EnWi-Newsletter April 2010

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„It's a kind of Magic“ – Gedanken über Solidarität heute

Solidarität, das klingt wie ein Wort aus anderer Zeit, oder? Es klingt vielleicht nach Westlinke und Ost-System-Sprech, nach guter, alter Zeit. Nach einer Vergangenheit, die schon lange vergangen ist. Oder? Denn Sprüche wie „Hoch die internationale Solidarität“, die wirken heutzutage gar nicht mehr so in der Zeit stehend. Und so einfach über die Lippen kommend wirken sie auch nicht. Die erscheinen zwar vom Bauchgefühl her richtig – aber was sagt unser Kopf? Mit wem sollen wir denn solidarisch sein? Und vor allem – warum? ... Fortsetzung nach dem Inhaltsverzeichnis

EnWi e.V.
Editorial: „It's a kind of Magic“ – Gedanken über Solidarität heute
Demokratiewerkstatt I: Demokratie - eine unendliche Geschichte?, 12.6.10, Leipzig
Das Forum wird FÜNF! Geburtstags- und Soli-Party am 23.4. in der EEG
BUKO-Vorveranstaltung am 29. April - Film, Diskussion und Soli-Bar
Tagungsbericht Ordnung.Macht.Extremismus online
Diskurswerkstatt im Sommersemester: Kritische Theorie et cetera
Leipzig
ADB sucht Modelle/Darsteller_innen für Fotoprojekt "Nicht nur Kleider machen Leute"
Brimboria Kongress, 16.-18.4.10
Wirkcamp 7.-9. Mai in Leipzig - Anmeldung hat begonnen
Rest der Welt
Offene Sommeruni "Subjektfundierte Hegemonietheorie" - vorauss. August
Seminar: Deutschland als Migrationsgesellschaft - Auswirkungen auf die professionelle Praxis, Dresden, 7./8. Mai 2010
Vorlesungsreihe Menschen ohne Papiere. Hamburger Beiträge zur Erforschung irregulärer Migration, Hamburg (April - Juni 2010)
Gründung Institut für selbstbestimmtes Lernen - call for Mitmachen & Werben
Petition gegen Residenzpflicht - Zeichnungsfrist 26.4.
Bildungsstreik 2010: Aufruf zum Mitmachen!
BUKO 33: Nach den Sternen greifen - 13.-16. Mai in Tübingen
Podiumsdiskussion: Das Vogtland im Visier. Rechtsextreme auf dem Vormarsch? 20.4.2010, Plauen
cfp: Konf.: EMERGING FORMS OF SOCIALITY, 30.9.-2.10.2010, Frankfurt/Main, Deadline: 15.4.10
Veranstaltungs-Reihe: Reclaim Feminism, April - Mai 2010, Berlin
Seminar: Namibia – 20 Jahre Unabhängigkeit, 21.-23.5.10, Würzburg
Ausländerrat Dresden sucht TeamerInnen für Bildungsprojekt - 3 Weiterbildungen im April und Mai
Vortragsreihe: Queere Theoriebildung heute, Tübingen (April - Juli 2010)
Neuerscheinungen
Neue Ausgabe der iz3w zur US-Außenpolitik unter Obama: "No he can't"
Tagungsbericht: "Gibt es Extremismus?" online
Stellenausschreibungen
Beraterin / Berater für Demokratiepädagogik im Regionalzentrum für demokratische Kultur Südvorpommern, Anklam, Deadline: 12.4.10
Referent_in bei IDA (Düsseldorf) - Bewerbungsschluss 12. April

Editorial: „It's a kind of Magic“ – Gedanken über Solidarität heute

Solidarität, das klingt wie ein Wort aus anderer Zeit, oder? Es klingt vielleicht nach Westlinke und Ost-System-Sprech, nach guter, alter Zeit. Nach einer Vergangenheit, die schon lange vergangen ist. Oder? Denn Sprüche wie „Hoch die internationale Solidarität“, die wirken heutzutage gar nicht mehr so in der Zeit stehend. Und so einfach über die Lippen kommend wirken sie auch nicht. Die erscheinen zwar vom Bauchgefühl her richtig – aber was sagt unser Kopf? Mit wem sollen wir denn solidarisch sein? Und vor allem – warum?

Und doch ist das Wort immer wieder ein Richtungsstein für politisches Denken und Handeln. Sowohl CDU wie SPD haben es in ihren Grundsatzprogrammen an zentraler Stelle markiert. Zuletzt hat sich vor einigen Monaten ein Institut Solidarische Moderne gegründet. Ein Ziel formuliert Andrea Ypsilanti: „Wir werben für eine Alternative zum jetzigen neoliberalen Gesellschaftsbild, zum neokonservativen Gesellschaftsbild und zum ungezügelten Kapitalismus. Dafür wollen wir Mehrheiten organisieren“. Solidarität hat also immer noch Konjunktur. Zumindest im politischen Feld.

Hat Solidarität auch etwas mit unserem Alltag zu tun? Wenn Solidarität nicht da ist, welche Gefühle können einem dann entgegen kommen? „Die fehlende Hand, die deine nicht hält“ (Kettcar). Das ist es wohl: Keine Person, nirgends, die einen hält, einem Halt gibt, wenn es Gegenwind gibt, wenn es einem richtig schlecht geht, wenn gestern, heute und morgen zu einem dunklen Brei verschwimmen. Dann wünschen wir uns Hilfe, dann wünschen wir uns Mut und Zuspruch durch Menschen, die andere Kräfte, die gerade mehr Kraft haben. Auch das kann Solidarität sein.

Für uns von EnWi und dem FKR (das dieses Jahr seinen fünften Geburtstag feiert) heißt das z.B., dass wir in diesem Monat eine Soli-Party für einen Freund und Mitstreiter organisieren (siehe unten). Konkret geht es um Prozesskosten für einen Prozess, der gar nicht geführt werden dürfte. Zu Unrecht hat dieser Freund eine Konfrontation mit dem Ordnungs- und Rechtssystem – und diese Konfrontation kostet Geld. Früher hieß das „Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ In diesem Fall heißt das für uns, solidarisch zu sein mit einer Person, die uns etwas bedeutet und die unsere Hand verdient. Ohne Gegenleistung, ohne „Feedback“. Auch das ist Solidarität, denke ich.

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Multitude“. So könnte es in einer Aktualisierung eines Spruches von Rosa Luxemburg heute heißen. Multitude ist ein Begriff von Michael Hardt und Antonio Negri aus ihren Büchern „Empire“ und „Multitude“. Diese Multitude soll die Vielzahl von Menschen, Initiativen, Akteure_innen usw. sein, die das Empire herausfordern – mit Forderungen nach mehr Demokratie, mehr Emanzipation, mehr Solidarität. Dem kann ich einiges abgewinnen, andere vielleicht nicht. Große Theorien wiegen schwer – aber andererseits sind es auch einfach nur Versuche, Analyse und Kritik zu betreiben, um die Gesellschaft in Bewegung zu halten. Und um sie anders Lesen zu können, um sie dann zu verändern.

Auch das FKR hat sich aus meiner Sicht so verstanden, Themen der Gesellschaft anders zu interpretieren, anders zu sehen, damit wir einen anderen, einen kritischen Blick auf diese Probleme bekommen – oder plötzlich sogar andere Probleme sehen (werden). Ob in Vortragsreihen, auf Fachtagungen, in Workshops, durch Bücher und andere Publikationen, durch Vorträge oder andere Interventionen – wir haben uns bemüht, Gesellschaft mit neuen Augen als den vorherrschenden Deutungsmustern zu betrachten. Dies war immer ein Lernprozess – der auch zu Um- und Unwegen geführt hat. Aber stehen geblieben sind wir nicht – wir sind eine kleine „Gesellschaft in Transformation“ (Serhat Karakayali). Auch in diesem Arbeitszusammenhang spielt aus meiner Sicht Solidarität eine große Rolle: Neben der schon angesprochenen Solidarität füreinander ist es die Solidarität mit den Personen und Gruppen, die zu Opfern und Marginalisierten gemacht werden. Doch wir wollen diese Solidarität ausüben – ohne Menschen auf diesen „Opferstatus“ festzuschreiben. Denn z.B. ist die „Autonomie der Migration“ auch ein Zeichen dafür, dass die Gespenster dieser umfassenden, weltweiten Gesellschaftsbewegung schon die Grenzen zum Tanzen gebracht haben und weiter bringen werden. Wir wollen bei solchen Bewegungen genau zuhören, dabei sein, forschen und fordern, andere Perspektiven denken und politisches Handeln fördern. Wir hoffen dabei weiterhin auf das Interesse von Euch und Ihnen allen. Und auf ihre Diskussions- und Fragestellungen – die waren eine Bereicherung für unsere Arbeit. Vielen Dank deshalb für diese kritische Solidarität gegenüber unseren Tätigkeiten.

„Solidarität ist das wärmste Jäckchen“. So stand es in einem Editorial der Phase 2. Dem ist wenig hinzuzufügen. Auch im Frühling nicht – dem wir – und euch zugleich – Wärme, Sonne und Solidarische Zeiten wünschen.

Stefan Kausch

Demokratiewerkstatt I: Demokratie - eine unendliche Geschichte?, 12.6.10, Leipzig

Willy Brandt hat einmal gesagt: „Wir müssen mehr Demokratie wagen!“ Doch was hat Demokratie eigentlich mit unserem Alltag, mit unserem Leben zu tun? Welche Möglichkeiten bieten uns demokratische Entscheidungsregeln und Aushandlungsformen – gerade im täglichen Miteinander? Welche Probleme und Schwierigkeiten treten auf, wenn wir uns an demokratischen Prozessen beteiligen? Und wo gibt es Grenzen und Schranken, die demokratische Prozesse be- oder sogar verhindern? Wie können wir Demokratie in unseren unterschiedlichen Handlungsfeldern (Alltag, Vereinsaktivitäten, politisches Engagement, usw.) erleben, erweitern und gestalten?

Wir bieten mit unserer Demokratiewerkstatt einen Raum um genau diese Fragen gemeinsam anzugehen. In ihr möchten wir das spannungsreiche Feld der Möglichkeiten und Schwierigkeiten demokratischen Lebens diskutieren und darüber Erfahrungen austauschen.
In einer offenen und respektvollen Atmosphäre wollen wir debattieren und in praktischen Übungen demokratische Prozesse erfahren. Auf Grundlage dessen möchten wir eigenen (nicht-)demokratischen Verhaltensweisen auf die Spur kommen. Wir möchten als nächsten Schritt Lösungen suchen, wie Demokratie unseren Alltag und unser Engagement bereichern kann, z.B. dadurch, Entscheidungsprozesse bewusst zu machen, demokratische Prinzipien zu erleben und auszuprobieren.

Themen der Werkstatt sind:

  • Demokratie zwischen Konsens und Konflikt
  • Demokratie als offener Prozess
  • Entscheidungsprozess Demokratie
  • Wie ist größtmögliche Freiheit für alle lebbar?
  • Demokratie zwischen unserem konventionellen Politikverständnis (als Regierung, Parlament, Parteien) und unserem Alltagshandeln
  • Demokratie aushalten vs. aushandeln?
  • Demokratischer Umgang mit Nicht-Demokrat_innen

Demokratie als Lebensform? Wir sind auf Ihre/Eure Antworten und den Diskussionsprozess darüber gespannt!

Zielgruppe: Engagierte Bürger_innen in Vereinen, Initiativen und Institutionen

Projektteam:

  • Stefan Kausch, Dipl.-Pol. und Anja Pannewitz, Dipl.-Soz., Engagierte Wissenschaft e.V.
  • Lydia Lierke, FSJ Politik, Stadtjugendring Leipzig

Projekt Kompetenz für Demokratie fördern
Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus”; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Stadt Leipzig, Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Infos: www.aktionsplan-leipzig.de

Infos etc. unter: www.engagiertewissenschaft.de/demokratie

Das Forum wird FÜNF! Geburtstags- und Soli-Party am 23.4. in der EEG

Das Forum für kritische Rechtsextremismusforschung wird fünf Jahre alt!

Das ist für uns ein Grund zum Feiern. Die Party möchten wir aber ebenso nutzen, um Soli-
Prozesskosten zu sammeln. Also: kommt gerne ins Westwerk in die EEG (www.eexistence.de) und feiert mit uns - und das ganze noch für einen sehr, sehr guten Zweck! Engagierte Wissenschaft heißt auch Solidarität!

  • am 23. April 2010, ab 22 Uhr
  • in der EEG, Westwerk (Plagwitz)

Musixx: Djs
Dj Hexe-Karger; DJ Descanta (Groove Terrace, Leipzig)
[indie, electro, souljazz, stromgitarre]
- tba.

BUKO-Vorveranstaltung am 29. April - Film, Diskussion und Soli-Bar

Bei der Leipziger BUKO-Vorveranstaltung wird es um den deutschen Kolonialismus und seine Folgen bis heute gehen. Damit wollen wir an die Kampagne „125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz“ anknüpfen, die auch auf dem BUKO-Kongress ein Thema sein wird. Anhand eines Films sowie einem Inputreferat wollen wir diskutieren, wie das koloniale Erbe bis heute in Deutschland fortwirkt und wieso eine kritische Aufarbeitung nach wie vor aussteht. Zwischen Vortrag und Film gibt es eine Pause, so dass es auch möglich ist, nur eine Hälfte der Veranstaltung zu besuchen. Wir laden alle ein, zu bleiben und ein Getränk an der Soli-Bar zu nehmen – der Erlös aus dem Barbetrieb kommt der BUKO zugute.

Vortrag, Film + Diskussion: 29. April, 18h, in den Räumen der Gesellschaft für Völkerverständigung im Werk II (Kochstr. 132).

Tagungsbericht Ordnung.Macht.Extremismus online

Der Tagungsbericht zu unserem Workshop "Ordnung.Macht.Extremismus - Effekte und Alternativen des Extremismusbegriffs", den das FKR in Kooperation mit dem Profilbildenden Forschungsbereich "riskante Ordnungen" und mit Unterstützung der Thyssen-Stiftung im November 2010 durchgeführt hat, ist jetzt online auf H-Soz-u-Kult erschienen.
Zu lesen ist der von Tobias Prüwer verfasste Bericht hier: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?pn=tagungsberichte&id=3054

Im Nachgang des Workshops wurde auch eine Mailingliste zum Thema eingerichtet. Wer daran Interesse hat, wende sich bitte an forum@engagiertewissenschaft.de

Diskurswerkstatt im Sommersemester: Kritische Theorie et cetera

Nachdem das Wintersemester im Zeichen der Postkolonialismen stand, wendet sich die DiWe im Sommersemester neuen Räumen zu - der abgestimmte Themenrahmen nimmt seinen Ausgang in der Kritischen Theorie, zieht nötigenfalls Quellen und Klassiker zu Rate, um sich dann aktuellen (mitunter feministischen) Diskussionen zuzuwenden. All dies soll sich ausrichten an einem (oder mehreren) der folgenden Begriffe: Anerkennung, Entfremdung, Ideologie.
Zur konstituierenden Sitzung am Mittwoch 14.4. um 20 uhr im GWZ (genauer Raum wird ausgeschildert) sind wie immer alle herzlich eingeladen!
Zudem ist für Mai ein gemeinsames Theorie-meets-Sonnenschein-Wochenende auf der fabelhaften Burg Lohra im Vorharz in Planung.

ADB sucht Modelle/Darsteller_innen für Fotoprojekt "Nicht nur Kleider machen Leute"

Sehr geehrter Damen und Herren,

das Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. erarbeitet zur Zeit eine Wanderausstellung zum Thema Diskriminierung. Ein Teil der Ausstellung sollen Fotografien sein. Dafür suchen wir Menschen, die sich als Modell/DarstellerIn fotografieren lassen.

„Nicht nur Kleider machen Leute“ - Das Fotoprojekt besteht aus der Idee, Menschen mit unterschiedlichem Aussehen in verschiedener Kleidung an wechselnden Orten zu fotografieren.
Mit den Fotos soll die Frage gestellt werden, wie Menschen abhängig von Ort, Situation und Erscheinungsbild wahrgenommen werden. Auf welche Art und Weise die Wahrnehmung funktioniert, wird dadurch umgesetzt, dass eine Person an wechselnden Orten in jeweils unterschiedlicher Kleidung fotografiert wird.

In der Ausstellung werden diese Fotos nebeneinander hängen und deutlich machen, wie stark äußerliche Merkmale, wie Umgebung, Kleidung und sichtbare Hinweise auf Alter, Herkunft, Behinderung etc. das Bild prägen, dass wir uns von Andere machen. Die jeweiligen Situationen sind dabei frei erfunden.

Gesucht sind Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlecht, Herkunft, Menschen mit sichtbaren Behinderungen und Religionszugehörigkeit, wenn sie sichtbar nach außen getragen wird. Fotografiert werden Ganzkörper-Portraits, da auch die Kleidung für die äußerliche Wahrnehmung entscheidend ist. Die Aufnahmen werden frei inszeniert, aber es sind keine schauspielerischen Fähigkeiten nötig, da es sich um Portraits handelt.

Es wird an 10 verschiedenen Orten in Leipzig fotografiert. Wir bemühen uns, die Fotos an 3-4 Tagen zu fotografieren, was aber auch abhängig von der Verfügbarkeit der Orte und den Zeitplänen der Modells/DarstellerInnen ist. Es ist geplant im Zeitraum von Mitte bis Ende April 2010 zu fotografieren.

Wenn Sie sich vorstellen können, an dem Projekt als DarstellerIn teilzunehmen oder weitere Fragen zum Projekt haben, wenden Sie sich bitte an die Fotografin Betty Pabst (mail@bettypabst.de, 0178 2321282) oder ans Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

Bitte leiten Sie die Mail auch weiter an potentiell Interessierte.

Mit freundlichen Grüssen,
Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. & Betty Pabst

Brimboria Kongress, 16.-18.4.10

BRIMBORIA Kongress – Die subversive Strategie des Fake
16. - 18. April, Leipzig WESTWERK

About (Hintergrund)

Das Brimboria Institut ist ein an sich unbegrenztes Großprojekt zur Erforschung, Förderung und Verbreitung subversiver Protestformen. Initiert von einer Gruppierung zu der sich politisch Aktive, künstlerisch Engagierte und andere vaterlandslose Individua zählen, liegt Ihren Projekten ein tiefes Vertrauen gegenüber der Vernunftfähigkeit des Menschen zugrunde. Daher unternimmt das im Brimboriainstitut tätige Team weitreichende Untersuchungen über Nutzen und Wirkung subversiver Theorie und Praxis. Wir sammeln dafür subversive Methoden, machen sie begreifbar und praktisch anwendbar.

Die Dokumentation wird auf verschiedenen Wegen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wie z.B. in Form dieser Website oder der Organisation von verschiedenen inhaltlichen Veranstaltungen. Interessant macht sich die künstlerisch-subversive Methodik für uns besonders auf Grund ihrer Funktion als Schnittstelle zwischen Kunst und Politik.
Sie gestattet Eingriffe in die gesellschaftliche Lebenswelt bei teils geringem Aufwand und mithin beachtlichen Ergebnissen. Diese können vom versteckten Lächeln zu schwerer Empörung reichen, von geringem Stirnrunzeln bis hin zu völlig klargemachter Kritik. Die Reaktionen sind dabei so variabel wie die Inhalte und Formen. Wer sich diese Methoden aneignet, anwendet, weiterentwickelt kann kritisches Bewusstsein entwickeln oder bereits vorhandenes praktisch werden lassen.

Als eine weitere Dimension von Brimboria sehen wir die theoretische Einsicht in die politischen, kulturellen und ökonomischen Vorgänge, die essentiell ist, um jene Abläufe zu begreifen und dann zu verändern. Dabei wollen wir vermeiden, dass die Mitmacher und Zuhörer von schweren Theoriebrocken erschlagen werden. Dennoch muss ein theoretisches Verständnis provoziert werden, damit die Werkzeuge die wir zu vermitteln versuchen nicht falsch oder unsinnig verwendet werden.

Info und Anmeldung zum Kongress:

http://www.brimboria-kongress.net/programm.php

Wirkcamp 7.-9. Mai in Leipzig - Anmeldung hat begonnen

Die Initiative Synagieren will die ökologische und soziale Verantwortung der Einzelnen, sowie deren gezielte Zusammenarbeit fördern. Dazu hat sie mit dem Synagieren Wirkcamp eine neue Veranstaltungsform entwickelt, die Bildung, Engagement und Kreativität miteinander vereint und dabei gezielt auf die ökologischen und sozialen Probleme des 21. Jahrunderts reagiert.

Das erste Wirkcamp findet vom 7.-9. Mai 2010 in Leipzig statt. In verschiedenen Arbeitsgruppen (bisher gibt es sechs: Vegetarische Tage in der Mensa, Filmen für Nachhaltigkeit, Littlebird - schmackhaft in den Arbeitsmarkt, Nachhaltigkeit im Internet, Konsum Global Leipzig, Bolzen auf der Brache) und einem Open Space sollen Ideen nicht nur diskutiert, sondern auch umgesetzt werden. Eigene AGs können noch angemeldet werden (zu den Kriterien geht es hier entlang). Ein Rahmenprogramm mit öffentlichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Musik gehört auch dazu.

Mehr Infos unter: http://www.synagieren.de

Direkt zur Anmeldung geht es hier entlang.

Offene Sommeruni "Subjektfundierte Hegemonietheorie" - vorauss. August

Offene Sommeruni im Tagungshaus Wernsdorf veranstaltet von Sinnflut e.V. unterstützt v. d. Stiftung Fraueninitiative

Worum geht es?

Die Zeiten sind vorbei, in denen Sexismus und Rassismus in linken Büchern aus Deutschland keine Erwähnung fanden. Auch bei weißen männlichen Theoretikern finden sich heute in der Regel ein bis mehrere Absätze, sogar nicht selten ein ganzes Kapitel zu „gender“ und ganz manchmal auch ein entsprechendes zu „race“. Trotz aller Abgrenzungen zum Haupt­widerspruch erstaunt dann jedoch, dass alles, was in diesen Abschnitten erwähnt und darin in seiner Wichtigkeit noch einmal herausgestellt wird, in der Analyse der die Gesellschaft vorantreibenden Kräfte plötzlich fehlt – so als sei alle wirkliche Geschichte nach wie vor nur jene von Klassenkämpfen. Was aber kann es heißen, Queerfeminismus, postkoloniale An­sätze und Marxismus zusammenzudenken?

Letztlich sind alle Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben – und es geht darum, sie alle umzuwerfen. Dies ist der Ausgangspunkt meiner subjektfundierten Hegemonietheorie, welche ich in der Offenen Sommeruni vorstellen und diskutieren möchte. Um diesen zu verstehen, sind eine Reihe von Theorien zentral. Darum bauen in dieser Woche im Grunde verschiedene Crashkurse aufeinander auf: zu Michel Foucaults Ansatz der Gouver­ne­mentalität, zur Hegemonietheorie Antonio Gramscis, zum Poststrukturalismus von Jacques Derrida und dem Postmarxismus von Ernesto Laclau & Chantal Mouffe sowie zum Post­feminismus von Judith Butler und dem Postkolonialismus von Gayatri C. Spivak. Mein Ansatz der subjektfundierten Hegemonietheorie ergibt sich daraus so gut wie von selbst. Grundgedanke ist, dass Identitäten im Streben nach Hegemonie und Emanzipation (re-  )konstruiert werden.

Es soll aber auch Raum sein für das gemeinsame Andenken, was aus all dem sich für das eigene Denken, Forschen und Handeln ergibt. Und dafür, wie diese Welt besser werden kann.

Wie läuft es ab?

Der Begriff ´Uni´ ist nicht ganz willkürlich gewählt, es soll tatsächlich konzentriert gearbeitet werden – zwar nicht mit Texten, aber insgesamt ist es schon ´viel Stoff´. Wenn am Nachmittag und spätestens am Abend Zeit ist, wäre es natürlich toll, wenn sich noch andere Skillsharing-Workshops ergeben – gerne auch zum Ausgleich etwas nicht Kopflastiges.

Wer ist angesprochen?

Wenn Du magst: Du. Ob Studi oder nicht, ob jung oder alt etc. ist unwichtig. Wir wollen versuchen, wirklich gemeinsam zu lernen und uns dabei gegenseitig zu unterstützen.

Wann findet die Offene Sommeruni statt?

Wahrscheinlich vom 1. bis 6. August – aber erste Rückmeldungen können den Termin noch beeinflussen. Wer dabei sein möchte, sollte von Sonntagabend bis Freitagmittag Zeit haben. Wer mag, kann das Wochenende davor schon kommen. Wenn mehrere Lust haben, können wir am Wochenende danach noch (wie auch immer) weitermachen.

Wo liegt… wie heißt das noch?

Wernsdorf befindet sich im Südosten von Berlin und hier: www.tagungshaus-wernsdorf.de

Kostet das etwa was?

Vorweg: Am Geld soll es nicht scheitern. Und: Es gibt eine finanzielle Unterstützung durch die Stiftung Fraueninitiative, die ihren inhaltlichen Schwerpunkt im „Themenbereich nicht-patriarchales und nicht-neoliberales Wirtschaften, Arbeiten und Leben“ setzt (www.stiftung-fraueninitiative.de). Wie weit wir damit kommen, müssen wir sehen – vielleicht sehr weit, denn wir werden nicht allzu viel Geld benötigen: Eigentlich kostet eine Übernachtung im Tagungshaus 10 Euro, eine Übernachtung im Zelt auf dem Gelände 5 Euro, insgesamt pro Person also 50 bzw. 25 Euro plus Verpflegung. Diese versuchen wir so günstig wie möglich zu gestalten. Dabei helfen uns die im Großeinkauf besorgten Biovorräte eines benachbarten Projektes sowie Eure Containerkünste.

Kontakt & Anmeldung: friede AT kesselberg.info

Seminar: Deutschland als Migrationsgesellschaft - Auswirkungen auf die professionelle Praxis, Dresden, 7./8. Mai 2010

vom: 07.05.2010, 09:00 Uhr
bis: 08.05.2010, 16:30 Uhr

In Folge von Migration werden Lebensweisen, Biographien und Sprachen in eine Gesellschaft übertragen, verändern sie, lassen Zwischenwelten und neue Identitäten entstehen. Aber es werden auch Konstruktionen der Fremdheit auf den Plan gerufen, Grenzen der Zugehörigkeiten gezogen, Fragen des Umgangs mit Differenz,Ungleichheit und Ausgrenzung neu gestellt.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Eingebundensein/Leben in einer Migrationsgesellschaft Deutschland für unser sozialpädagogisches Handeln? Wie können wir die Phänomene der Migration in ihrer Komplexität verstehen und ihr in der Praxis Rechnung tragen? – all diesen Fragen widmet sich das Seminar und hat die Stärkung der professionellen Kompetenzen im Umgang mit Phänomenen der Migration zum Ziel.

Umsetzung
Wir thematisieren historisch-gesellschaftliche Umgangsformen mit Phänomenen der Migration, überlegen, wie Zugehörigkeitsordnungen entstehen und gelebt werden. Auch setzen wir uns mit machtvollen Strukturen des Unterscheidens auseinander, wie sie sich auch in sozialpädagogischen und Bildungszusammenhängen zeigen. Des Weiteren knüpfen wir an individuelle Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele an und erarbeiten zusammen Beziehungs- und Handlungsgrundsätze, die uns Orientierung im Umgang mit migrationsbedingter Pluralität und Differenz ermöglicht. Je nach Interessen der Teilnehmenden können folgende Themen besondere Berücksichtigung finden: Migrations- und Rassismuserfahrungen in der Beratung, Umgang mit Mehrsprachigkeit und migrationsbedingter Differenz in Bildungskontexten, Reflexion von strukturell bedingten Benachteiligungen und Veränderungsstrategien, strukturelle Öffnung sozialer und Bildungseinrichtungen und Powersharing.

Veranstaltungsort
Sozialwissenschaftliches Fortbildungsinstitut (Sofí) an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH) e.V.
Wiener Str. 58
01219 Dresden

Kosten: 100,00 €
Anmeldung: Sofí - Sozialwissenschaftliches Fortbildungsinstitut
Telefon: (0351) 477 94 11
E-Mail: weiterbildung.ehs@t-online.de
Web: http://www.ehs-sofi.de/service/kontakt.html

Vorlesungsreihe Menschen ohne Papiere. Hamburger Beiträge zur Erforschung irregulärer Migration, Hamburg (April - Juni 2010)

Veranstalter: Hamburger Institut für Sozialforschung
Datum, Ort: 21.04.2010-02.06.2010, Hamburg

Das eigene Heimatland verlassen zu können, ist ein Menschenrecht. In ein anderes Land ohne Erlaubnis einzureisen, gilt als Verbrechen. Mit hohem Aufwand versuchen Nationalstaaten unerwünschte Migration durch Grenzkontrollen zu verhindern. Dennoch leben laut Schätzungen allein in Europa bis zu 3,8 Millionen Menschen ohne Papiere. Irreguläre Migration ist ein politisch umkämpftes Thema, bei dem ordnungspolitische und menschenrechtliche Präferenzen im Widerstreit stehen. Seit der Veröffentlichung einer Studie zu „Menschen ohne Papiere“ im letzten Jahr wird in Hamburg über Möglichkeiten eines angemessenen Umgangs mit irregulärer Migration ernsthaft diskutiert. Grund genug, Hamburger Sozialwissenschaftlerinnen zu präsentieren, die zu Aspekten irregulärer Migration forschen und publizieren. Die Reihe gibt einen Überblick über in Hamburg angesiedelte aktuelle Forschungsarbeiten zu irregulärer Migration, bietet die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung und möchte intellektuelle Impulse für eine sensible politische und akademische Debatte setzen.

21. April 2010 Dita Vogel: Irreguläre Migration – eine globale Herausforderung

28. April 2010 Marianne Pieper: Politiken illegalisierter MigrantInnen

5. Mai 2010 Ursula Neumann: Kinder und Jugendliche ohne Papiere

19. Mai 2010 Kerrin-Sina Arfsten: Illegale Einwanderer: Feindbild an der US-mexikanischen Grenze

26. Mai 2010 Dirk Kohnert: Afrikanische Migranten vor der Festung Europa

2. Juni 2010 Norbert Cyrus: Grenzen und Alternativen der Migrationskontrolle

Infos: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=13512

Gründung Institut für selbstbestimmtes Lernen - call for Mitmachen & Werben

Die INSEL

INSEL steht für Institut für selbstbestimmtes Lernen. Dieses Institut soll ab dem kommenden Wintersemester ähnlich wie das Institut for democratic Education in Israel eine Art Lehramtsausbildung für Mitarbeiter_innen an demokratischen Schulen und Ausbildung für Menschen in der außerschulischen Bildungsarbeit, bzw. eine Referendariatsbegleitung für kritische Lehrer_innen an staatlichen Schulen anbieten. Dabei soll es jedoch nicht primär um eine zielorientierte Ausbildung gehen, sondern um ein prozessorientiertes Entwickeln von Interessen, Fragestellungen, Lebens- und Kommunikationsformen, also quasi um Bildung. Dabei arbeitet die INSEL ähnlich wie eine demokratische Schule: Alle Beteiligten entscheiden über ihr individuelles Lernen selbst, über gemeinsame Projekte gemeinsam und gleichberechtigt. So sollen individuelle Lernwege und das Verfolgen von eigenen Interessen möglich werden, aber auch der gemeinsame Austausch und das sich gegenseitig Inspirieren und Reflektieren.

Gleichberechtigt lernen -.Gleichberechtigung lernen
Der Unterschied zu vielen anderen derartigen Institutionen ist jedoch das die INSEL ohne Lehrer_innen/Dozent_innen/Professor_innen mit (scheinbar) objektivem Wissen oder zertifiziert mehr Erfahrung,  sondern komplett selbstorganisiert arbeitet: Die Studierenden tragen die Struktur selbst, organisieren sich in Jahrgangsgruppen, teilen anfallende Arbeit gleichberechtigt untereinander auf. Da die Gleichberechtigung normalerweise kein Naturzustand sondern Ergebnis von
Reflexion von gesellschaftlichen Ungleichheiten und dem eigenen Kommunikationsverhalten ist, wird die INSEL gleichzeitig ein Experiment, in dem erforscht werden kann, was und wie gelernt wird, wenn Gleichberechtigung tatsächlich stattfindet. - Vielleicht etwas völlig Neues, was das bisherige Denken in Frage stellt?

Vorbereitungstreffen 17./18. Juni
Bisher sind die an der INSEL Interessierten auf verschiedene Städte verstreut und organisieren sich nur als Mailingliste. Deshalb soll am 17./18. April in Leipzig ein Treffen stattfinden, bei dem sich alle Insulaner_innen kennen lernen, gemeinsam Pläne schmieden, das Konzept kennenlernen, verändern, ausprobieren können. Anmelden kann mensch sich bei onlineinsel@yahoo.de Das Treffen soll in erster Linie der Vernetzung der Interessierten dienen, Unterstützer, die sich an der INSEL nicht beteiligen werden, aber die INSEL beispielsweise finanziell fördern wolllen sind natürlich auch willkommen.

Unterstützen
Gerade in der Aufbauphase freuen wir uns auch über finanzielle Unterstützung (wir freuen uns auch über symbolische Summen aus Soli-Aktionen). Momentan gibt es ein Treuhandkonto, das nach dem Gründungstreffen in ein Vereinskonto umgewandelt werden wird:

Manuel Spors
GLS Gemeinschaftsbank
Kto.-Nr.: 4031573601
BLZ: 43060967

Ansonsten wäre es toll, wenn ihr Informationen über die INSEL an alle weiterleiten könntet, von denen ihr glaubt, dass sie sich dafür interessieren. Außerdem sind wir natürlich an Meinungen interessiert. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr euch das Konzept anschaut und uns schreibt, was ihr davon haltet. Auf unserer zukünftigen Homepage sollen diese Statements veröffentlicht werden, gerne auch mit einem Bild von euch.

Mehr Informationen
Weitere Informationen findet ihr unter www.onlineinsel.org. Dort findet ihr beispielsweise die Beschreibung der zwei startenden Studiengänge, die aktuellen INSEL-Termine, Kontaktdaten usw. Sonst könnt ihr euch mit Fragen gerne an maya(at)gmx.org wenden. Es wäre schön, wenn Leute von euch dabei wären! Bitte leitet die Infos gerne weiter!

Petition gegen Residenzpflicht - Zeichnungsfrist 26.4.

E-Petition gegen Residenzpflicht

Seit dem 15. März steht eine E-Petition an den Bundestag gegen die Residenzpflicht zur Mitzeichnung im Netz. Innerhalb von sechs Wochen, also bis zum 27. April 2010, kann sich jede und jeder, die/der sich bei epetitionen.bundestag.de registriert, die Petition mitzeichnen und unterstützen. Wenn in den ersten drei Wochen mindestens 50.000 Unterzeichner/innen zusammenkommen, wird über sie im Petitionsausschuss öffentlich verhandelt. Eventuell unterstützen Abgeordnete des Bundestags die Petition, die dann dem Bundestag zum Beschluss vorgelegt wird.

Hier der Link zur Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10249

Wortlaut der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die “Residenzpflicht” (Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) § 56 und §85 Punkt 2.) abgeschafft wird, die es Asylbewerber_innen und geduldeten Flüchtlingen verbietet, ihren Meldelandkreis ohne behördliche Ausnahmegenehmigung zu verlassen.

Begründung

Die Residenzpflicht, also das Verbot, den Meldelandkreis ohne behördliche Ausnahmegenehmigung zu verlassen, stellt für viele Betroffene eine enorme Einschränkung dar, der sie teilweise viele Jahre lang unterliegen. Das liefert sie der Willkür der Behörden aus, die über die Ausnahmegenehmigungen zu entscheiden haben. Viele setzen sich dann notgedrungen über das Verbot hinweg, was zu Prozessen, Geld- und Gefängnisstrafen führt, da Verstöße gegen die Residenzpflicht im
Wiederholungsfall als Straftat gelten. Dabei nehmen sie nur wie wir alle ganz selbstverständlich ihr Recht aus Artikel 13 (1) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Anspruch, sich innerhalb des Landes frei zu bewegen. Der Besuch von Freunden, Verwandten und des Nachbarortes sollte möglich sein, ohne einen “Urlaubsschein” bei der Ausländerbehörde beantragen zu müssen, der von den Behörden oft abgelehnt wird.

Bildungsstreik 2010: Aufruf zum Mitmachen!

Wir rufen alle Bildungsstreikbündnisse und Unterstützer_innen dazu auf, die Bildungsproteste in diesem Jahr mit neuen Aktionen auszuweiten.

Im vergangenen Sommer demonstrierten in über 100 Städten 270.000 Menschen, v.a. Schüler_innen, Studierende, Auszubildende, Erwerbstätige, Erwerbslose und Gewerkschafter_innen, gemeinsam gegen die unzumutbaren Zustände im Bildungssystem. Nicht nur in Europa, sondern auch auf allen anderen Kontinenten der Welt gab es Bildungsproteste. Schließlich wurden allein in Deutschland im Herbst über 80 Bildungseinrichtungen besetzt, an einem dezentralen Aktionstag waren über 85.000 Menschen auf der Straße.

Trotz großer Aufmerksamkeit und kleiner Zugeständnisse hat sich nichts geändert – unsere zentralen Forderungen und Ziele wurden nicht erreicht. Im Gegenteil: Das Bildungssystem wird genau wie andere gesellschaftliche Bereiche weiter nach wettbewerbsorientierten Kriterien ausgerichtet und immer stärker ökonomisiert. Dagegen werden wir im Jahr 2010 Bildungsproteste organisieren, in denen vielfältige Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen etc.) ihren Platz finden.

Wir suchen die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und anderen sozialen Bewegungen. Gerade in Zeiten der anhaltenden Wirtschaftskrise geht es uns darum, die Auseinandersetzungen im Bildungsbereich als gesamtgesellschaftlichen Konflikt zu verstehen und zuzuspitzen – denn unsere Kritik am Bildungsystem ist zugleich Gesellschaftskritik.

Um die globale Perspektive zu stärken und eigene Alternativen zum vorherrschenden Bildungssystem zu konkretisieren, rufen wir dazu auf, sich an den internationalen Protesten gegen den Bolognagipfel vom 11.-14. März in Wien zu beteiligen. Bis zum Sommer werden wir uns mit Aktionen im Rahmen des Bildungsstreiks in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Debatten einbringen.

Im Juni rufen wir zu einer gemeinsamen Aktionszeit und für den 9. Juni bundesweit zu dezentralen Demonstrationen auf. Wir hoffen darüber hinaus auf gemeinsame koordinierte Aktionen weltweit. Mit immer mehr aktiven Menschen werden wir den Druck erhöhen, um im Bildungssystem etwas zu verändern.

Ein grundlegendes Ziel des Bildungsstreiks ist es, eine Diskussion über Sinn und Zweck des Bildungssystems in der Gesellschaft anzuregen. Möglichkeiten einer emanzipatorischen Bildungs- und Gesellschaftspolitk sollen aufgezeigt und durchgesetzt werden: Bildungseinrichtungen sollten vorrangig Menschen dazu befähigen, die sie umgebenden Strukturen zu verstehen, zu kritisieren und zu verändern.

Dem momentanen Zustand im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:

  • selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck,
  • freier Bildungszugang für alle Menschen, Lehrmittelfreiheit und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren,
  • öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
  • und radikale Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen.

Ein ganz anderes Lernen und Leben ist möglich – und nötiger denn je!

Dieser Text entstand auf dem bundesweiten Bildungsstreik-Vernetzungstreffen in Bielefeld am 07.02.2010.

Infos etc: http://www.bildungsstreik.net/aufruf/aufruf-2010/

BUKO 33: Nach den Sternen greifen - 13.-16. Mai in Tübingen

BUKO 33: Nach den Sternen greifen

13.-16. Mai 2010 in Tübingen

Website: http://www.buko.info/buko-kongresse/buko-33/buko33-kongress/aufruf/

(Wieder-)Aneignungskämpfe statt Sternenkriege – Commons gegen das Imperium

In der traditionell linken Symbolik weist der (klassisch: leuchtend rote) Stern den Weg in die klassenlose Gesellschaft und verweist somit auf eine „bessere Welt“. Der Weg allerdings scheint stetig länger zu werden – auch wenn wir „eine andere Welt für möglich“ halten, werden wir immer wieder mit der Übermacht der miesen Verhältnisse konfrontiert. Ob gegen die ständige Beschneidung sozialer Rechte, gegen fortschreitende Privatisierung, Entdemokratisierung und Repression, gegen Flüchtlingsbekämpfung, Menschenrechtsverletzungen, ungerechten Welthandel und Krieg – es ist vor allem der Kampf gegen die Übel, der uns bewegt. Die EU mit ihrem metaphorischen Sternenhimmel, der zynischerweise u.a. für „Vollkommenheit“ stehen soll, vervollkommnet in erster Linie ihr Imperium durch weltweit agierende Polizeitruppen, den machtvollen Zugriff auf natürliche Ressourcen, die Ausplünderung des globalen Südens und die Abschottung gegen Flüchtlinge.

Auf dem wollen wir daher im doppelten Sinne nach den Sternen greifen: Wir richten zum einen den Blick auf Alternativen zur kapitalistischen Verwertungslogik, konkreter auf emanzipatorische Praktiken der Schaffung und Erhaltung von Commons/Gemeingütern. Commons sind nicht (nur) die neuen Stars am linken Diskurshimmel, sondern gelebte Praxis und konkrete Utopie. Zum anderen wollen wir Kämpfe gegen die anscheinende Allmacht der EU sichtbar machen und Strategien diskutieren, wie ihre Hegemonie aufgebrochen werden kann.

Nach den Sternen greifen I: Commons bilden

Privatisierung und Enteignung von Ressourcen und Wissen bilden die Basis kapitalistischer Vergesellschaftung. Für den Zugriff des Marktes selbst auf Lebensnotwendiges, wie z.B. Wasser und Saatgut, werden auch die letzten Schranken gebrochen. Sowohl historisch als auch aktuell verlief und verläuft die Einhegung von Gemeinressourcen und -gütern nicht ohne Gegen-bewegungen. Kämpfe gegen die Patentierung indigenen Wissens, gegen Wasserprivatisierung und für die kollektive Nutzung von Land beispielsweise sind Verteidigungskämpfe um Commons – um Verfügungsrechte über Gemeinressourcen. Gleichzeitig werden neue Commons, vor allem im Bereich Wissen und Kultur geschaffen, die gegen Privatisierungsbestrebungen ständig neue Wege der kollektiven Nutzung entwickeln.

Solidarische Praxen der Selbstverwaltung und des Teilens und Schenkens sind gelebte Praxen einer emanzipatorischen Allmende. Auf dem BUKO 33 fragen wir nach gelebten Utopien und suchen nach „Halbinseln“ des guten Lebens: Wie sehen konkrete und utopische Praxen der kollektiven Produktion und Nutzung von Ressourcen, Dingen, Wissen und Räumen aus? Welche Praktiken gibt es, um „Commons“ zu schaffen und zu erhalten?

Nach den Sternen greifen II: Wir in Europa – die EU in der Welt

Frontex, der Vertrag von Lissabon, die Sicherheitsarchitektur EU – dies waren einige der Themen auf dem BUKO 31 in Dortmund. Der Vertrag von Lissabon ist inzwischen verabschiedet, Frontex wurde weiterentwickelt und die europäischen Eliten basteln weiter an ihrer Sicherheitsarchitektur.

Auf der anderen Seite aber bleibt das Wissen über die EU und das Verhältnis zu ihr unklar. Ihre Selbst- und Fremdzuschreibungen als „Friedensprojekt“, „normative Kraft“, als „postnationale Konstellation“ können auf jedem einzelnen Gebiet, von der Arbeitsmarktpolitik über das „Migrationsmanagement“ bis hin zur militärisch flankierten Außen(handels)politik, widerlegt werden. Doch diese Kritik bleibt allzu oft im Vergleich mit den die EU konstituierenden Nationalstaaten stecken. Vielleicht weil wir die Utopie einer „postnationalen Konstellation“, eines Europas von unten in einer Welt von unten, nicht weitergedacht haben?

Auf dem BUKO 33 werden wir uns unter anderem mit den Fragen beschäftigen, wie die EU nach innen und nach außen wirkt, welche Gruppen im globalen Süden und in Europa der Politik der EU entgegentreten und was wir gegenseitig von diesem Widerstand lernen können.

So hoffen wir, beim BUKO 33 ein Stück auf dem Weg zu einer „besseren Welt“ voran und den Sternen ein wenig näher zu kommen. Globaler Enteignung setzen wir kollektive Aneignung entgegen. Wir möchten uns mit euch auf die Suche nach internationalistischen, emanzipatorischen Alternativen und Perspektiven begeben.

Nach den Sternen greifen III: Junge Leute-Programm

Wenn der 33. Bundeskongress der internationalistischen Linken (kurz BUKO 33) nach Tübingen kommt, werden auch Jugendliche und junge Erwachsene dabei sein.
Die für alle offenen Workshops setzen oft viel politisches Wissen voraus; durch Fach- und Fremdwörter ist es für Neueinsteiger_innen schwer, alles genau zu verstehen und kritisch mitzudenken - und deshalb auch ihre Meinung zu sagen. Daher gibt es unsere JuLe-Workshops.

Zehn gute Gründe für einen BUKO in Tübingen

BUKO in Tübingen? Wo ist das denn? Das ist dort, wo sich Maultasch‘ und Kässpätzle gut‘s Nächtle sagen! Und dort, wo am Himmelfahrtswochenende 2010 das Herz der internationalistischen, feministischen, antikapitalistischen, antirassistischen, antinationalistischen, antifaschistischen – also linken – Bewegung in Deutschland schlagen wird: beim BUKO 33.

BUKO in Tübingen. Das ist erstens mal was anderes. Ein nicht im grauen Norden, sondern im sonnigen Süden – zwar noch nicht im globalen Süden, aber das kann ja noch kommen.

BUKO in Tübingen. Das ist zweitens eine supercoole Location. Kein kalter Uni-Zweckbau (wie sonst bei linken Kongressen), sondern eine ehemalige Brauerei, umgebaut zum soziokulturellen Zentrum „Sudhaus“. Podiumsdiskussionen im Großen Saal. Workshops im Tanzstudio. Arbeitsgruppen in den Ateliers. Abhängen im Biergarten. Knutschen in der Obstwiese. Lagerfeuer!

BUKO in Tübingen. Das ist drittens ein grünes Biotop. Ein nettes Uni-Städtchen am Neckar, mit Schwänen und Stocherkähnen, mit Fachwerkhäusern und Taubentürmen, mit Eisdielen und Maultaschen-Restaurants. Der Oberbürgermeister ist (schwarz-)grün, die Gemeinderatsmehrheit „rot“-grün. Und der Leiter des Ordnungsamts kennt alle linken DemonstrantInnen mit Namen und ladungs-fähiger Adresse.

BUKO in Tübingen. Das ist viertens ein schwarz-brauner Sumpf. Hier residiert der Grabert-Verlag, der bundesweit wichtigste geschichtsrevisionistische Buchverlag.Weitgehend unbehelligt, auch wenn die Antifa gelegentlich etwas einheizt. In den wimpelgeschmückten Schlösschen über dem Neckar saufen sich reaktionäre Burschenschafter um den Verstand. Und auf dem Stadtfriedhof ehrt man den Alt-Nazi und Alt-Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger.

BUKO in Tübingen. Das ist fünftens ein linkes Hochbürgle. Hier ist die Linke nicht so sektierer-isch zerstritten wie in der Großstadt. Hier entstand 2002 (nach „Genua“) das bundesweit erste „social forum“. Hier tobt jedes Jahr am 30. April eine Mayday-Parade. Hier gibt es seit 1974 einen Weltladen, seit 1979 einen Frauenbuchladen und seit 1995 ein Freies Radio. Hier gibt es Antifas, Schulstreikende, antirassistische Initiativen, Kommunikationsgueriller@s, Montagsdemos und – vier BUKO-Mitgliedsgruppen. Und noch viel mehr!

BUKO in Tübingen. Da geht sechstens kulturell was. Im selbstverwalteten Jugendzentrum Epplehaus (besetzt 1972 nach einem Ton-Steine-Scherben-Konzert) geht jedes Wochenende der Punk ab. Am Wochenende nach dem BUKO steigt ein unabhängiges und untergründiges Medienfestival (für alle, die uns nach dem BUKO beim Aufräumen helfen und gleich dableiben wollen, siehe www.plattform-nobudget.de). Und im Juni rockt das Ract!-Festival, eines der bundesweit größten politischen Umsonst-und-Draußen-Festivals (die suchen noch Leute, die politische Workshops anbieten!).

BUKO in Tübingen. Hier ist siebtens die europäische Seifenblasen-Hauptstadt – auch ohne BUKO. Hier ist der Sitz der Firma Pustefix.

BUKO in Tübingen. Das ist achtens Europa von oben und von unten. Hier war bis 1990 eine französische Garnison stationiert. Hier sammelten Linke schon vor 50 Jahren Geld für die algerische Unabhängigkeitsbewegung (Antikolonialismus muss praktisch werden!) und agitierten die französischen Soldaten. Mittlerweile sind die ehemaligen Kasernen-Areale zivilisiert und gelten europaweit als Musterbeispiele für nachhaltige Stadtentwicklung und politische Gründüngung. In Tübingen sitzt aber auch die Informationsstelle Militarisierung (IMI), eine der wichtigsten EU-kritischen Stimmen in Deutschland.

BUKO in Tübingen. Hier haben wir neuntens schon mal angefangen mit dem schönen Leben und mit den Commons. Es gibt Wohnprojekte (mit Hausbars!), zwei Wagenburgen (auf einem Platz!), einen Infoladen, einen Umsonstladen. Und seit zwei Jahren fordert eine Kampagne einen kostenfreien öffentlichen Nahverkehr: Mobilität ist ein Grundrecht!

BUKO in Tübingen. Das ist zehntens ein guter Ausgangspunkt für alle, die nach vier Tagen leidenschaftlicher Debatte, konstruktiver Vernetzung, direkter Aktion und fetter Party urlaubsreif sind. Von hier ist man in zwanzig Minuten auf der Schwäbischen Alb – und in sieben Stunden am Mittelmeer.

Podiumsdiskussion: Das Vogtland im Visier. Rechtsextreme auf dem Vormarsch? 20.4.2010, Plauen

Podiumsdiskussion - Das Vogtland im Visier: Rechtsextreme auf dem Vormarsch?

Dienstag, den 20.4.2010, 19.00 – 21.00 Uhr; Malzhaus, Alter Teich 7-9, Plauen

„Angstraum Vogtland. Wie in kaum einer anderen Region, haben es Neonazis geschafft, im thüringisch-sächsischen Vogtland den Alltag zu dominieren“, heißt es in einem Presseartikel vom August 2009. Ein überregional aktives Netzwerk aus rechtsextremen Parteien, Kameradschaften, Cliquen, Musikgruppen, etc. agiert im Dreiländereck zwischen Sachsen, Thüringen und Bayern. Szeneläden und eigene Häuser und Treffpunkte bilden die logistische Basis zum Verbreiten rechtsextremer Ideologie.
Zielgruppen brauner Agitation sind längst nicht nur Kinder und Jugendliche. Mit bürgernahen Politikthemen, dem Aufgreifen kommunaler und sozialer Problemlagen, möchte die NPD in der Mitte der Gesellschaft punkten und vom
Image einer ewiggestrigen Schlägertruppe wegkommen. Konterkariert wird dieses Anliegen nicht zuletzt durch die so genannten Freien Kräfte, auf deren Unterstützung die rechtsextreme Partei bei Aufmärschen und im Wahlkampf
zurückgreift. „Es herrscht Krieg in Deutschland. Wir sind bereit!“, tönte die Rechte Aktionsfront Reichenbach (RAF) nach dem gescheiterten Aufmarsch Rechtsextremer am 13. Februar in Dresden. Die JN, die Jugendorganisation der
NPD, gibt sich kämpferisch mit Parolen wie „Kampf der Rotfront. Erst unser Volk, dann all die anderen. Anti-Antifa organisieren”. Die aus im Vogtland stammende Rechtsrockband Haftbefehl liefert die Begleitmusik für Hass und Gewalt: „Den Kampf auf die Straßen tragen, hier und jetzt sofort. Nationaler Sozialismus gehört an jeden Ort!“.

Infos etc. unter: http://www.fes.de/leipzig/vera_l.php

cfp: Konf.: EMERGING FORMS OF SOCIALITY, 30.9.-2.10.2010, Frankfurt/Main, Deadline: 15.4.10

EMERGING FORMS OF SOCIALITY
Zweite Internationale Graduiertenkonferenz, Goethe-Universität
Frankfurt am Main, 30.9.-2.10.2010

Call for Papers
Diagnosen über die Erosion der Grundlagen von Sozialität haben gegenwärtig Konjunktur und gipfeln in der Annahme einer fundamentalen Krise gesellschaftlicher Institutionen. Indizien hierfür scheinen Phänomene wie die zunehmende Individualisierung, Ökonomisierung und Naturalisierung von Leben und Lebensformen, die Fragmentierung von Staatlichkeit, die Verbreitung von Cyber- und Reproduktionstechnologien, der Zerfall der heterosexuellen Kleinfamilie, das Verwischen traditioneller Geschlechterrollen und die Infragestellung des kulturellen Selbstverständnisses infolge von Migration zu sein. Doch gerade in der Überwindung der eurozentristischen, patriarchalen und heteronormativen, bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnungen und Epistemologien kristallisieren sich auch neue Formen von Subjektivität, Gemeinschaft und Gesellschaft heraus. Um diese aufkommenden Formen von Sozialität sicht- und vernehmbar zu machen, bedarf es jedoch neuer Paradigmen kritischer Gesellschaftstheorie. Im Rahmen der Graduiertenkonferenz „Emerging Forms of Sociality“ soll das Verständnis dessen, was Sozialität ist, war und sein könnte, aus unterschiedlichsten disziplinären Zugängen und kritischen Perspektiven beleuchtet werden. In der Analyse und Rekonstruktion neuer sozialer Formen liegen nicht nur Möglichkeiten der Aktualisierung der Grundbegriffe kritischer Theorie – sie eröffnen auch neue Wege emanzipatorischer Praxis und ein alternatives Verständnis von Gerechtigkeit und Solidarität unter Berücksichtigung der Achsen der Differenz und Ungleichheit.

Infos etc. unter: www.graduateconferencefrankfurt.de

Veranstaltungs-Reihe: Reclaim Feminism, April - Mai 2010, Berlin

Wir möchten den 8. März zum Anlass nehmen, um die Fragen nach einem linken Feminismus wieder zum Thema zu machen. Diese stellen sich heute wie damals als schwierig dar, auch wenn auf den ersten Blick ›Feminismus‹
und ›Gleichberechtigung‹ in aller Munde zu sein scheinen. Denn von konservativen Feuilletonist_innen bis zu linksliberalen Kulturschaffenden: Zu Feminismus hatte in letzter Zeit jede_r etwas beizutragen. Dabei variierten
die Vorstellungen zwischen einem konservativen Feminismus à la von der Leyen zu einem liberalen Karrierefeminismus, der in Thea Dorns F-​Klasse seinen Ausdruck fand, bis hin zu traditionellen Vorstellungen von Familie und
Geschlechterrollen bei Eva Herrman.
Auch die Alphamädchen trugen mit ihrer individualistischen‚ ›Feminismus-​Version‹ etwas zu der Entpolitisierung des
Begriffs bei. Ein Feminismus, der nichts kennt als den Kampf um formale Gleichheit in den bestehenden beschissenen Verhältnissen, ist nicht unser Feminismus. Auch einen Feminismus, der sich nicht mit der Verschränkung
verschiedener Herrschaftsstrukturen, wie Rassismus, Kapitalismus und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzt und sich nur um die Belange einer weißen Mittelschicht bemüht, weisen wir zurück. Unsere Reihe ist als Suchbewegung zu verstehen, die schlaglichtartig einige uns wichtig erscheinende Topics aufgreift und zur Diskussion stellt.

Die nächsten Veranstaltungen:

Strategien zur EU–weiten Legalisierung von Abtreibung
Fr., 2. April, 19 Uhr
Haus der De­mo­kra­tie, Ha­ve­mann-​Saal, Greifs­wal­der Stra­ße 4 (nahe Tram-​Hal­te­stel­le Am Fried­richs­hain)

Homosexualität & Homophobie in der Neonaziszene
14. April, 19 Uhr
Tante Horst, Oranienstraße 45 (nahe U-Bhf. Kottbusser Tor)

HOMOPHOBIE IM HIP­HOP
Do., 8. April, 19 Uhr
FAQ Infoladen Neukölln, Jonasstra­ße 40 (nahe U-Bhf. Leinestraße)

Infos etc. unter: http://reclaimfeminism.blogsport.de/veranstaltungen/

Seminar: Namibia – 20 Jahre Unabhängigkeit, 21.-23.5.10, Würzburg

EINLADUNG

Die Gesellschaft für PolitischeBildung e.V. veranstaltet in Kooperation mit der Initiative Südliches Afrika(INISA e.V.) vom 21.bis 23. Mai 2010 in der Akademie Frankenwarte in Würzburg ein Seminar zum Thema:

Namibia – 20 Jahre Unabhängigkeit

20 Jahre nach seiner Unabhängigkeit kann sich Namibia seiner politischen Stabilität und seines konstanten wirtschaftlichen Wachstums rühmen, doch steht das Land auch vor großen politischen und sozialen Herausforderungen. Diedemokratische Kultur wird auf eine harte Probe gestellt, die Landverteilung stellt weiterhin einen Unsicherheitsfaktor dar, die HIV-Pandemieverstärkt die Armut. Vor dem Hintergrund der letzten 20 Jahre blicken wir auf die aktuellenEntwicklungen, die Parlamentswahl 2009 und die deutsch-namibischen Beziehungen.

Die Seminarkosten liegen bei 80 Euro

Informationen und Anmeldung unter: www.inisa.de

Ausländerrat Dresden sucht TeamerInnen für Bildungsprojekt - 3 Weiterbildungen im April und Mai

Der Ausländerrat Dresden e.V. sucht ab sofort für sein Bildungsprojekt „Grenzen überwinden" junge, engagierte TeamerInnen.

Das Projekt „Grenzen überwinden" bietet Projekttage für Schulen und Ausbildungseinrichtungen an zu den Themen Migration, Flucht und Rassismus in Dresden und Umgebung. Junge Menschen, die heute in der Migrationsgesellschaft Deutschland leben, sind eingeladen sich mit Rassismus, Diskriminierung und zivilgesellschaftlichem Engagement auseinander zu setzen.
Durchgeführt werden sollen die Projekttage von je zwei jungen, engagierten und dafür ausgebildeten TeamerInnen. Voraussetzungen für diese Arbeit sind der Wille, sich mit den Themen Migration, Flucht und Rassismus zu beschäftigen, Interesse an bzw. Erfahrung mit Bildungsarbeit, Freude an Teamarbeit sowie an der Gestaltung von Projekttagen mit Schülern und Auszubildenden. Besonders ausländische Studierende, junge Männer und Frauen mit Migrationshintergrund sind aufgefordert sich zu melden.
Die die einführenden Weiterbildungen finden wie folgt statt (jeweils Freitag Nachmittag 16 bis 20 Uhr/Samstag 10 bis 18 Uhr):

1. Migration: 9. - 10.04.
2. Rassismus und Rassismus-Erfahrungen: 30.04. - 1.05. oder 7. - 8.05
3. Seminarführung - methodische Grundlagen, Moderation, Konzeptionsentwicklung für Projekttage: 28.-29.05.

Unterstützt wird das Projekt vom Landesprogramm Weltoffenes Sachsen. Daher kann der Ausländerrat Dresden die Projekttage kostenlos anbieten als Angebot außerschulischer Jugendbildung und Referenten-Fortbildung. Die Arbeit der TeamerInnen im Projekt kann dadurch mit 25 Euro pro Stunde honoriert werden.
Wer sich angesprochen fühlt und Zeit für die Fortbildungen hat, melde sich bei Anna Nikolenko, Email: projekttage@auslaenderrat.deDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder Tel.: 0351/4 36 37 30.

Der 1990 gegründete Ausländerrat Dresden e.V. setzt sich für die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund in Dresden ein. Ziel seiner Arbeit ist die Förderung der kulturellen, sozialen und politischen Integration von Migranten und der Stärkung ihrer Selbstvertretung. Das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) beherbergt eine Beratungsstelle für Migranten sowie die Räume des mobilen Beratungsprojektes für Flüchtlinge und die Kinder- und Jugendarbeit.

Mehr Informationen unter: www.auslaenderrat.de

Vortragsreihe: Queere Theoriebildung heute, Tübingen (April - Juli 2010)

Veranstalter: queere Hochschulgruppe der Universität Tübingen Tübingen
Datum, Ort: 15.04.2010-15.07.2010, HS 22, Kupferbau, Hölderlinstraße 5

Die für das Sommersemester 2010 geplante und von der queeren Hochschulgruppe organisierte Reihe im Rahmen des Studium Generale soll die bislang an der Universität Tübingen nur marginal beleuchtete Disziplin der Queer Studies einem breiteren interessierten Publikum näher bringen und grundlegende Konzepte, die sich stellenweise als äußerst komplexes Theoriegebäude erweisen, darstellen.

Die Queer Studies konnten sich in den 1990er Jahren insbesondere durch Judith Butlers einflussreiche philosophisch ausgerichtete Abhandlung Das Unbehagen der Geschlechter als wichtige Denk- und Forschungsrichtung innerhalb der Gender Studies (dt. Geschlechterforschung) etablieren und stellen in dekonstruktivistischer Manier die als natürlich betrachteten Kategorien Frau und Mann vehement in Frage. Dabei wird davon ausgegangen, dass geschlechtliche Identität – wie auch Identität im Allgemeinen – nicht angeboren ist, sondern erlernt wird und im Alltag beständig hergestellt wird. Da die Queer Studies auf interdisziplinärer Ebene angesiedelt sind, soll die Reihe queere Denkansätze aus Perspektive verschiedener Fächer beleuchten.

15.04.2010 Dr. Antke Engel, Berlin/Hamburg
Die 3. Seite des Spiegels. Queere Theorie zwischen Heteronormativitätskritik und Begehren als offener Zukünftigkeit

Mehr Infos und weitere Termine: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=13494

Neue Ausgabe der iz3w zur US-Außenpolitik unter Obama: "No he can't"

Die neue Ausgabe der nord-süd-politischen Zeitschrift iz3w (Nr. 317, März/April 2010) ist erschienen. Sie kann für € 5,30 plus Porto beim Informationszentrum 3. Welt (iz3w) bezogen werden.

Schwerpunkt: No, he can’t – US-Außenpolitik in alten Mustern

Seit Obamas Amtsantritt wird in fast allen Ländern der Welt der neue Ton in der US-Außenpolitik gelobt. Dafür gab es sogar schon den Friedensnobelpreis, der allerdings vor allem als ein Zeichen gegen die Außenpolitik der Bush-Administration zu werten war. Doch bei aller Wertschätzung seiner Person, hinsichtlich seiner Politik bläst Obama in diesem Winter ein schneidend kalter Wind entgegen. Als sich im Januar seine Präsidentschaft zum ersten Mal jährte, fiel die Zwischenbilanz sehr durchwachsen aus. In der internationalen Presse war fast nur von enttäuschten Hoffnungen zu lesen. Kaum eines seiner Versprechen habe Obama eingelöst.

Der aktuelle Themenschwerpunkt der iz3w befasst sich mit folgenden Fragen: Inwieweit unterscheidet sich die Außenpolitik der Obama-Administration tatsächlich von der des Vorgängers? Wie lässt sie sich historisch verorten? Und wie verhält sich die US-Politik konkret gegenüber Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten?

Themen des Schwerpunkts:
Quicker on the Trigger – Obamas Außenpolitik oszilliert zwischen Dialog und Drohnen + Immer auf der Kippe – Die USA und ihr wechselhaftes Verhältnis zu Israel + Lateinamerikas enttäuschte Hoffnungen gegenüber Obamas Politik + Obamas Warteposition in der Entwicklungs- und Afrikapolitik + Vereint gegeneinander – Konkurrenz und Kooperation der Weltmächte USA und China + „Der Obama-Effekt untergräbt die Linke“ – Interview mit Peter Hudis und Kevin Anderson über US-Außenpolitik

Weitere Themen im Heft

Politik und Ökonomie:
Entwicklungspolitik: Unter liberaler Führung macht sich das BMZ unwichtig + Kuba: Wohin führen Raúl Castros Reformen den kubanischen Sozialismus? + Klimapolitik: Der Klimagipfel versagte auch bei der Geschlechtergerechtigkeit + Guinea: Zwischen Furcht vor Gewalt und Hoffnung auf Demokratisierung + Antisemitismus: Völkische Projektionen in der ethnologischen Afrikaforschung

Kultur und Debatte:
Debatte: Eine Replik auf die Kritik der Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ + Kunst: Das postkoloniale Fotoprojekt „Stagings Made“ in Namibia + Rassismus: Postkoloniales und Rassistisches im sonntäglichen Tatort + Gender: Das erste Festival für Transgender-Identitäten in Buenos Aires

Weitere Informationen zum aktuellen Heft finden Sie unter: http://www.iz3w.org

Tagungsbericht: "Gibt es Extremismus?" online

Am 29. Januar 2010 veranstaltete Weiterdenken in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e.V., dem Forum für kritische Rechtsextremismusforschung und dem Referat für Politische Bildung des Studierendenrates der TU Dresden die Tagung «Gibt es Extremismus? Extremismusansatz und Extremismusbegriff in der Auseinandersetzung mit Neonazismus und (anti-)demokratischen Einstellungen».

Die Veranstaltung fand in der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung in Dresden statt und ist auf eine unerwartet große Resonanz gestoßen. Die vorliegende Publikation soll die Ergebnisse der Tagung dokumentieren und langfristig nutzbar machen.

Die titelgebende Frage «Gibt es Extremismus?» war und ist eine kleine Provokation. Der Begriff ist allgegenwärtig und die Diskussionen um seine Sinnhaftigkeit sind virulent. Sowohl im politischen Raum, wie auch in Zeitungen, im Radio, im Fernsehen oder im privaten Gespräch entfaltet er seine Wirkmächtigkeit. Beispiele dafür sind die Intensität der Diskussionen über die Erweiterung der Ziele der Bundesprogramme auf alle Extremismen durch die Bundesfamilienministerin Kristina Schroeder oder die Kontroversen über die Aktionsformen des Widerstandes gegen Europas größten Neonazi-Aufmarsch am 13. Februar in Dresden. Das große Interesse an unserer Tagung und der gestellten Frage bestätigt dies.

Infos und Download unter: http://www.weiterdenken.de/web/publikationen-588.html

Beraterin / Berater für Demokratiepädagogik im Regionalzentrum für demokratische Kultur Südvorpommern, Anklam, Deadline: 12.4.10

RAA Mecklenburg-Vorpommern: Stellenausschreibung

Ausgeschrieben wird eine Personalstelle als Beraterin / Berater für Demokratiepädagogik
im Regionalzentrum für demokratische Kultur Südvorpommern. Arbeitsbeginn soll der 1.5. oder 1.6. 2010 sein. Die Stelle hat einen Umfang von 40 Wochenarbeitsstunden und ist voraussichtlich bis 31.12.2012 befristet. Der Arbeitsort ist Anklam.

Das Tätigkeitsprofil der ausgeschriebenen Stelle beinhaltet die Entwicklung, Begleitung und Umsetzung von erprobten und innovativen Methoden, um demokratische Handlungskompetenzen, tragfähige Verhaltensgewohnheiten und Einstellungen zu vermitteln. Das Angebot richtet sich vorrangig an Schulen und Kindertageseinrichtungen und berücksichtigt inhaltliche und
methodische Ansätze von interkultureller Pädagogik, Menschenrechtsbildung, Methoden der Gewaltprävention und Wissensvermittlung zu Prinzipien und Modellen demokratischer Mitbestimmung.

Mehr infos unter: http://www.raa-mv.de/cms/uploads/File/Stellenausschreibung_DP-2010.pdf

Referent_in bei IDA (Düsseldorf) - Bewerbungsschluss 12. April

Stellenausschreibung

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) ist ein bundesweit arbeitendes Dienstleistungszentrum für MultiplikatorInnen in der Jugend- und Bildungsarbeit. Zu den Schwerpunkten der Arbeit gehören Information und Dokumentation, Qualifizierung, Beratungs- und Vernetzungsarbeit in den Themenspektren Antirassismus, Rechtsextremismus und Migrationspädagogik. Es wird von 28 Jugendverbänden getragen.

IDA e. V. sucht zum 01. Juni 2010

eine/n Referenten/-in

(100% Beschäftigungsumfang, in Anlehnung an TVöD 11)

Ihre Aufgaben sind

  • Systematisierung von Informationen und Erstellung von zielgruppengerechten
  • Materialien in den Themenspektren
  • Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen
  • Zuarbeit zu Vorstand und Geschäftsführung
  • Beantwortung fachlicher Anfragen
  • Website- und Bibliotheksbetreuung
  • Betreuung von Honorarkräften

Wir wünschen uns

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium
  • sehr gute Kenntnisse in den Themenspektren (Anti)Rassismus, (gegen) Rechtsextremismus und Interkulturelles
  • gute EDV- und CMS-Kenntnisse
  • Erfahrungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung und in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen
  • Erfahrungen in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, redaktionelle Kenntnisse
  • Erfahrungen in der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen
  • kommunikative Kompetenzen und die Fähigkeit, auch komplizierte Sachverhalte allgemeinverständlich auszudrücken
  • die Bereitschaft, Termine auch außerhalb der geregelten Arbeitszeit (z. B. am Wochenende) wahrzunehmen

Besonders möchten wir InteressentInnen mit Migrationshintergrund auffordern, sich zu bewerben. Ausführliche Informationen über den Verein finden Sie unter www.IDAeV.de. Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte bis zum 12. April 2010 an IDA e. V., Vorsitzender Herr Thilo Scholle, Volmerswerther Str. 20, 40221 Düsseldorf.