synagieren Wirkcamp – bringen wir engagierte Leute effektiv zusammen, denen unter Umständen bisher der nötige Rahmen fehlte. An nur drei Tagen, an nur einem Ort setzen wir ehrenamtliche Projekte zu Gesellschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit um.
Grundlage unserer Arbeit sind Bedacht, genauso wie Spaß. Was bleibt sind sichtbare Ergebnisse. Wir können gemeinsam anpacken und brauchen angesichts der Schwierigkeiten unserer Zeit nicht zu resignieren!

Auch dieses Jahr sind wieder viele interessante Themen mit dabei - mehr dazu und zu Synagieren selbst erfahrt ihr auf unserer Webseite: http://www.synagieren.de.

In Jena wird es acht Arbeitsgruppen geben: von theoretisch bis handwerklich, von didaktisch bis zur Rückeroberung des öffentlichen Raumes. Es ist also für jeden was dabei.
Schaut mal rein, die Projekte können sich sehen lassen! Anmelden könnt Ihr Euch online.

Das Wirkcamp lebt vom Weitersagen und steht allen offen, die motiviert sind - deshalb: Bitte macht Werbung fürs Wirkcamp und leitet diese Mail an Interessierte weiter – ob Freunde, Bekannte oder Mailinglisten!

Bis hoffentlich bald in Jena,
Eure Synagenten

28.-30.04. Konferenz in Wien: Import - Export - Transport. Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion

Von 28.-30. April 2011 wird der Campus der Universität Wien deutlich "queer": Das Referat Genderforschung der Universität Wien hat ein engagiertes Vortragsprogramm sowie Kunstpräsentationen und Abendveranstaltungen "off-Campus" organisiert.

Im Zentrum der wissenschaftlichen Konferenz "Import - Export - Transport. Queer Theory, Queer Critique and Activism in Motion" stehen aktuelle Debatten im Feld der Queer Theory, die den Fokus auf die Übersetzung, Verortung und - notwendige - Veränderungen innerhalb der Queer Studies unter besonderer Berücksichtigung der Überscheidungen, Brüche und Paradoxien akademischer Wissensproduktion und kultureller/politischer Praxen legen.
Die zahlreichen Beiträge kommen von etablierten WissenschafterInnen, Nachwuchsgruppen, KünstlerInnen und AktivistInnen, die in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Großbritannien, Polen, Rumänien, Kroatien, Serbien sowie den Niederlanden und den USA tätig sind. Die Konferenz zeigt die Vielstimmigkeit und Aktualität der Queer Studies auf und bringt ausgezeichnete WissenschafterInnen, deren Arbeiten im deutschsprachigen Raum bislang noch wenig(er) rezipiert werden, erstmals an die Universität Wien.

Tagungsort ist der Campus der Universität Wien, Spitalgasse 2- 4, 1090 Wien. Die Panels, Vorträge und Workshops richten sich an alle am Thema Interessierten. Keine Konferenzgebühr; Registrierung vor Ort erbeten. Die Arbeitssprache ist Englisch.

Detaillierte Informationen über Programm, Vortragende und Abendveranstaltungen finden Sie auf der Website des Referats Genderforschung: http://www.univie.ac.at/gender/index.php?id=359#c2057.

20.-22.05. Berlin: Konferenz RE-THINKING MARX - PHILOSOPHIE, KRITIK, PRAXIS

Internationale Konferenz vom 20.-22. MAI 2011 in der und von der Humboldt Universität Berlin.

Vortragende:
Miguel Abensour (Paris) | Andreas Arndt (Berlin) | Étienne Balibar (Paris/Irvine) | Harald Bluhm (Halle/Wittenberg) | Manuela Boatca (Berlin) | Matthias Bohlender (Osnabrück) | Wendy Brown (Berkeley) | Hauke Brunkhorst (Flensburg) | Susan Buck-Morss (Ithaca) | Terrell Carver (Bristol) | Andrew Chitty (Sussex) | Alex Demirović (Berlin) | Esra Erdem (Berlin) | Franck Fischbach (Nizza) | Rainer Forst (Frankfurt) | Michael Heinrich (Berlin) | Rosemary Hennessy (Houston) | Christoph Henning (St. Gallen) | Tim Henning (Jena) | Axel Honneth (Frankfurt) | Gerald Hubmann (Berlin) | Marco Iorio (Potsdam) | Stevi Jackson (York) | Rahel Jaeggi (Berlin) | Serhat Karakayali (Halle) | Russell Keat (Edinburgh) | Neil Lazarus (Warwick) | Thomas Lemke (Frankfurt) | Urs Lindner (Berlin) | Christine Löw (Kassel) | Georg Lohmann (Magdeburg) | Daniel Loick (Berlin/Frankfurt) | Andrea Maihofer (Basel) | Oliver Marchart (Luzern) | Hanna Meißner (Berlin) | Christoph Menke (Frankfurt) | Frederick Neuhouser (New York) | Ceren Özselçuk (Istanbul) | Moishe Postone (Chicago) | Nina Power (London) | Michael Quante (Münster) | Tilman Reitz (Jena) | Emmanuel Renault (Lyon) | Hartmut Rosa (Jena) | Saskia Sassen (New York) | Hans-Christoph Schmidt am Busch (Münster) | Titus Stahl (Frankfurt) ||

Zum Ablaufplan und ähnlichen Details klickt hier.

Fortbildungsreihe: Konzepte von Kultur in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Das Konzept 'Kultur' nimmt im Globalen Lernen und der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit einen zentralen Stellenwert ein. Kritische Auseinandersetzungen zum Kulturbegriff treten jedoch nur sehr marginalisiert auf. Bildungsreferent_innen geraten deshalb – oft unwissentlich – mit der Verwendung von bestimmten Vorstellungen von 'Kultur' in Fallstricke der Kulturalisierung, Exotisierung und des Rassismus. Verwendete Methoden vermitteln häufig einen abgeschlossenen, adynamischen und konfliktiven Kulturbegriff, den Bildungsreferent_innen eigentlich häufig nicht selbst vertreten (wollen). Es gibt bereits gute Problemanalysen zum Kulturbegriff in der Bildungsarbeit, jedoch besteht in den meisten Fällen leider keine Praxisebene für Austausch, Diskussionen und sich daraus entwickelnde Handlungsmöglichkeiten. Unser Bestreben ist es einen Theorie-Praxis-Transfer zu leisten sowie Raum für bisher fehlende Vernetzung bezüglich der Handlungsebene in diesem Gebiet anzubieten.

Workshop I: Grundlagen
Workshop I richtet sich an Menschen, die sich bisher nicht oder wenig mit der Thematik beschäftigt haben. Aus kritischer Perspektive werden wir uns anschauen, welche Kulturverständnisse praxisrelevanten Methoden zugrundliegen und die jeweiligen Problemstellungen und ungewollte Lerneffekte diskutieren. Der Schwerpunkt wird auf die Vermittlung von theoretischen Inhalten sowie selbständige Wissenserarbeitung der Teilnehmenden gesetzt. Im Abschluss wollen wir uns über Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dem Thema in der eigenen Institution/eigenem Arbeitsumfeld austauschen. Termin: 15.-17. April 2011 in Berlin, verdi-Bildungsstätte Konradshöhe (barrierefrei), Beginn 17 Uhr, Ende 15 Uhr, Anmeldung bis zum 31.03. an projekt@glokal.org

Workshop II: "Fortgeschrittene"
Workshop II richtet sich an Teilnehmende, die den Grundlagen-Workshop besucht haben oder bereits theoretische Grundlagen mitbringen. Der Fokus des Seminars ist die gemeinsame Analyse von Methoden. Dabei wird es den Teilnehmenden möglich sein sich im kollegialen Austausch jeweils auf die Methoden zu konzentrieren, die sie selbst anwenden. Ergebnis soll ein zur Orientierung dienender Fragenkatalog sein, so dass es möglich wird eigene Bildungsangebote kritisch und strukturiert zu beleuchten. Termin: 24.-26. Juni 2011 in Potsdam, Hochllandhaus (bedingt barrierefrei), Beginn 17 Uhr, Ende 15 Uhr, Anmeldung bis zum 31. Mai an projekt@glokal.org

Zielgruppen
Beide Workshops richten sich an ehrenamtlich sowie hauptamtlich Tätige und freiberufliche Bildungsreferent_innen insbesondere aus der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit, internationalen Freiwilligendiensten und Jugendbegegnungen. Die Workshop-Themen orientieren sich stark an der Praxis des täglichen beruflichen Umfeldes und der ggf. bereits bestehenden Vorkenntnisse der Teilnehmenden. Die Workshops können je einzeln oder aufbauend aufeinander besucht werden Die Gruppengröße beträgt 18 Teilnehmende.

Seminarleitung
Chandra-Milena Danielzik, Juliane Juergensohn und Timo Kiesel

Teilnahmebeitrag
55 Euro je Wochenende
Bitte meldet euch bei uns, falls Ihr gerne teilnehmen wollt, aber den Teilnahmebeitrag nicht
aufbringen könnt.

Gefördert aus Mitteln der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin

glokal e.V. ist ein Berliner Verein der politischen Bildung. glokal arbeitet u.a. an der Schnittstelle der Themen EZ und Rassismus. http://www.glokal.org

LOTTA # 41 mit Schwerpunkt zu Geschichte und Kontinuitäten des deutschen Kolonialismus

In der Lotta (Antifaschistische Zeitung aus NRW) Nr. 41 gibt es einen Themenschwerpunkt zu Geschichte und Kontinuitäten des deutschen Kolonialismus: "50 Jahre nach Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit zahlreicher Länder Afrikas sind viele Folgen der Kolonialzeit noch immer höchst präsent. In den Köpfen sowie den Handlungsmustern der europäischen Mehrheitsbevölkerung sind rassistische Klischees wie auch rassistische Praktiken, die während des Kolonialismus ihre unselige Blütezeit erlebten, ungebrochen in erheblichem Umfang zu finden. Dies alles trifft auch auf die BRD zu, Grund genug, diesem Thema einen Schwerpunkt zu widmen."

Bestellung:
LOTTA - antifaschistische Zeitung für NRW
Am Förderturm 27
46049 Oberhausen
Kontakt: lotta-vertrieb@nadir.org
Internetadresse: http://projekte.free.de/lotta/
Kosten: 3 Euro (plus Porto)

PERIPHERIE 121: Eigensinn und Entwicklungspolitik

Die Beiträge der neuen PERIPHERIE widmen sich dem dialektischen Prozess der Aneignung und Lokalisierung von Entwicklungsdiskursen und -politiken und insbesondere dem darin innewohnenden Widerstandspotential:

PERIPHERIE 121
Eigensinn und Entwicklungspolitik
2011 - 140 Seiten - EUR 10,50
ISBN: 978-3-89691-827-7

Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Gebern und lokalen Akteuren steht wieder im Fokus entwicklungspolitischer Debatten. Dabei wird Entwicklungspolitik allein als Teil kolonialer Politiken betrachtet. Die Teilnahme von AkteurInnen aus dem Süden an entwicklungspolitischen Institutionen sowie die Aneignung von entwicklungspolitischen Ressourcen und die Lokalisierung von Diskursen durch lokale Eliten bleiben häufig unbeachtet. Formen der Aneignung und Lokalisierung spiegeln jedoch nicht nur den Kampf um die Verteilung und den Zugang zu materiellen und symbolischen Ressourcen durch
die Eliten wider, sondern haben auch etwas Eigensinniges. "Entwicklung" kann in diesem Sinne sogar eine Ressource in Praktiken des Widerstands gegen postkoloniale Politiken darstellen.

Ein Probeexemplar der Zeitschrift PERIPHERIE kann hierangefordert werden.

Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster, Email: scheer@dampfboot-verlag.de
Internetadresse: http://www.dampfboot-verlag.de

Reader "Selbstbestimmte Technikentwicklung und -nutzung" vom AK-ANNA

Der Reader richtet sich an alle Interessierten aus naturwissenschaftlichen, technischen und gesellschaftswissenschaftlichen Studiengängen und aus kritischen Basisinitiativen. Die Texte im Reader diskutieren aus unterschiedlichen Perspektiven über Möglichkeiten und Hindernisse für eine selbstbestimmte Entwicklung und Nutzung von Technik aus einer herrschaftskritischen Sicht. Das Spektrum reicht dabei von grundlegenden Texten zur Technologiekritik, über die Darstellung alternativer Ansätze der Wissensaneignung bis hin zur Diskussion konkreter Alternativen (z.B. FAB-Labs). Die AutorInnen kommen dabei aus unterschiedlichen Hintergründen (das Spektrum reicht von der Physikerin über politische BasisaktivistInnen bis hin zum Wissenschaftsjournalisten).

Die Gesellschaft und die zukünftige Gesellschaftsentwicklung wird wesentlich mitbestimmt von Techniknutzung und Technikentwicklung. Technisch entwickelt wird nicht, was machbar ist, sondern das, was in einem widersprüchlichen Netz von Interessenlagen und Herrschaftspolitiken Unterstützung findet. Die Tagung 'Selbstbestimmte Technikentwicklung und -nutzung' war ein erster Versuch dem eine eigene Idee von Technikentwicklung und -nutzung entgegenzusetzen. Die Diskussionen finden sich in den Texten des Readers wieder.

Lest doch einfach mal rein: http://www.ak-anna.org/selbstbestimmte_technik/reader.pdf

Start von kritisch-lesen.de

Ab heute startet ein wunderbar neues Online-Projekt: kritisch-lesen.de

Auf kritisch-lesen.de werden Rezensionen zu Büchern und Broschüren veröffentlicht, die aktuelle Diskussionen begleiten und anregen sollen. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine Online-Ausgabe mit einem inhaltlichen Schwerpunkt. Darüber hinaus finden sich in jeder Ausgabe Besprechungen zu anderen aktuellen Themen. Zu jeder neuen Ausgabe erscheint ein Newsletter, für den man sich auf http://www.kritisch-lesen.de anmelden kann.

Die Seite richtet sich sowohl an Personen, die bereits in einzelne oder verschiedene Diskussionen eingetaucht sind, als auch an jene, die sich Einstiegshilfen in verschiedene Themenfelder erhoffen.

Die nächsten Schwerpunktthemen werden voraussichtlich sein:
Ausgabe 1 (14.04.) - Antimuslimischer Rassismus
Ausgabe 2 (28.04.) - 140 Jahre Pariser Commune

Die Nullnummer findet sich hier.
Das Selbstverständnis von kritisch-lesen.de findet ihr hier.

Stellenausschreibung für WiMi-Stelle an der Uni Kassel zu Migrationsforschung, Frist: 03.04.2011

Wissenschaftliche Mitarbeiter/in (EG 13 TV-H)
Kennziffer 15712

Teilzeit mit der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit einer/eines Vollbeschäftigten, befristet für zunächst 2 Jahre mit der Möglichkeit der Verlängerung um weitere 2 Jahre (Qualifikationsstelle gem. § 65 HHG i. V. m. § 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG; Promotionsmöglichkeit).

Aufgabenprofil:
Wissenschaftliche Dienstleistungen in Forschung und Lehre auf dem Gebiet der sozialwissenschaftlichen Migrations­forschung, Mitarbeit beim Aufbau des Fachgebiets sowie bei den Aktivitäten des „International Center for Development and Decent Work“ (ICDD), migrationsbezogenes Promotionsvorhaben.

Anforderungsprofil:
Abgeschlossenes wissenschaftliches Universitätsstudium in einer der Sozialwissenschaften, Studien- und/oder Arbeitserfahrung im (außereuropäischen) Ausland. Erwünscht sind sehr gute Kenntnisse hinsichtlich internationaler (Arbeits-)Migration, Kenntnisse hinsichtlich der Dimension Geschlecht im Migrationsprozess oder von Arbeitsbeziehungen; sichere Beherrschung der englischen Sprache und Kenntnisse der deutschen Sprache; Bereitschaft zur Mitarbeit an Forschungsvorhaben und in der universitären Selbstverwaltung.

Die Bewerbung soll ein ca. 4-seitiges Exposé enthalten.

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung: Prof. Dr. Helen Schwenken, E-Mail: Helena.Schwenken@uni-kassel.de, Tel.: 0561-804-3122.

Bewerbungsfrist: 03.04.2011

Die Universität Kassel ist im Sinne der Chancengleichheit bestrebt, Frauen und Männern die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und bestehenden Nachteilen entgegenzuwirken. Angestrebt wird eine deutliche Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre. Qualifizierte Frauen werden deshalb ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben. Schwerbehinderte Bewerber/innen erhalten bei gleicher Eignung und Befähigung den Vorzug. Vollzeitstellen sind grundsätzlich teilbar. Bitte reichen Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen nur in Kopie (keine Mappen) ein, da diese nach Abschluss des Auswahlverfahrens nicht zurückgesandt werden können; sie werden unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen vernichtet. Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen sind unter Angabe der Kennziffer, gern auch in elektronischer Form, an den Präsidenten der Universität Kassel, 34109 Kassel bzw. pvabt3@uni-kassel.de, zu richten.